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Die Linkspartei und die Gewalt Gehört das Thema Palästina in den Berliner Wahlkampf?

Bei einem Wahlkampfevent der Linken in Berlin-Neukölln sorgt der Rapper Dahabflex mit „Yalla Yalla Intifada, Westbank, Palästina, Gaza“ für Aufsehen.

D er Auftritt ist stark umstritten. Sollte der Nahost-Konflikt im Wahlkampf thematiert werden?

Ja,

denn gerade die Berliner Linke und ihre Spitzenkandidatin Elif Eralp wären besser beraten, offensiv und selbstbewusst mit einer israel- und staatsräsonkritischen Position anzutreten. Und sich nicht bei jeder kleinen Kontroverse einschüchtern lassen.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Es stimmt schon, die Berliner Regierung hat auf die Außenpolitik Deutschlands keinen Einfluss. Nur ist der Komplex Israel/Palästina in Deutschland kein rein außen- oder bundespolitisches Thema. Im Namen der Staatsräson wurden in Berlin Anti-Genozid-Proteste erst verboten, danach wurde der Berliner Repressionsapparat in voller Härte auf sie losgelassen.

Wöchentliche Polizeigewalt, willkürliche Festnahmen, Strafanzeigen wegen der banalsten (und völlig legalen) Demoplakate und Protestrufe wurden zur Norm. Und im Namen der Staatsräson wurden unzähligen linken Kultur-, Sozial- und Bildungsprojekten die Fördergelder gestrichen. Orte wie das Oyoun, eins von wenigen queer-migrantischen Kulturräumen der Stadt, mussten schließen, weil die israelkritischen Veranstaltungen dem damaligen CDU-Kultursenator Joe Chialo ein Dorn im Auge waren.

Soll Berlin zu einer besseren, freieren, gerechteren Stadt werden, müssen nicht nur die Mieten sinken, sondern auch die autoritäre Staatsräsonpolitik der vergangenen Jahre muss beendet werden. Bei einer Bürgermeisterkandidatin, die dafür antritt, würde es sich für viele Menschen lohnen, zu wählen. Und sie würde klarmachen, wo sie sich von ihrer linksliberalen Konkurrenz unterscheidet. Niedrigere Mieten fordern nämlich sowieso alle.

Eine Bürgermeisterkandidatin, die sich von ihrem eigenen Bezirksverband distanziert, weil irgendein Rapper auf irgendeiner Veranstaltung eine verbalradikale Parole ruft, macht dagegen nicht den Eindruck, als würde sie sich für diesen Wandel einsetzen. Und macht auch nicht den Eindruck, als wäre sie in der Lage, der Art Gegenwind standzuhalten, der auf sie zukommt, wenn sie als Bürgermeisterin tatsächlich Wohnkonzerne vergesellschaften will.

Pauline Jäckels

Nein,

ein Konflikt in rund 3.000 Kilometer Entfernung ist kein gutes Thema für einen Landtagswahlkampf. Auch abseits von den abstoßenden Lines des Rappers Dahabflex sollte die Hauptstadt-Linke die Finger von dem Thema lassen.

Nichts sorgt so verlässlich für linke Uneinigkeit wie der Nahostkonflikt. Und nichts wird von Wäh­le­r*in­nen so verlässlich bestraft wie innerparteilicher Streit. Zudem ist das Thema eine Steilvorlage für Konservative und Rechte, die jede noch so harmlose Palästinasolidarität als Antisemitismus bezeichnen. Das ist verlogen, verfängt aber bei Wähler*innen. Sich trotzdem sehenden Auges in die Diskussion zu stürzen, ist selbstschädigendes Verhalten.

Nun kann man sagen: Manche Themen sind so wichtig, dass man internen Streit, scharfen Gegenwind und Stimmenverlust in Kauf nehmen muss. Weil es um etwas geht. Aber hier ist die entscheidende Frage: Worum geht es wirklich? Der Berliner Senat kann weder etwas an den Waffenlieferungen nach Israel ändern noch an der diplomatischen Rückendeckung, die Deutschland der Regierung Netanjahu trotz aller Verbrechen in Gaza gibt. Das Thema Nahostkonflikt schnurrt in der Berliner Landespolitik darauf zusammen, wie die Polizei mit den zuletzt seltenen Palästina-Demos umgeht und welche zivilgesellschaftlichen Organisationen und Einrichtungen finanziell unterstützt werden. Mehr nicht. Etwas anderes zu suggerieren, garantiert später enttäuschte Wähler*innen.

Statt also im Wahlkampf über einen Konflikt zu sprechen, auf den sie auch beim besten Wahlausgang keinen Einfluss hat, sollte die Linke auf Themen setzen, bei denen sie mehr zu bieten hat als Worte und Gesten. Die Mietenpolitik ist eins dieser Gewinnerthemen, das viele Leute unmittelbar betrifft und bei dem kluge Lokalpolitik einen großen Unterschied machen kann.

Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp hat das glücklicherweise erkannt und fährt bisher einen erfolgreichen Wahlkampf zu dem Thema. Der Neuköllner Ortsverband täte gut daran, diesen klugen Kurs nicht weiter zu sabotieren.

Frederik Eikmanns

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Pauline Jäckels

Pauline Jäckels Meinungsredakteurin

Redakteurin im Meinungsressort seit April 2025. Zuvor zuständig für die parlamentarische Berichterstattung und die Linkspartei beim nd. Legt sich in der Bundespressekonferenz gerne mit Regierungssprecher:innen an – und stellt manchmal auch nette Fragen. Studierte Politikwissenschaft im Bachelor und Internationale Beziehungen im Master in Berlin und London.
Frederik Eikmanns

Frederik Eikmanns

Fachredakteur für Innere Sicherheit und Migration
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31 Kommentare

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  • Altbayer

    Was hat jedweder außenpolitische Konflikt in unseren Länderwahlkämpfen verloren?!? Nix!

  • Alex_der_Wunderer

    Die Thematik gehört nicht zum innenpolitischen Wahlkampf, völlig abstruse & absurd.



    Wer hat denn bloß bitte solche Dummerhaftigkeiten in der Birne 🍐

  • Deep South

    Na klar sollte die Linke das zum Wahlkampfthema machen. Wagenknecht ist ja weg und es wird Zeit für einen neuen Spaltkeil über den man sich intern zerfetzen und nach außen unwählbar machen kann.



    Aber mal im Ernst. Laut Umfrage sehen die Berliner mt Abstand Wohnungsnot und Mietpreise als dringenstes Thema. Danach folgen der Reihe nach Migration, Verkehr, Bildung, Sicherheit, soziale Gerechtigkeit, Sauberkeit, Obdachlosigkeit. Man ist Spitzenreiter in der Kriminalitätsstatistik, bei Antisemitismus und Queerfeindlichkeit. und Schlusslicht bei Wohnungsbau, bei Reallöhnen, beim Bildungsmonitor.



    Das Thema Nahost, das noch am ehesten ein Bundesthema wäre, kommt in Umfragen gar nicht vor. In welcher Blase muss man leben, um den Nahostkonflikt trotz Alledem für ein relevantes Thema für den regionalen Wahlkampf zu halten?



    Und wer weniger Repression bei den Pro Palestina Protesten möchte, der sollte auch -und zuvorderst- mal kritisch mit den den radikalen Auswüchsen auf diesen Veranstaltungen auseinandersetzen und sie nicht zu "kleinen Kontroversen" verniedlichen. Ohne solche Parolen und die antisemitischen Ausfälle, wäre das Thema nämlich ein wesentlich kleineres.

  • Ruediger

    Der 7. Oktober 2022 und seine Folgen gehören insofern auch in einen deutschen Wahlkampf, als seitdem durch Anhänger der Hamas eine neue Dimension des Antisemitismus auch in deutschen Großstädten Fuß gefasst hat: Wenn Menschen sich nicht mehr trauen hebräisch zu sprechen, offen zu zeigen, dass sie Juden sind und/oder Israelis, dann muss das in Berlin thematisiert werden.

    Zur DNA einer linken Partei in Deutschland muss bei unserer Geschichte der Kampf gegen Antisemismus gehören. Das heißt nicht, dass sie nicht eine israelische Regierung kritisieren darf, aber wenn die antisemitische Hamas Menschen aus Israel entführt, foltert und tötet, dann muss sie mit den Opfern solidarisch sein, und auch anerkennen, dass militärische Gegenwehr richtig ist. Sonst ist sie keine linke Partei, auch wenn sie sich Linkspartei nennt.

    Keiner der beiden Kommentare thematisiert überhaupt direkt, dass es das Thema Antisemitismus von Hamas-Unterstützern ist, das den Krieg zwischen Hamas und Israel für den Berliner Wahlkampf relevant macht. Das finde ich schon befremdlich.

    • Schleicher

      @Ruediger:

      Stimme Ihnen zu.



      Aber auffällig natürlich, dass Sie nur die eine Seite der Medaille betrachten und die rechtswidrigen Eingriffe in das Versammlungsrecht etc. bei pro-palestinensischen Kundgebungen ausblenden.



      Das gehört ebenso in den Wahlkampf.



      Der Nahost Konflikt hat in jedem Fall eine innenpolitische Komponente hierzulande.

  • Jochen Laun

    Zu schreiben, dass irgendwer auf irgendeiner Veranstaltung irgendwas radikales gesagt hat, verharmlost die Angelegenheit schon ziemlich, finde ich. Es war halt eine Parteiveranstaltung in Neukölln, und der Vorfall unterstreicht, dass die Linke in Berlin, mindestens aber in Neukölln, ein strukturelles Antisemitismusproblem hat. Da darf man als Spitzenkandidatin schon die Sorge haben, dass die in Aussicht genommenen Koalitionspartner die Lust verlieren, mit solchen Leuten eine Regierung zu bilden.

  • White_Chocobo

    Eickmanns hat mMn. recht. Immerhin könnte Die Linke in Berlin für viele Menschen wirklich was verändern, wenn nicht wieder irgendein Heiopei das, was andere in mühevoller (politischer) Arbeit aufgebaut haben, in fünf Minuten mit dem sprichwörtlichen Arsch einreißt.



    Mir wäre jedenfalls lieber, man würde hier etwas bewegen können, anstatt - wie Jäckels - auf irgendwelchen illusorischen Maximalvorderungen zu beharren und am Ende gar nichts zu bekommen.

    • Moby Dick

      @White_Chocobo:

      Von den letzten 25 Jahren war die Linke in Berlin fast 16 Jahre an der Regierung beteiligt. Sie würde koalieren mit einer SPD, die seit 25 Jahren ohne Unterbrechung in Berlin regiert. Wieso sollte sich etwas ändern?

  • Šarru-kīnu

    Deutschland wird über kurz oder lang eine Migrantenpartei bekommen, die dann dezidiert antisemitsch agieren kann. Hoffentlich können wir dann den unappetitlichen Teil der Linkspartei in die Richtung loswerden. Langsam kommen wir sonst an den Punkt wo die eigene Partei unwählbar wird.

    • Schleicher

      @Šarru-kīnu:

      "Deutschland wird über kurz oder lang eine Migrantenpartei bekommen, die dann dezidiert antisemitsch agieren kann."

      Fremdenfeindlichkeit par excellence.

    • EffeJoSiebenZwo

      @Šarru-kīnu:

      … die eigene Partei …?

      Der erste Teil des Kommentars wirkt eigentlich wie AfD-Wahlwerbung: pro-israelisch und antimuslimisch.

      • Éljen a Magyar

        @EffeJoSiebenZwo:

        Hören Sie sich doch einmal in muslimischen Milieus um! Was Sie da zum Thema Israel und Juden in Israel zu hören bekommen, müßte sämtlich Alarmglocken schrillen lassen.

        In der S-Bahn Hebräisch zu lernen oder israelische Zeitungen auf dem Handy/Tablet zu lesen ist in Berlin eine ganz, ganz schlechte Idee! Meine israelischen Freunde telephonieren mit ihren Familien in Israel in Berlin in der Öffentlichkeit gar nicht mehr oder auf Englisch.

  • Klaus Franz

    Man kann alles zum Wahlkampfthema hernehmen, aber ob man damit tatsächlich viele Wahlberechtigte überzeugt, ist eine ganz andere Sache. Ich glaube insgesamt ist man in Deutschland sehr stark auf der Schiene "Ein Zeichen setzen", macht man oft gerne und ist sich der Zustimmung von der eigenen Galerie sicher.



    Und dann sitzt das Zeichen da so rum und macht kein Kreuz auf dem Wahlzettel.

  • RenitenterBoomie

    "ein Konflikt in rund 3.000 Kilometer Entfernung ist kein gutes Thema für einen Landtagswahlkampf."

    Schon bin ich raus.

    Denn das in Berlin-Neukölln "ein Konflikt in 3000 Kilometer Entfernung..." - ähem - "kein gutes Thema ist" entspricht halt nicht der vorzufindenden Wirklichkeit. Soooorrrry Leute! Die Wirklichkeit ist ein Biest.

    Da leben viel die Leute, für die das ständiges "Thema" ist. Weil es ihre Verwandten, Freunde, die Menschen ihrer Geschichte und ihres Kulturkreises betrifft.

    Und deshalb darf ein kaum über die 25 Lebensjahre Rapper auch zum Aufstand, zur Erhebung - also arabisch: Intifada aufrufen. Muss sich in seinem Text, seinem künstlerischen Ausdruck nicht daran orientieren, was die europäischen Bravmittelstandsliberalbürger zusammen mit ihren Regierungen und der Regierung Israels festlegt, was Intifada ist.

    Er darf auch jener Armee den Tod wünschen, deren Regierung ansagt, das routinemässige Töten von Palästinensern sei Ok und staatsräsonabel notwendig.

    Feine Gesellschaft das.



    Erlegt einen Rapper.



    Um dann wahrheitswidrig zu phantasieren, der repräsentiere das Programm, die Praxis, die Rhetorik, die Agenda der DIE LINKE.

    • David Behboudian

      @RenitenterBoomie:

      Besser hätte ich es nicht sagen können.



      Deutschland ist Komplize in diesem Völkermord, sowohl Waffenexporttechnisch, als auch politisch deckend, über die Sanktionsblockaden in der EU.

      Richtig traurig und erbärmlich, für ein Land, welches bereits selbst 5 Völkermorde vollzogen hat (Roma, Sinti, Juden, Herero, Slawen)

  • Fran Zose

    Wenn die AfD im Landtagswahlkampf mit Antimigrationspolitik auf Stimmenfang geht, dann ist sich die Linke schnell, und zurecht, einig, dass es billiger Populismus ist und das Ganze eh nicht auf Landesebene entschieden wird. Warum es jetzt bei Palästina anders sein soll erschließt sich mir nicht, Frau Jäckels. Es ist die gleiche Augenwischerei in der Hoffnung auf mehr Stimmen wie sie die Rechte betreibt. Und um es klar zu sagen: Sie ist damit keinen Deut besser.

    • N. Ietsche

      @Fran Zose:

      Genau da liegt der Hase im Pfeffer. Das Teile der Linken eben Antisemitisch sind und auf den Zug aufspringen - geschenkt.

      Aber wie viele dann mit einer rechten und nationalistischen Ideologie - dem palästinensisch-arabischen Nationalismus sympathisieren und sich entsprechend verhalten ist schon immer faszinierend. Jedenfalls ist die zugedachte und faktische Position beispielsweise der Beduinen im palästinensischen Nationalismus nicht wesensverschieden von der der Jenischen im deutschen Nationalismus. Wahlweise auch Tscherkessen und Roma, Drusen und Sorben etc.

      Wars auch schon bevor die ersten Juden eingewandert sind.

      Ähnlich stehts ja mit Linken und Russland. Auch wenn da ein Großteil Richtung BSW abgewandert ist.

      Exklusivistischer Nationalismus scheint in der Linken eine starke Anziehung zu haben, solangs halt kein Deutscher ist.

  • Éljen a Magyar

    "Anti-Genozid-Proteste (...) Berliner Repressionsapparat (...) eine verbalradikale Parole (...)"

    Da weiß man doch wieder, warum man als erkennbar israel- und judensolidarischer Mensch nicht nur einen weiten Bogen um Wahlveranstaltungen der Die Linke machen, sondern auch tunlichst nicht in der Wahlkabine sein Kreuz bei dieser Partei machen sollte!

    Und nur zur Erinnerung: „Yalla Yalla Intifada, Westbank, Palästina, Gaza“ bedeutet



    - 15 Tote und 43 Verletzte beim Bondi-Beach-Terroranschlag 2025,



    - 2 Verletzte beim Messerangriff in Golders Green, London 2026,



    - 4 abgebrannte Fahrzeuge des jüdischen Rettungsdienstes Hatzola in London 2026,



    - Brandanschläge auf Synagogen (Lüttich (Belgien), Rotterdam & Amsterdam (Niederlande)) und israelisch-jüdische Restaurants (München (Deutschland)).

    • Schleicher

      @Éljen a Magyar:

      Nein. Sonst müssten Sie umgekehrt sagen:



      "Am Yisrael Chai" bedeutet: Völkermord an Palestinenser.

      Wär aber wohlfeil und zu kurz gegriffen.

      Genau wie Ihre Aussage.

  • Kristina Vera

    Nein, das Thema gehört nicht in den Berliner Wahlkampf.



    Wenn Pauline Jäckels von "irgendeiner Veranstaltung" spricht, ist das eine Abwertung derjenigen, die sich an diesem Tag dort im Wahlkampf engagiert haben. "Irgendein Rapper mit "verbalradikaler Aussage" klingt nach unreifer Verharmlosung und Bagatellisierung. "Yalla, Yalla, Intifada" ist u.a. auch die Kampfansage der terroristischen Hamas, nur zur Erinnerung.



    Frederik Eikmanns argumentiert hier sachlich und realistisch. Der Nahostkonflikt ist Aufgabe der Außenpolitik. Sicherlich muss sich an der eingefahrenen Staatsräson Deutschlands etwas ändern. Zum Beispiel mit Sanktionen gegen Ben Gvir, Smotrich und gewalttätige Siedler oder Banken und Unternehmen, die Siedlungsprojekte wie das geplante E1 fördern. Mit der Forderung nach unzensierter Berichterstattung der Medien/Presse aus Gaza und WJL.



    Die Berliner Linke tut gut daran, sich von "Yalla, Yalla, Intifada" zu distanzieren. Es gibt genügend Probleme in Berlin. Die werden sich langfristig nicht mit ständiger Fixierung auf Israel und den Nahostkonflikt lösen.

    • EffeJoSiebenZwo

      @Kristina Vera:

      ‚ Der Nahostkonflikt ist Aufgabe der Außenpolitik. Sicherlich muss sich an der eingefahrenen Staatsräson Deutschlands etwas ändern.‘

      Aber genau deswegen kann der Nahostkonflikt eben nicht auf die Außenpolitik begrenzt sein, wohl wissend, wie sie sich repressiv gerade im Berlin (unverhältnismäßige Polizeigewalt, Verbot von Veranstaltungen und Einreiseverbotggü unangenehmen Personen) ausgewirkt hat.

      • Kristina Vera

        @EffeJoSiebenZwo:

        Wenn man schon das Thema, das ein Nebenschauplatz ist, aufgreifen möchte, wäre es sinnvoller im Rahmen von Wahlkampfveranstaltungen auf verbalradikale Slogans/Parolen zu verzichten sondern stattdessen zu differenzieren.



        Konkrete Forderungen zu der Problematik in Berlin und Lösungsvorschläge zu Polizeigewalt, Veranstaltungsverboten formulieren. Also das, was Berliner Stadtstaatpolitik betrifft. Dazu gehört, auch die wachsenden Anfeindungen und Übergriffe gegenüber Juden und Jüdinnen zu thematisieren. Und sich des Antisemitismusproblems in einem Teil der (Berliner) Linken zu stellen.

  • Philippo1000

    Nee!



    Heißes Eisen für die Linke.



    Da liegt für mich persönlich auch das größte Konfliktpotential.



    Völlig klar, dass Netanjahu rechte Politik macht und dass die Gewalt gegenüber Palästinenser*Innen völlig maßlos ist.



    Hass mit Hass zu bekämpfen ist allerdings auch keine Lösung.



    Leider gibt es auch linken Antisemitismus und da gilt es genau so den Anfängen zu wehren, wie beim Rechtsextremismus.



    Wer 2und 1 zusammen zählen kann, wird merken, dass eine linke Mehrheit in Berlin nur aus drei Parteien bestehen kann.



    Eine Festlegung auf eine extreme Position wäre ein Stolperstein in künftigen Koalitionsverhandlungen.

  • Land of plenty

    Für die Erregung im Kampf der Völker gegeneinander ist es ein gutes Identifikationsobjekt.



    Für die Gestaltung des Zusammenlebens in Berlin sollte es keine Rolle spielen.



    Trauerbekundungen sind jedoch weiterbringend.

  • Axotono

    Die Neuköllner Linke handelt nicht nur inhaltlich völlig dumm, sondern schadet auch den Regierungschancen der Partei. Mit bekloppten Sprüchen wird die Linke eben für viele unwählbar. Aber es steht zu befürchten, dass das beabsichtigt ist

  • *Sabine*

    "Das Thema Nahostkonflikt schnurrt in der Berliner Landespolitik darauf zusammen, wie die Polizei mit den zuletzt seltenen Palästina-Demos umgeht und welche zivilgesellschaftlichen Organisationen und Einrichtungen finanziell unterstützt werden."

    Wenn auf Pro-Palästina-Demonstrationen zum Mord an Juden aufgerufen oder "Hamas, Hamas J.... ... ..." skandiert wird und die Berliner Regierung das toleriert, ist das meiner Meinung nach durchaus national ebenso wie international bedeutsam.

    Ich finde es nach wie vor bedauerlich, dass der Stadtstaat Berlin im Rahmen der Wiedervereinigung nicht mit Brandenburg zusammengeführt wurde. "Irgendwie" wäre das dann alles weniger hässlich.

  • Janix

    Kein Bundeslandthema, und ein Nebenschauplatz. Andere Themen sind für die Linken und für Berlin noch wichtiger.

    Zugleich werden universal-links Denkende natürlich das grundsätzliche Demonstrationsrecht auch für Palästinademonstrantens hochhalten. Da hat Schwarz-Rot einige Böcke geschossen, das kann mensch ruhig aufspießen.

    Kommunikationsklar geht es zugleich um Sozial für die ganz Vielen.

    • Annette Hauschild , Autor*in ,

      @Janix:

      In einem Wahlbezirk, wo so viele Menschen mit Wurzeln aus der betroffenen Region leben, wäre es fatal, wenn die Linke das Thema gänzlich ausklammern und sich nur auf Mieten, Nahverkehr oder Sozialpolitik spitzen würde. ein bißchen mehr Empathie für die Traumata der Palästinenser würde ihr auch gut bekommen.

      • hamann

        @Annette Hauschild:

        Es sind - neben Palästinensern - auch diejenigen betroffen, die den life-gestreamten Verbrechen zusehen müssen und feststellen, in Deutschland gilt das universale Völkerrecht nicht und von der Bundesregierung werden die Verbrechen auch noch unterstützt. Die Genozidkonvention fordert bekanntlich alle Drittstaaten auf, bereits bei dem V e r d a c h t auf Genozid alles zu tun, diesen zu verhindern (siehe Rechtsgutachten den ICJ aus dem Jahre 2024). Geschehen ist: Nichts - stattdessen werden Proteste kriminalisiert. Deutschland 2023-2026... offenbar ist ‘die Linke’ die einzig noch universalistisch denkende Partei. Das Menschheitsverbrechen Genozid ist völkerrechtlich ein erga omnes Verbrechen, d.h. es ist so schwerwiegend, dass es (wie u.a. Apartheid) die gesamte Menschheit angeht, nicht nur die Opfer. Mit 'Empathie' hat das nichts zu tun. Die Verhinderung dieser Verbrechen ist (rechtliche) Pflicht.

    • Ohne_Mitte_geht_nix

      @Janix:

      Na ja, wer bei Pro-Palästina-Demonstrationen gewalttätig gegenüber anderen und Polizeibeamten wird und die Vernichtung Israels fordert, der hat sein Recht auf Demonstrationsfreiheit sicherlich zu Recht verwirkt. Und wenn solche Typen von der linken Bürgermeisterschaftskandidatin unterstützt würden, dann wäre ihre fragwürdige politische Einstellung schon deutlich zu hinterfragen.

  • Alex_der_Wunderer

    Der Wahlkampf in Deutschland ist in erster Linie eine äußerst ernst zunehmende, innenpolitischen Angelegenheit.



    Hier ist äußerste Souveränität der politischen Beteiligten gefordert.