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Anschlag auf den CSDDobrindt stuft Tat als „islamistischen Terroranschlag“ ein

Ein Mann fährt in während des CSD am Samstagabend in die Menschenmenge. Laut Innenminister Dobrindt soll er als Waffe nicht nur das Auto, sondern auch eine Machete verwendet haben.

dpa/afp/rtr/kna/epd/taz | Hundertausende feierten am Samstagabend beim Berliner Christopher Street Day – dann wird die Veranstaltung kurz nach 22 Uhr abgebrochen. Nach Angaben der Polizei hat ein Autofahrer in einem weißen Transporter mehrere Menschen angefahren. Eine Frau wurde getötet, 16 weitere teils schwer verletzt. Der Fahrer verließ laut Polizei das Auto und floh.

Am Sonntagnachmittag trat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt vor die Presse und stufte die Tat als „islamistischen Terroranschlag“ ein. Auch die Ermittler gehen von einem islamistischen Terroranschlag aus.

Laut CSU-Chef Markus Söder zielte der Angriff auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung in Deutschland. „Er ist auch ein bewusster Anschlag auf die Freiheitsidee unseres Landes. Und deswegen muss auch mit aller Härte dagegen vorgegangen werden“, sagte der bayerische Ministerpräsident im ZDF-Sommerinterview.

Besonders schlimm sei, dass der Angriff auf den CSD und damit auf den „Ausdruck von Lebensfreude, von Freiheit und von Toleranz“ gezielt habe, betonte Söder. „Und deswegen ist der Anschlag eben mehr als, sagen wir mal, nur der Versuch, irgendwas zu stören.“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte: „Diese Tat ist ein Angriff auf unsere offene Gesellschaft, auf unsere Art, zu leben und zusammenzuleben.“ Er sei „erschüttert und entsetzt über den mutmaßlichen Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin, bei dem Hunderttausende Menschen aus aller Welt friedlich und fröhlich feiern wollten, ein Zeichen setzen wollten für Toleranz und Vielfalt, für ein selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben“.

Was sich ereignete

Am Abend trat unter anderem Sarah Connor bei der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor auf. Mit einer Regenbogenflagge um die Schultern spielte sie rund eine halbe Stunde lang ihre Songs.

Nach ihrem Auftritt wurde das Bühnenprogramm zunächst fortgesetzt. Wenig später forderte ein Moderator die Menschen jedoch auf, das Veranstaltungsgelände umgehend, aber ruhig und geordnet zu verlassen. Auf den Videoleinwänden am Brandenburger Tor erschien auf gelbem Hintergrund das Wort „Evakuierung“. Die Besucher wurden aufgefordert, nicht in Richtung Siegessäule zu gehen, sondern die U-Bahn-Eingänge am Brandenburger Tor zu nutzen. Auch in den sozialen Medien forderte der Veranstalter die Besucher auf: „Bitte geht nach Hause. Der CSD ist abgebrochen.“

Mindestens 29 Menschen verletzt

Nach Angaben eines dpa-Reporters vor Ort wurden die Besucher auf der Ostseite des Brandenburger Tors zunächst nicht über die Lage informiert. Viele verfolgten das Geschehen und die Nachrichten allerdings auf dem Handy. Der Bereich direkt am Brandenburger Tor war abgesperrt.

Kurz zuvor war im angrenzenden Tiergarten nahe dem Potsdamer Platz ein Autofahrer mit seinem Wagen in eine dort feiernde Menschenmenge gefahren. Wie ein Polizeisprecher berichtet, hat der Fahrer mehrere Menschen an- oder umgefahren, bevor er mit einem Baum kollidiert ist. Zunächst hieß es, dass 17 Menschen wurden schwer, teils lebensgefährlich verletzt wurden – eine Frau so schwer, dass sie gestorben ist. Drei Personen seien lebensbedrohlich verletzt und acht schwerverletzt. Am Sonntagnachmittag sprach Innenminister Dobrindt (CSU) bei einem Besuch am Tatort von insgesamt 29 Geschädigten.

Der mutmaßliche Täter war nach den Worten des Bundesinnenministers in der Vergangenheit durch ein hohes Maß an Straftaten, durch Radikalisierung und die Zugehörigkeit zur islamistischen Szene aufgefallen. Er sei deutscher Staatsbürger mit libanesischem Hintergrund. Der mutmaßliche Täter sei 2005 in Deutschland geboren worden. Aktuell stehe die Suche nach ihm im Vordergrund, sagte Dobrindt.

Er soll zudem für den Terroranschlag am Rande des Christopher Street Day (CSD) nicht nur sein Fahrzeug als Waffe benutzt haben. Er sei mutmaßlich auch mit einer Machete auf Passanten losgegangen, sagte Dobrindt.

Ein Augenzeuge sagte der Nachrichtenagentur AFP, ein Fahrzeug sei mit hoher Geschwindigkeit von der Lennéstraße in den Tiergarten abgebogen. Dabei habe er mehrere Menschen angefahren.

Der Tiergarten ist Berlins grüne Lunge, ein großer Park, der seit jeher auch ein Treffpunkt für die queere Community ist. Die Demonstration zum CSD führte durch die Stadt zur bekannten Siegessäule. Bei der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor singt an dem Abend auch Popstar Sarah Connor, kurz darauf wird das Gelände wegen der Lage geräumt.

Täter bisher flüchtig

Der Fahrer hat laut Polizei das Auto verlassen und ist geflohen. „Wir fahnden mit Hochdruck nach tatverdächtigen Personen“, so ein Sprecher. Die Polizei ist mit zahlreichen Einsatz- und Rettungskräften im Einsatz.

Offen ist, ob es sich um einen Einzeltäter handelt oder ob es Komplizen gibt und wie groß die Gefahr aktuell noch ist. In den sozialen Medien kursierten Fotos einer vermeintlichen Festnahme, jedoch wies die Polizei Berichte über eine mögliche Festnahme zurück.

Seit dem Sonntagmorgen sucht die Polizei öffentlich mit einem Foto nach einem mutmaßlichen Tatverdächtigen. Es handelt sich um den 21 Jahre alten Abdul B., wie Generalstaatsanwaltschaft und Landeskriminalamt Berlin mitteilten. Die Behörden ermitteln „aufgrund des Verdachts eines Anschlags“.

Die Behörden warnten: „Sollten Sie den Tatverdächtigen antreffen, wählen Sie unverzüglich die 110! Sprechen Sie ihn nicht an, er ist möglicherweise bewaffnet und gefährlich!“ Der Verdächtige wird als schlank und etwa 1,90 Meter groß beschrieben.

Er hat nach dpa-Informationen Familie in Berlin und wurde erst im Mai 2026 aus dem Jugendarrest entlassen.

Mutmaßlicher Täter als Gefährder bekannt

Der flüchtige Hauptverdächtige des mutmaßlichen Terroranschlags auf den Christopher Street Day in Berlin war den deutschen Sicherheitsbehörden einem Bericht zufolge seit Jahren als islamistischer Gefährder bekannt. Der inzwischen 21 Jahre alte Abdul B. sei bereits als Jugendlicher in der islamistischen Szene Berlins aufgefallen und ab dem 16. Lebensjahr von Sicherheitsbehörden erfasst worden, berichteten Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR am Sonntag.

Wegen der Vorbereitung einer terroristischen Straftat sei er im Mai 2026 zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und 10 Monaten verurteilt, aber auf „Vorbewährung“ entlassen, hieß es weiter in dem Bericht. B. habe die Auflage erhalten, an einem Deradikalisierungsprogramm teilzunehmen. Das Urteil sei noch nicht rechtskräftig.

B. sei teilweise observiert worden, außerdem sei sein Telefon überwacht worden, berichteten Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR. Die Sicherheitsbehörden schätzten ihn demnach als radikalisiert und gewaltbereit ein. Er solle versucht haben, nach Syrien auszureisen, um sich der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ anzuschließen. Nach einem Hinweis deutscher Behörden sei B. im vergangenen Jahr im Libanon festgenommen und zu einer dreimonatigen Haftstrafe verurteilt worden.

Die auf Extremismusprävention und Deradikalisierung spezialisierte Organisation „Violence Prevention Network“ bestätigte gegenüber der ARD, zwei Treffen mit B. abgehalten zu haben. Der Mann sei „nicht fassbar“ und „undurchschaubar“ gewesen, sagte Thomas Mücke, der Leiter der Organisation, dem ARD-Magazin „Report Mainz“.

„Der Tatverdächtigte ist als Beratungsfall geprüft worden, weil er eine gerichtliche Weisung erhalten hatte, an diesen Beratungsgesprächen teilzunehmen“, sagte Mücke. In dieser sogenannten Clearing-Phase sei geprüft worden, ob der Mann als Beratungsfall in Betracht komme. „Die Person wirkte in den bisherigen Gesprächen eher als angepasst und daher war nicht erkennbar gewesen, ob es wirklich zu einer Beratungssituation kommen wird“, sagte Mücke weiter. Das wäre abschließend erst in einem dritten Gespräch entschieden worden.

Zeugen berichten von Stichverletzungen

Nach Zeugenangaben sollen Menschen bei dem Vorfall am Rande des Christopher Street Days in Berlin auch durch Stiche verletzt worden sein. „Das ist das, was uns Zeugen geschildert haben. Dass dort Leute mit Stichverletzungen liegen sollen“, sagte Polizeisprecher Florian Nath. Die Menschen seien so schnell wie möglich in Krankenhäuser transportiert worden. Bestandteil der Ermittlungen sei auch, ob es eine zweite Tatphase nach der Fahrphase gegeben habe, so Nath. Die Bild berichtete, eine Person mit einem Messer habe das Fahrzeug verlassen, die B.Z. schrieb von einer Machete.

Nach Polizeiangaben gibt es unterschiedliche Aussagen dazu, ob es einen oder mehrere Täter gebe. „Deshalb haben wir uns sehr breit aufgestellt“, sagte der Polizeisprecher. Details wollte er nicht nennen – auch mit Blick auf den oder die flüchtigen Täter.

Es seien seit Samstag mehr als 2.200 Polizisten in Berlin im Einsatz. Sie seien teils schwer bewaffnet. Auch verdeckte Kräfte seien dabei. Hinzu kämen mehrere Hundert Beamte im gesamten Stadtgebiet.

Keine Festnahme nach Polizei-Einsatz in Schöneberg

Die Polizei hat eine Wohnung in Schöneberg durchsucht. Eine Festnahme gab es nicht, weil niemand angetroffen wurde, sagte Polizeisprecher Nath der dpa.

Der Zugriff, an dem Spezialkräfte der Polizei (SEK) beteiligt waren, erfolgte nach Informationen der Welt gegen 1.10 Uhr. Demnach war in dem Mietshaus ein sehr lauter, explosionsartiger Knall zu hören. Vorher hatten Polizisten das Gebäude betreten. Nach dem Welt-Bericht rückte die Polizei gegen 1.25 Uhr wieder ab.

Polizei bittet um Mithilfe per Hinweisportal

Unterstützt wurden die Einsatzkräfte auch durch die psychosoziale Notfallversorgung, die nach Angaben der Feuerwehr etwa 30 Personen betreuten. Es habe zuvor keine Hinweise auf einen solchen Vorfall gegeben, sagte ein ‌Polizeisprecher. „Die Ermittlungen zum Tathergang dauern an.“ Über ein Hinweisportal sollen Angaben und Zeugenberichte zur Tat gesammelt werden.

Für Angehörige wurde eine Personenauskunftsstelle unter der Telefonnummer (030) 84854460 eingerichtet.

Merz verurteilt Todesfahrt als „abscheuliche Tat“

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Todesfahrt am Rande des Christopher Street Day (CSD) in Berlin als „abscheuliche Tat“ verurteilt. Merz stehe mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) „in engstem Kontakt“ und werde von den Sicherheitsbehörden „fortlaufend unterrichtet“, erklärte ein Regierungssprecher in der Nacht zum Sonntag. Merz und Dobrindt „danken den Einsatzkräften und werden sich mit besonderem Nachdruck für Aufklärung und Ahndung der abscheulichen Tat einsetzen“.

Innensenatorin Spranger: „Entsetzt über die furchtbare Tat“

Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hat nach dem Vorfall am Rande des Christopher Street Days in Berlin betroffen reagiert. „Ich bin entsetzt über die furchtbare Tat während des CSD in Berlin, den Tausende von Teilnehmenden friedlich gefeiert haben“, erklärte sie. Auch sie stehe mit den Sicherheitsbehörden in engem Kontakt. „Die Sicherheit der Berlinerinnen und Berliner und der Gäste der Stadt hat höchste Priorität.“

Berliner Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler warnte vor Spekulationen über den Hintergrund. Danach gefragt, ob es irgendwelche Hinweise auf einen politischen oder kriminellen Hintergrund gebe, antwortete der SPD-Politiker, dazu könne man im Moment noch nichts sagen. „Es hat sich ja auch nicht in der Veranstaltung selber abgespielt, sondern tatsächlich im Tiergarten.“ Deshalb sei die Lage auch so unübersichtlich.

Berlins Bürgermeister verurteilt Angriff

In einer ersten Stellungnahme hat Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) kurz nach Mitternacht von einem „Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft“ gesprochen. Nach einem friedlichen CSD sei die Versammlung „auf brutalste Art attackiert“ worden. „Berlin ist die Stadt der Freiheit – und unsere Freiheit ist heute aufs Schrecklichste angegriffen worden.“ Seine Gedanken seien bei den Opfern, ihren Familien und Freunden, teilte der CDU-Politiker mit. Zugleich dankte er allen Einsatzkräften.

Für den Sonntagnachmittag kündigte Wegner eine Sondersitzung des Senats und einen Trauergottesdienst in der Marienkirche an. Wegner sprach von einem Anschlag auf „die Art und Weise unseres Zusammenlebens“. „Damit muss Schluss sein“, sagte er.

Evers: „Es trifft unsere Stadt mitten ins Herz“

Auch CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers hat sein Entsetzen ausgedrückt. „Es trifft unsere Stadt mitten ins Herz“, schrieb er auf der Plattform X. Er dankte allen helfenden Händen und der Berliner Polizei für ihren Einsatz zum Schutz der Menschen. „Ich hoffe für die Verletzten, ich trauere mit Angehörigen und Freunden. Es gibt einiges aufzuklären. Dann ist die Zeit für Konsequenzen!“

Die jährlich organisierten CSD-Kundgebungen erinnern an den 28. Juni 1969, als die Polizei die Schwulenbar „Stonewall Inn“ in New York stürmte. Es folgten tagelange Zusammenstöße mit Aktivsten, die als Geburtsstunde der modernen Schwulen- und Lesbenbewegung gelten.

Bundesanwaltschaft in Kontakt mit Berliner Behörden

Die Bundesanwaltschaft steht mit den Ermittlungsbehörden vor Ort in Kontakt. Das sagte eine Sprecherin der Karlsruher Behörde der Deutschen Presse-Agentur. Der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen in diesem Fall aber bislang nicht übernommen.

Die Bundesanwaltschaft ist die oberste Anklagebehörde in Deutschland. Sie kann unter anderem Fälle von islamistisch motiviertem Terrorismus übernehmen. Zudem kann sie solche mit besonderer Bedeutung an sich ziehen.

Berliner Erzbischof trauert um Opfer

Der Berliner katholische Erzbischof Heiner Koch hat mit Entsetzen auf den mutmaßlichen Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin am Samstagabend reagiert. „Wie schrecklich! Ein so frohes und bewegendes Fest brutal zu zerstören“, erklärte Koch auf Anfrage.

In den Sonntagsgottesdiensten werde Fürbitte für die Betroffenen und ein friedliches Miteinander in der Gesellschaft gehalten, kündigte Koch an. „Der Hass darf nicht gewinnen.“

Rapperin Ikkimel fordert mehr Zusammenhalt

Die Rapperin Ikkimel hat nach dem tödlichen Vorfall am Rande des Berliner Christopher Street Days (CSD) zu Zusammenhalt aufgerufen. „Liebe ist NIEMALS der Fehler, ANGST UND HASS niemals eine Antwort“, schrieb die 29-Jährige bei Instagram. Sie hoffe, dass viele Menschen jetzt realisierten, wie wichtig es sei, zusammenzuhalten – „jetzt noch mehr als sonst“.

„Ich hoffe, ihr seid in Ordnung – ich kann es nicht fassen“, schrieb Ikkimel in ihrer Story in Social-Media-typischem Schreibstil. Wenigstens Berlin solle ein sicherer Ort sein, so die Künstlerin, die am Freitag beim „Demokratieabend“ des Berliner CSD am Brandenburger Tor aufgetreten war. „Bitte, bitte bleibt stark. Ich werde immer für uns einstehen.“

Solinger Initiative versichert Opfern Solidarität

Der Initiativkreis Solingen hat nach dem mutmaßlichen Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin seine Solidarität mit den Opfern und ihren Angehörigen erklärt. Als Organisatoren des Solinger Stadtfestes wisse man um die Gefühle der Angehörigen, die einen Menschen verloren hätten, so wie um das Trauma all jener, die das mit ansehen mussten, erklärte der Initiativkreis am Sonntag in Solingen. „Der Initiativkreis steht fest an der Seite all dieser Menschen.“

Die Tat wecke Erinnerungen an das Attentat auf das Solinger Stadtfest am 23. August 2024, hieß es weiter. Dabei hatte ein mutmaßlicher syrischer Islamist eine Frau und zwei Männer mit einem Messer getötet und acht Besucher teilweise schwer verletzt. Das Oberlandesgericht Düsseldorf verurteilte ihn im vergangenen September zu einer lebenslangen Haft, dagegen legte er Revision ein.

Trauermarsch in Richtung Brandenburger Tor geplant

Nach der Attacke am Rande des Berliner CSD hat das schwule Anti-Gewalt-Projekt „Maneo“ zu einem Trauermarsch aufgerufen. Man wolle ab 17.30 Uhr von der St.-Marien-Kirche in Richtung Brandenburger Tor laufen, hieß es von den Veranstaltern auf Instagram. „Wir trauern um die getötete Frau“, hieß es in dem Beitrag. Der Anschlag habe einer „offenen, vielfältigen Gesellschaft“ gegolten.

Man wolle gemeinsam schweigend zum Brandenburger Tor gehen. „Ein Weg der Trauer, des Gedenkens und der Solidarität“, schrieben die Veranstalter. Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten Blumen und Kerzen mitbringen. „Im Mittelpunkt stehen die Opfer“, betonten die Organisatoren.

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52 Kommentare

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  • Moderation , Moderator

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  • Habs kommen sehen, seit Jahren. Ich war fast 30 Jahre auf jedem CSD, erst auf den großen, dann nur noch auf den kleinen alternativen in Xberg, das letzte Mal vor 3 oder 4 Jahren. Danach hatte ich Probleme mit langen Fußmärschen, Reizüberflutung und zunehmend die Befürchtung auf den Straßen zur Zielscheibe von ebensolchen Anschlägen zu werden, ausgeübt von einem ängstlichen Mann. Hass ist Hass, er entspringt dem Gefühl der Unverbundenheit und tötet.



    Bin nicht der unbekümmerte Partytyp. Aber hey, ich kenn viele alte friends da draußen, die gerne diesen einen Tag groß, bunt und ausgelassen feiern, sich den Alltag und die Anspannung aus dem Körper tanzen, sich einen schönen Communitytag machen, meist noch mit politischem Anspruch und nicht nur auf reine Party aus. Ich erinnere mich an unseren Mut, das Staunen über all die schönen Menschen und Ausdrucksformen in der Demo, beschwipste Euphorie, meist freundliche Gesichter am Straßenrand und die Vorfreude auf die abendlichen Partys.

    Ich fühl mich heute seltsam leer, weder überrascht noch geschockt, nur unendlich schwer und müde. Ein weiterer Hieb ins Genick, der mich nicht kämpferischer macht, nur zäher und älter. Mein Beileid uns.

  • Da hier öfters zu lesen ist, dass Islamisten und Rechte ja das gleiche wollen und in Konsequenz wahrscheinlich auch das gleiche tun - diese wiederholten Hinweise böten sich auch im umgekehrten Falle an. Man liest sie nur sehr selten (zumindest in diesem Forum).

  • “ Wegen des Angriffs beim CSD hat Bundestagspräsidentin Julia Klöckner Trauerbeflaggung auf halbmast für den Bundestag angeordnet. Sie sei zutiefst erschüttert, erklärte die CDU-Politikerin. »Wer Menschen attackiert, die für Freiheit, gleiche Rechte und Vielfalt einstehen, greift die Grundlage unseres demokratischen Gemeinwesens an, der tritt die Menschenwürde mit Füßen«, “

    Aber das Regenbogennetzwerk der Bundestagsverwaltung darf offiziell nicht “für Freiheit, gleiche Rechte und Vielfalt einstehen”, nicht wahr, Frau Klöckner?

    Heuchelei.

  • Mein tiefes Beileid den Opfern. Homosexuelle berichten ständig von Anfeindungen durch Islamisten. Die zahlreichen Anschläge sprechen eine eigene Sprache. Umso abstruser wirkt die Queers for Palestine Bewegung die damit Hamas und Islamischen Dschihad indirekt und direkt unterstützt. Dabei wollten diese Fanatiker nur eines, nämlich sämtliches jüdisches und LGBTQ Leben auslöschen. Ich hoffe der Kuschelkurs vieler Linker mit den Islamisten (Hamas sind ja "Widerstandskämpfer" wie Solid teilweise behauptet) nimmt jetzt ein Ende und die Opfer waren nicht umsonst. Hoffentlich werden die Täter schnell gefasst.

  • LGBTQ+ und Islamismus sind unvereinbar: Spätestens seit dem Anschlag auf das Nova-Musikfestival steht die Regenbogenflagge auch für die verletzte Freiheit der emotionalen Selbstbestimmung. Und für ein weitverbreitetes, entsetzliches Schweigen.

  • Kein Jahwe, Schiwa, Allah oder Spaghettimonster sollte doch beleidigt sein, wenn sich seine Kreaturen in wechselseitiger Zustimmung auf eigene Weise liebhaben, Kondome und Co. sind ja auch letztlich Teil der Schöpfung.



    Die Kritik am städtischen "Babylon"-Sündenpfuhl hat eine lange Tradition (übrigens auch bei der AfD im Unterton immer wieder), doch "Rache" und "Hass" lassen sich doch besser anders abreagieren als mit dem Blech-Auto.



    Religion wird inzwischen bitte gar nicht mehr mit dem Schwert, sondern nur noch mit gutem Vorbild propagiert. Tipp.

  • Wie kommen wir nur aus diesem Dilemma: Jeder dieser Angriffe und Anschläge hat u.a. den Wunsch damit Aufmerksamkeit zu erringen oder Schrecken zu verbreiten! Und jedes Mal schreibt die gesamte Presse dutzende Artikel zum Thema und wir lesen natürlich auch diese Artikel alle - egal aus welchen Gründen.



    Damit erzeugen wir für unsere Presse einen Anreiz noch mehr solche Artikel zu schreiben und wir erfüllen die Wünsche der Attentäter/Extremisten/Verrückten.



    Nehmen wir mal hypothetisch an, über jeden Verkehrstoten in Deutschland würde so berichtet: mit Hintergrundinfos zu Opfern und Tätern und so weiter. Was würde das für die Gesellschaft bewirken?

  • Mein Mitgefühl an die Opfer und deren Familien.

  • Bitte schreibt in der Überschrift „Autofahrer“.



    Ein Auto ist nicht in der Lage, so etwas Schreckliches zu tun.

  • Da erscheinen einem die Zankereien über die Haltung zum Nahostkonflikt noch einmal umso bizarrer.

    DAS hier ist der Feind: der ganz normale Hass und der Vernichtungswille, dem sich LGBT-Menschen seit jeher ausgesetzt sehen. Und nicht etwa andere Meinungen zu Palästina oder sonstwas.

    Seien wir mit unseren Gedanken und unserem ganzen Mitgefühl bei den Opfern des Anschlages und lasst uns hoffen, dass der oder die Mörder rasch gefasst und gerecht bestraft werden.

    • @Suryo:

      Vielen Dank, dass zumindest Sie daran erinnern, dass das Töten und Vertreiben in Gaza, der West Bank und im Libanon munter weitergeht.

      In den vertrauenswürdigen Medien, auch dieser Zeitungen hier, hat man leider den Eindruck der Resignation und berichtet nur noch dürftig darüber (vielleicht mal abgesehen von Ha‘aretz).

    • @Suryo:

      "Da erscheinen einem die Zankereien über die Haltung zum Nahostkonflikt noch einmal umso bizarrer." Vor allem deshalb, weil niemand wahr haben will dass LGBT-Menschen in großen Teilen des nahen Ostens allein ob ihrer Sexualität um ihr Leben fürchten müssen.

  • Warum wird in der Überschrift eines Absatzes von "mindestens 17 Verletzten" gesprochen, obwohl eine Frau gestorben ist? Ich finde das irreführend.

  • Hatte eher mit einem rechtsextremistischen Anschlag gerechnet. Aber im Prinzip nehmen sich die Fanatiker unterschiedlicher ideologischer Ausrichtungen ja nicht viel. Der Hass auf die jeweiligen Feindbilder ist immer derselbe.

    • @Forist Grump:

      Auch an @Marmot und @Vigoleis:



      Ich denke, Rechte benötigen nicht unbedingt Homophobie, um ihr menschenverachtendes Weltbild zu nähren, wie sie heutzutage dazu auch nicht mehr den Antisemitismus benötigen. Feindbilder sind wandelbar im Laufe der Zeit, die Konstante aber sind Hass und Gewalt. Das neue Feindbild der rechten Menschenverächter ist der Islam.



      Diese Tat eines fanatischen Islamisten ist leider erneut Wasser auf die Mühlen der Rechten. Ja, sie IST ein Angriff auf die liberale, weltoffene Gesellschaft, nicht nur auf die LBQT-Community., sondern alle freiheitsliebenden Menschen.



      Aber vergessen wir nicht; die Hauptgegner des Humanismus bleiben Dummheit, Hass und Intoleranz, die wiederum diese Gewalt hervorbringen. In dieser Hinsicht unterscheide ich NICHT zwischen rechtsextremistischer und islamistischer Gewalt, wenn auch ihre unterschiedlichen Ursachen, Formen und ideologischen Hintergründe analysiert werden müssen.



      Ohnehin müssen unsere Gedanken und unsere Anteilnahme jetzt bei den Opfern sein und nicht bei politischen Schuldzuweisungen für diese Gewalttat.

    • @Forist Grump:

      Da haben Sie sich verrechnet. Und scheinen die letzten zehn jahre verschlafen zu haben. Wenn der Islam im Spiel ist, wird leider viel zu viel Rücksicht genommen!

    • @Forist Grump:

      In der Welt war am Freitag ein Kommentar eines Berliner Schwulen:



      „Auf der Straße fürchte ich mich als Schwuler nicht vor Rechten. Homophobe Täter im öffentlichen Raum haben fast immer einen muslimischen Hintergrund.“

      • @Marmot:

        Das mag vielleicht in Teilen Berlins so erscheinen. Die Kriminalstatistik sagt, dass der weit überwiegende Teil der einem Spektrum zuordenbaren Täter dem rechten Spektrum angehört (40-45%). Religiös oder durch ausländische Ideologien motiviert liegen nur um die 15%.



        Darum ist es für "Die Welt" ideologie- und vorurteilskonform, eine Privatperson mit entsprechenden Einzelerfahrungen zu interviewen - und nicht einen Kriminalexperten.

      • @Marmot:

        Stand da wirklich muslimisch oder vielleicht doch islamistisch? Ich wäre davor, den Anschlag als politischen / gesellschaftlichen Aufhänger für antimuslimische Ressentiments zu missbrauchen.

    • @Forist Grump:

      In Berlin hätte ich tatsächlich eher einen islamistischen Anschlag befürchtet, es gab zuletzt doch einige Machtdemonstrationen von subkulturellen oder gar kriminellen Strukturen dieser Szene. Von Rechts würde ich zukünftig eher Wahlerfolge und damit dann andere Arten von "Anschlägen" erwarten.

    • @Forist Grump:

      Da klingt doch bei Ihnen Bedauern mit, dass es dummerweise mutmaßlich der falsche Extremist war? Ich kenne zwar Ihre Indizien nicht, aber vielleicht überlassen wir derzeit die Lagebeurteilung der Polizei und beschränken uns mit der Trauer und dem Mitleid für die Opfer, mit Verlaub und habe die Ehre.

      • @Vigoleis:

        Das hätte ich dem Forumkollegen _nicht unterstellt. Ich bin zugleich dabei, dass wir gerne noch ein wenig abwarten.

        Vermutlich war es ein Mann, und das Tatwerkzeug n Berlin war ein Transporter-Automobil. Durch die Flucht können wir auch einen epileptischen Anfall am Steuer o.ä. recht sicher ausschließen.

      • @Vigoleis:

        »Da klingt doch bei Ihnen Bedauern mit, dass es dummerweise mutmaßlich der falsche Extremist war?«



        Solche Unterstellungen sagen mehr über Sie als mich aus!

        • @Forist Grump:

          Ich habe Ihnen nichts unterstellt, sondern gefragt. Bitte einmal genau hinschauen bzw. lesen. Was Sie reflexartig machen, nennt man Whataboutism.

        • @Forist Grump:

          Was war denn so falsch?



          Wie geschrieben: Halten wir uns mit Schuldzuweisungen ohne Indizien zurück und konzentrieren uns aufs Mitgefühl.

          • @Vigoleis:

            Falsch war Ihre implizite und perfide Unterstellung, ich würde bei der Bewertung von Terroristen irgendwelche Unterschiede machen.

        • @Forist Grump:

          Aber er hat Recht mit der Aussage über ihren Kommentar

  • Schlimm gelaufen, zu viele unnötige Opfer. Beileid allen Betroffenen und den Familienangehörigen sowie der gesamten Community.

    Und die CSD Veranstalter haben vorher vor Rechten gewarnt, das sind aber nicht die einzigen, die mit einer Veranstaltung dieser Art Probleme haben.



    Queer vor Palastine?

    Vielleicht sollte man Links/Queer aufwachen und anfangen zu differenzieren.

    • @Reinero66:

      Ja, differenzieren ist immer gut. Aber die Menschen in Gaza sind wohl kaum gleichzusetzen mit dem IS oder anderen Islamisten. Und ebenso wenig vertritt der CSD Berlin unreflektierte pro-palästinensische Parolen.



      So viel Differenzierung muss sein.

  • Wie war es möglich, dass sich ein Pkw dem Festgelände mit hoher Geschwindigkeit überhaupt nähern konnte. Gab es da zu wenig Sicherheitsmaßnahmen? Lernen die Behörden aus den Geschehnissen der Vergangenheit rein gar nichts dazu?

    • @Il_Leopardo:

      Es ist schon auch schwer, da alles inklusiv Umfeld abzusperren. Berlin hat zudem barrikadenunfreundlich breite Straßen seit den Friedrich Wilhelms und Wilhelms und früher.

      Das Auto hat Wegners letzten Wahlkampf geprägt, das kommt hinzu.

    • @Il_Leopardo:

      Es war ja nicht das eigentliche Festgelände, zumindest nicht mehr um diese Tageszeit

    • @Il_Leopardo:

      Der Anschlag erfolgte außerhalb des unmittelbaren Festgeländes. Man kann (und sollte) außerdem nicht jede Fläche 100%ig schützen.

  • Wieso muss ich erst auf bild.de gehen um das offizielle Fahndungsfoto und die Täterbeschreibung der Polizei inklusive Hinweise zur Ergreifung zu finden?

    • @Teleshopper:

      Genau das habe ich mich gerade auch gefragt. Das ist falsche Rücksichtnahme und journalistisch schwach.

  • So oft schon gelesen. Und so oft ähnliche Umstände. Und nichts ändert sich.

  • 1.) Homophobie, Islamismus, Antisemitismus, und Misogynie werden von UltraReligiösen ebenso wie von UltraRechten vertreten. - Woher kommt das?:

    2.) a) Misogynie, Homophobie, Antisemitismus und Islamismus werden seit Adam und Eva mit wechselnden Anteilen in den abrahamitischen Religionen vertreten. In allen drei Religionen gibt es heute noch starke fundamentalistische Strömungen.



    - b) Die politischen Weltanschauungen u. Parteien des 19. bis 21. Jh. haben wesentliche Funktionen und Wertvorstellungen von Religion säkularisiert u. übernommen. Also findet man bei den UltraReligiösen und UltraLinken traditionelle und radikale Feindbilder (Frauen, Homosexuelle, Liberale, Juden, Kapitalisten, Andersgläubige, Atheisten ... ) analog zu UltraRechten.

    3.) Der Islam - anders als Judentum und Christentum - ist noch nicht durch die europäische Aufklärung des 18.-21. Jh. hindurchgegangen. = Historisches Faktum.

    4.) Islamismus und Rechtsextremismus haben wesentliche Glaubenssätze und Feindbilder gemeinsam. Folglich wird Menschenwürde (Art 1 GG) weder von religiösen noch von politischen Radikalen als GrundWert anerkannt.

    5.) Linke und Progressive sollten die Hufeisentheorie wiederentdecken.

    • @Raumzeitgenosse:

      ad 3) Der Islam war jahrhundertelang eine aufgeklärte und tolerante Religion - zu einer Zeit, als in Europa Menschen gepfählt wurden, die sich weigerten, Christen zu werden. Die Fundamentalisierung und Radikalisierung des Islam setzt erst in der 2. Hälfte des 19. Jhs. ein, als sich unter der Kolonialisierung der arabischen Welt entsprechende Strömungen (wie z.B. der Wahhabismus) durchzusetzen begannen.



      Insofern ist das Stereotyp von der ausstehenden Aufklärung verfehlt.

    • @Raumzeitgenosse:

      Vorsicht mit den großen Wörtern wie "Historisches Faktum", sie könnten den unsicheren Punkt der Argumentation zu überbrücken haben.



      Teile des Islams gingen durch eine Art Aufklärung. Teile des Christentums, Teile des Judentums. Wie wäre es damit?



      Es waren als Christen Erzogene, die nach der Aufklärung in Europa Kriege, Völkermorde verübten. Nur, um eigentlich Bekanntes in Erinnerung zu rufen.

    • @Raumzeitgenosse:

      Da kommt einiges zusammen.



      Aber auch viel durcheinander.



      Alle Intoleranzen formal über einen Kamm zu scheren, ohne jegliche inhaltliche Unterscheidungen zu diagnostizieren, senkt den Aussagegehalt gegen Null.

  • Mein Mitgefühl gilt allen Opfern und Zeugen dieses schrecklichen Verbrechens. Ich weiß, dass die Sache noch nicht ausermittelt ist. Aber auch unabhäng davon gibt es aktuell keine größere Bedrohung für queeres Leben in Deutschland als den islamischen Extremismus.

    • @Tränentier:

      Als ob alteingesessene Nazis und religiöse Fanatiker anderer Religionen weniger bedrohlich wären für uns Queers.

  • Während der Schock noch tief in den Knochen steckt und wir um die Verletzten trauern, läuft in den Medien bereits das zynische Kalkül an. Es dauerte keine Stunde, bis die AfD und ihre rechtsextremen Netzwerke den Anschlag instrumentalisierten, um Hetze gegen Minderheiten und Geflüchtete anzufachen.



    ​Genau hier liegt die hässliche Fratze dieser Tragödie: Islamistischer Hass und rechtsextremer Hass sind zwei Seiten derselben Medaille. Beide verachten unsere freie Lebensweise. Die AfD tritt nicht als Schützerin auf, sondern als zynische Nutznießerin der Gewalt. Sie schlachtet unsere Opferrolle gierig für ihre Agenda aus, während sie uns sonst die Daseinsberechtigung abspricht. Wir lassen uns weder von Terroristen noch von völkischen Spaltern den Mund verbieten!

    • @amigo:

      Aber diese Kampagnen der AfD und anderer rechter Gruppen und Medien wären weniger erfolgreich, wenn in den letzten Jahren gegen Religionsfanatiker und Kriminelle unter den Zugewanderten schärfer durchgegriffen worden wäre, was Abschiebungen einschließt.

      Stattdessen ist man viel zu lange der Parole der (konservativen) Islamverbände gefolgt, solche Verbrechen "hätten nichts mit dem Islam zu tun".

      Auch bei diesem Tatverdächtigen wird geschrieben, er sei "polizeibekannt". Da sollte man sich nicht wundern, wenn immer mehr juristisch unkundige Menschen, also die Mehrheit der Bevölkerung" sich fragen, warum solche Leute noch im Land sind.

      Unter dieser falschen Politik leiden die vielen Migranten oder ihre Nachkommen, die, wie die "Eingeborenen", ihr ganz normales Leben mit ähnlichen Freuden und Sorgen leben wollen.

      Ich möchte lieber nicht wissen, wie viele kopftuchtragende muslimische Frauen seit Bekanntwerden des Anschlags von irgendwelchen Idioten angepöbelt worden sind.

      Ihre Beurteilung der AfD-Absichten teile ich, aber man sollte aufhören, denen durch falsche Toleranz noch die Steilvorlagen zu liefern.

  • Entsetzlich schlimm, furchtbar und äußerst brutal.



    Wie sollen wir derartige Anschläge, derartiges Denken und Handeln je verhindern?

  • "Ein Auto fährt im Berliner Tiergarten während des CSDs am Samstagabend in die Menschenmenge. Der Täter soll immer noch flüchtig sein – nun veröffentlicht die Polizei einen Fahndungsaufruf mit Foto."

    Wird jetzt nach dem Auto fahndet?

    Es ist so bitter, seit Jahren kämpfen wir darum die verantwortungsverschleiernde Sprache bei Gewalt durch Autoführende los zu werden.

    Ich bin eh schon wütend, entsetzt und traurig. Aber sowas lesen zu müssen, zu realisieren, dass sich die Journalist*innen nicht einmal im Angesicht von einer Toten, verletzten und einer ganzen angegriffenen Community die Mühe machen, solche verharmlosenden Passivkonstruktionen der Polizeimeldungen nicht zu übernehmen. Das ist respektlos. Immer schon gegenüber den täglichen Opfern durch Autogewalt. Aber hier schmerzt es noch mehr.

  • Ich will die Frage mal andersrum stellen: Warum wollen Islamisten eigentlich in diesem Land leben, wenn sie bei derlei Veranstaltungen Hass- und Tötungswillen entwickeln? Wäre ich als Islamist nicht besser in einem anderen Land glücklich?



    Kurzum: Bei heutiger Sonntagsfrage wäre die AfD wieder mal einen Punkt stärker.



    Mein Beileid den Angehörigen der toten Frau und der vielen Verletzten.

    • @Tom Farmer:

      Eine schreckliche Tat. Solche Ereignisse machen mich zunächst sprachlos. Meine Gedanken sind jetzt bei den Opfern und ihren Freunden.



      Ja, ich habe manchmal Angst.



      Ich kann mich noch gut an Zeiten erinnern, an denen ich mich vor Anschlägen in der Berliner U-Bahn gefürchtet habe.



      Es ist so wichtig die Feste aller Menschen zu feiern. Jetzt und ganz besonders in Zukunft.

      Zu der Frage von Tom fallen mir die Missionare der Christen und die Kolonialisten aus den europäischen Staaten ein. Sobald sie wo auch immer auftauchten verbreiteten (und sie tun es bis heute!)sie Terror und Angst. Alles was anders denkt, was anders spricht was anders aussieht darf nach Belieben behandelt werden.

      Das ist wohl eine Art innerer Auftrag, der unabhängig von einer bestimmten Religion vorhanden ist.

    • @Tom Farmer:

      Weil der Lebensstandard in Deutschland höher ist und die Freiheiten größer sind als in den meisten anderen Ländern. Das genießt man. Die radikale Weltanschauung und den Extremismus legen diese Personen aber nicht ab.

    • @Tom Farmer:

      Weil die die Weltherrschaft anstreben. Und die in anderen Zeiträumen denken als wir.