Milliardenschäden durch Hitzesommer : Wieder kein Wendepunkt
Laut Greenpeace hat der heiße Sommer die Wirtschaft mindestens 36 Milliarden Euro gekostet. Zum Umdenken in der Klimapolitik führt das wohl nicht.
Foto: Oliver Berg/dpa
O b dieser Sommer der Wendepunkt ist? Er führte uns die fatalen Auswirkungen der globalen Erwärmung so geballt vor Augen wie kein Sommer zuvor. Rekordtemperaturen, mindestens 14.000 Hitzetote in Deutschland, Waldbrände in einem nie dagewesenen Ausmaß, wegen des Niedrigwassers musste Schiffsladung reduziert werden, Atomkraftwerke in Osteuropa konnten nicht mehr ausreichend gekühlt werden, Landwirt:innen beklagen Ernteausfälle im Milliardenbereich.
Nun bezifferte eine erste Berechnung von Greenpeace den Schaden für die deutsche Wirtschaft auf 36 bis 42 Milliarden Euro, was knapp einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspricht. Zum Vergleich: Der Etat des Bundesverkehrsministeriums liegt in diesem Jahr bei 28 Milliarden Euro.
Es sind Zahlen, die Politik und Wirtschaft aufrütteln sollen, schließlich werden deren Entscheider*innen meist erst durch das Argument wirtschaftlicher Einbußen einsichtig. Doch könnte dieser Sommer wirklich ein Wendepunkt sein?
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In den vergangenen Jahren gab es mehrere Ereignisse, bei denen die Hoffnung bestand, sie würden dies sein. 2019, als die EU-Kommission ankündigte, die EU bis 2050 klimaneutral umzubauen, und sich viele andere Industrieländer mit ambitionierten Klimaplänen anschlossen. Das Coronavirus Anfang 2020, das uns nicht nur die Gefahr von Pandemien vor Augen führte, sondern auch durch Lockdowns eine Welt mit weniger Konsum und Pendelwegen zeigte. Der russische Angriff auf die Ukraine, der deutlich machte, dass der Ausstieg aus fossilen Energien und der Ausbau von Erneuerbaren auch Sicherheitspolitik bedeutet.
Nun, rund eine halbe Dekade später, lässt sich sagen: Nein, es waren keine Wendepunkte. Das wird wohl auch diesmal nicht anders sein. Die Temperaturen hierzulande lassen schon erste Herbstgefühle aufkommen. Wen interessieren dann noch Kipppunkte? Eine Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz bekanntlich nicht.
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