Nach Burnhams Abschied: Manchester bleibt rot
Andy Burnhams Labour-Wunschnachfolgerin gewinnt die Bürgermeisterwahl für Greater Manchester. Aber kaum jemand geht zur Wahl.
Foto: Annabel Lee-Ellis/dpa
Die britische Großstadtregion Manchester bleibt in Labour-Hand. Bei der Neuwahl zum Bürgermeisteramt der Region „Greater Manchester“, die die Stadt Manchester und zehn Umlandgemeinden umfasst, am Donnerstag setzte sich Labour-Kandidatin Bev Craig klar durch.
Sie erhielt nach dem am Freitag Abend veröffentlichen amtlichen Endergebnis 47,1 Prozent der Erstpräferenzen. Das Wahlsystem war dergestalt geändert worden, dass man mehrere Kandidaten in Reihenfolge der Präferenz ankreuzen kann. Im Falle, dass niemand auf 50 Prozent Erstpräferenzen kommt, werden die Zweitpräferenzen der stärksten Kandidaten ausgewertet als eine Art Stichwahl.
An zweiter Stelle folgte mit 21 Prozent Sian Astley von dere rechtspopulistischen Partei Reform UK, gefolgt von Grünen-Kandidatin Geraldine Coggins mit 12,2 Prozent.
Nach Zweitpräferenzen deutlich vorn
Nach Zuordnung der Zweitpräferenzen auf die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen setzte sich Craig noch deutlicher durch, mit 66,3 Prozent gegen 33,7 Für die Reform-Kandidatin. Die Labour-Politikerin Craig löst damit Andy Burnham ab, der das Bürgermeisteramt von Greater Manchester seit seiner Entstehung 2017 bekleidet hatte, bis er im Juni zurücktrat, sich ins britische Parlament wählen ließ und am 20. Juli die Nachfolge von Keir Starmer als Premierminister Großbritannien antrat. Burnham hatte die Bürgermeisterwahlen dreimal nacheinander mit mehr als 60 Prozent der Stimmen gewonnen.
Andy Burnham gratulierte seiner Parteigenossin Bev Craig, einer engen Vertrauten, zum Wahlsieg. „Viele Jahre lang haben wir zusammengearbeitet und ich aus erster Hand ihre Klugheit, ihr Mitgefühl und ihre Entschlossenheit gesehen“, sagte er. „Ich weiß, dass sie die Menschen zusammenbringen und für jeden Teil unserer Stadtregion eintreten wird“.
Absolut weniger Stimmen
Die Labour-Kandidatin startet jetzt aber nicht nur mit einem deutlich geringeren Stimmenanteil als Burnham, sondern auch mit einer historisch niedrigen Wahlbeteiligung von nur 25 Prozent. Burnham hatte bei der letzten Wahl 2024 noch rund 420.000 Stimmen erhalten, Craig jetzt nur noch rund 250.000.
Schon vor der Wahl war offensichtlich, dass das Interesse der Öffentlichkeit an diesem Wahlvorgang eher gering war und auch keine Oppositionspartei besonders viel Energie in den Versuch stecken wollte, einen als sicher geltenden Labour-Sieg zu verhindern.
Rechtsextreme schwächen Konservative
Die meisten Bemühungen unternahm da noch die rechtsextreme Partei „Restore Britain“, die ihren Schwerpunkt auf den Kampf gegen Kindesmissbrauch durch muslimische Sexualstraftäter mit Migrationshintergrund legte – die Polizei in Manchester ermittelt in Hunderten solcher Fälle – und damit auf 8,7 Prozent kam, mehr als die Konservativen.
Die unerwartete Stärke der Konkurrenz von Rechts dürfte auch ein Grund für das sehr schwache Abschneiden von Reform UK gewesen sein. Bei den englischen Kommunalwahlen im Mai hatte die Partei von Nigel Farage in der Region Manchester noch vor Labour gelegen.
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