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Angst vor ÜberfremdungDas schmutzige Geheimnis

Es gibt kein Zurück in die Zeit westlich-weißer Dominanz. Antifaschismus muss die notwendige mentale Anpassung an die neuen Realitäten vermitteln.

D ie meisten Deutschen glauben, der Anteil chinesischer Direktinvestitionen betrage hierzulande 33 Prozent – während er tatsächlich bei 1 Prozent liegt. Der Einfluss Chinas auf das hiesige Leben wird also, einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung zufolge, weit jenseits der Realität verortet. Beim Lesen dachte ich sofort daran, wie der Anteil von Muslimen regelmäßig grotesk überschätzt wird. Was beides verbindet: Es handelt sich um Feindbilder. Und bei der Angst vor Überfremdung ist stets eine Portion Wahn am Werk.

Doch es geht um mehr. Wenn sich Sozialproteste als rassistischer Hass äußern, dann sei es der Rechten gelungen, Verteilungskonflikte zwischen oben und unten in einen Kampf zwischen innen und außen umzudeuten, so formuliert es der Soziologe Klaus Dörre. Dieses Außen können dann hiesige Migranten oder Muslime sein oder andere, die im Innenraum des properen Deutschseins nicht geduldet sind. Doch handelt das rechte Ressentiment meines Erachtens gleichermaßen vom großen Außen, von der Echokammer veränderter Weltverhältnisse.

Die besondere Unerbittlichkeit und Nachhaltigkeit des gegenwärtigen Rassismus entstammen einem Gefühl von Verlust, das keineswegs nur eingebildet ist

Die besondere Unerbittlichkeit und die Nachhaltigkeit, die den gegenwärtigen Rassismus von anderen Wellen früherer Jahrzehnte unterscheiden, speisen sich aus dem globalen Kontext. Sie entstammen einem Gefühl von Verlust, das keineswegs nur eingebildet ist. CDU-Bundeskanzler Friedrich Merz polemisierte neulich, das Kürzel AfD bedeute Abstieg für Deutschland. Aber ist nicht der Zustrom zu dieser Partei eher eine Reaktion auf dessen realen Abstieg?

Charlotte Wiedemann

ist Autorin in Berlin, viele Jahre mit dem Schwerpunkt Islamische Lebenswelten. Zuletzt erschien „Den Schmerz der Anderen begreifen. Holocaust und Weltgedächtnis“ (Propyläen).

In die Abenddämmerung der westlichen Gesellschaften hinein habe ich vor sieben Jahren ein Buch mit dem Titel „Der lange Abschied von der weißen Dominanz“ geschrieben. Es reflektierte die Veränderungen während meiner eigenen Lebenszeit seit den Tagen, als in meiner Schulklasse nur Kinder mit beige-braunen Haaren saßen. Und war von der Hoffnung getragen, es könne ein reflektiertes Abschiednehmen geben, nach 500 Jahren europäischer Dominanz.

Rasante Veränderung globaler Rangordnungen

„Das Wort Abschied setzt voraus, dass es Handelnde gibt. Andernfalls wäre nur von der Vertreibung aus der weißen Dominanz zu reden, ein Prozess, der ohnehin im Gange ist. Ich möchte zu einem tätigen Abschiednehmen ermuntern und zum Annehmen von Neuem, ohne Furcht“, schrieb ich damals.

Das Logo der taz: Weißer Schriftzung t a z und weiße Tatze auf rotem Grund.
taz debatte

Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Die turbulente Entpuppung einer Einwanderungsgesellschaft steht in Zusammengang mit größeren Fragen, die unser Weltbild und unserer Bild von uns selbst betreffen, denn die Vorstellungen vom Eigenen und vom Fremden sind gleichermaßen Fantasien über unseren Platz auf dieser Erde, ob bewusst oder unbewusst: „Weiße Europäer und Europäerinnen müssen heute einen historischen Abstieg verkraften, und sie werden das hoffentlich tun, ohne in Faschismus zu verfallen.“

Der Begriff Faschismus schien damals noch gewagt und irgendwie fern. Sieben Jahre später ist mein Buch nicht mehr im Handel und sein Thema brennender denn je.

Zwischen den beiden zurückliegenden Wahlwochenenden, die als schicksalhaft für Deutschland hochgejazzt wurden, tagte der BRICS-Gipfel in Neu-Delhi. 20 Staaten, die mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung vertreten, einigten sich dort auf einen umfangreichen politischen Katalog. Nicht die USA oder die EU brachten Derartiges zuwege, sondern Indien. Ganz offenkundig ändern sich Rangordnungen und Prioritäten, und die Schnelligkeit, in der das geschieht, verläuft wie eine Parallelkurve zum rasanten Aufstieg der AfD.

Opfersein als wirkmächtigste rechte Identitätspolitik

Und doch wird bei uns der globale Moment kaum zur Erklärung herangezogen. Lieber stochert man in früheren Zeiten herum, borgt sich bei Hegel den Begriff der „unbestimmten Negation“ zur Analyse des Wählerhirns. Nur wenige sehen klarer. Die Philosophin Eva von Redecker spricht von der Verteidigung eines „Phantombesitzes“: Gekränkte Besitzansprüche seien in Wirklichkeit „Überlegenheitsansprüche, die auf vergangene Herrschaft verweisen“. Ähnlich sieht es der Politikwissenschaftler Ingar Solty: Der Absturz des Westens und der Aufstieg Chinas verursachten eine Kränkung des kollektiven Narzissmus.

Opfersein ist die wirkmächtigste rechtsradikale Identitätspolitik; sie rechtfertigt die eigene Verrohung und macht aus Aggression einen Akt der Notwehr. Deshalb liegt heute latent Gewalt in der Luft bei denen, die sich aus der geistigen Geografie einer weißen Überlegenheit vertrieben fühlen – sie mag in der eigenen Fantasie immer noch so überproportioniert aussehen wie auf einschlägig verzerrten Landkarten, deren Korrektur die Vereinten Nationen gerade beschlossen haben.

Der Widerstand gegen Migration fungiert bei all dem, um einen freudschen Begriff zu variieren, als Deck-Ressentiment für alles unbegriffen Rumorende – weshalb die AfD vor allem in Gegenden mit wenig Zugewanderten reüssiert. Das Geraune von der Remigration schürt die Illusion, die Verhältnisse seien wenigstens im nationalen Maßstab reversibel. Doch für die Wiedererlangung verlorener globaler Bedeutung gibt es nicht mal ein hypothetisches Rezept. Und wenn die Parteien der sogenannten politischen Mitte versprechen, unsere Privilegien aus einer angestammten imperialen Lebensweise zu verteidigen, dann verschieben sie damit nur die notwendige mentale Anpassung an neue Realitäten.

Die Tatsache, dass jene Weltverhältnisse, die ein beträchtlicher Prozentsatz der Deutschen zurückhaben will, unwiderruflich verloren sind, wird wie ein schmutziges Geheimnis behandelt. Ein ehrlicher Antifaschismus müsste dreimal am Tag eine simple Wahrheit verabreichen: Es gibt kein Zurück in ein Zeitalter westlich-weißer Dominanz. Und wer davon träumt, täte besser daran, seine oder ihre Energie in die Bildung der eigenen Kinder zu stecken, um sie fit zu machen für eine Welt, in der es keineswegs mehr à priori von Vorteil ist, weiß zu sein.

Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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12 Kommentare

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  • Frauke Z

    Der Text wirft internationale Konkurrenz, ein geopolitisches Thema, Rassismus und "Angst vor Überfremdung", eine kulturelle Frage, in einen Topf. So ist auch keine brauchbare Schlussfolgerung zu erwarten. Dass es Überschneidungen geben kann, ist klar - überschneidungsfreie Themen gibt es nicht, wenn Menschen im Spiel sind.



    Zum Beispiel gehören zur globalen Hackordnung immer Verschiebungen - endgültige Verzichte hat es hingegen nie gegeben. China, Indien, die arabische Welt waren alle schon einmal global führend - und sie haben ihren einstigen Macht nie "Abschied genommen", wie die Autorin schreibt, sondern auf die nächste Gelegenheit, die Spieß umzudrehen, hingearbeitet, der für China und Indien längst gekommen ist. Es ist weltfremd und widersinnig, von Europa etwas anderes zu erwarten.



    Ein weiteres Beispiel:



    Wenn Europas Bedeutung abnimmt, bedeutet das nicht automatisch, dass viele Nichteuropäer nach Europa wollen. Eher im Gegenteil: Immigration ist gerade ein Zeichen für den eben doch noch vorhandenen Status Europas. Bedeutungsverlust anzuerkennen kann gerade auch mit Isolationismus einhergehen. Von solchen Erwägungen ist nicht einmal ansatzweise die Rede.

  • Miles

    Ein kluger Beitrag und wichtiger Denkanstoß. Danke schön!

  • Uwe Kulick

    Unsere Finanzpolitik hält mit der Entwicklung nicht mit: Lieber strafft der Staat die Leistungen für Pflegestufe I, anstatt flexibel zu reagieren in noch teureren Bereichen: Es wurde ein Sondervermögen für die Bundeswehr gestiftet. Nun könnte man als Verteidigungspolitiker mit Herz und Verstand - wie man Pistorius unterstellt zu sein - anerkennen, dass in Sachen Hightech-Waffentechnik auf dem aktuellen Stand strategischer und taktischer Kriegführung sich eine dramatische Preissenkung ergeben hat: Drohnen! So könnte man ein paar Milliarden einsparen und aus dem Sondervermögen zurückführen in die Rücklagen des Bundes. Das gäbe genug Geld, um die Pflege nicht durch Einsparungen zu ramponieren - um nicht das Abstiegsgefühl einer, also unserer westlichen Gesellschaft unnötig zu verstärken. Oder um ein Programm zur nachhaltigen Sanierung von wirklich wichtigen Verkehrswegen wie der Rheintalstrecke schneller und sicherer zum guten Erfolg zu bringen, damit die Langsamkeit des Projektes "Wirtschaftswachstum, soweit notwendig", nicht noch jahrzehntelang EU-weit ausbremst!

  • Joachim Petrick

    Ein ehrlicher Antifaschismus ist ein Weltdemokratismus in allen gesellschaftlichen Bereichen Parteien, Politik, Kultur, Kirchen, Sportverbänden, Stiftungen, Medien, Gewerkschaften Wirtschaft für Transparenz in Bilanzen, asymmetrischen Währungsparitäten im Welthandel, der nicht vor Werkstoren von Unternehmen einknickt, sich offensiv in universaler Solidarität Klarheit auf die Fahnen schreibt, die Zinslast der Sucht von Bedeutungshoheit unserer Regierungen in der Petrodollar Gas-, Kohle, Öl-, Uran-Kontrakt fakturierten Wel, zahlen die zivilen Mehrheitsgesellschaften in Deutschland, Europa seit Berliner Kongokonferenz 1885/1885 über die Aufteilung Afrikas unter europäischen Großmächten mit Demokratie-, Sozialabbau im mörderisch rekrutiertem Oszillieren zwischen Friedens-, Vorkriegs-, Kriegs-, Zwischenkriegs-Aufrüstungszeiten, die sich im Freund/Feind, Gläubiger-/Schuldnerstaat Schema rasend rotierendem War Kreditkarussellen unterwerfen deren Zugluft zum wehenden Mantel der Geschichte postfaktisch umdeuten aufgeladen in Social Media im TINA Prinzip unterwegs sindwhatever it takes an FED, EZB Quanitativem Easing, unverkäuflich gewordene Staats-, Privat-Unternehmensanleihen aufzukaufen

  • Reinhardt Gutsche

    Dominanzen

    Zitat: "Es gibt kein Zurück in die Zeit westlich-weißer Dominanz. Antifaschismus muss die notwendige mentale Anpassung an die neuen Realitäten vermitteln."

    Ein nachgerade spektakuläre Analyse für eine zum XXL-Spektrum gehörende Plattform wie die Taz. Man fühlt sich an alte Tage erinnert. Vielen Dank also.

    Ergänzend bzw. konsequent geschlußfolgert müßte die „mentale Anpassung“ die politische zur Folge haben: Dieser zutreffend registrierte Schwund der „westlich-weißen Dominanz“ in der Welt, von Frantz Fanon schon vor einem halben Jahrhundert beschworen, steht in hysterisch anmutendem Kontrast zur doktrinalen Akrobatik des Europäismus und seinen Ersatzkriegsschauplätzen, wie er vom Karls-Preis-Europa und seiner einer Brüssler exekutivlastigen Zentralmacht immer inbrünstiger verkündet wird, nachdem sich die US-Eliten von diesem Okzidentialismus gelöst und auf ihre Kernmission zurückgezogen haben, im politischen Mix von Korruption und Erpressung unverdrossen auf Kosten der übrigen Welt in Saus und Braus zu leben.

    In der Tat, die „westlich-weißer Dominanz“ ist obsolet und kann auch nicht mit einem seit Jahrhunderten erträumten Sieg über den Kreml restauriert werden.

  • DiMa

    Die Betrachtung der Autorin halte ich für grundlegend falsch.

    Die Frage des Einflusses Chinas auf das hiesige Leben würde ich nicht daran bemessen, wie hoch die Direktinvestitionen sind, sondern danach, wie hoch der Anteil an Konsumprodukten (einschli. Autos) auf dem deutschen Markt ist. Damit gehen Kapital und Wertschöpfung verloren. Für den Einfluss braucht es keine Direktinvestitionen.

    Und den persönlich empfundenen Verlust des Heimat- und Gesellschaftsgefühls würde ich nicht zwangsweise mit Ausländerfeindlichkeit oder rechter Hetze oder rechter Identitätpolitik gleichsetzen. Da wir von Menschen mit Migrationshintergrund keine Assimilierung abverlangen haben wir halt unterschiedliche Parallelgesellschaften. Durch die Heterogenität fehlt es zwischenzeitlich an einer Grundlage für eine einheitliche Gesellschaft. Direkte Folge ist die Auflösung der sogenannten Mitte und die Konzentration aufs ich.

    Erstaunlich zutreffend ist die Analyse der Autorin dann doch allenfalls im letzten Satz ("Energie in die Bildung der eigenen Kinder"). Es wird doch schon sehr viel in die Bildung der eigenen Kinder gesteckt. Nur was mit den anderen Kindern passiert interessiert allenfalls periphär.

  • Šarru-kīnu

    Die Weltverhältnisse sind den meisten doch völlig egal. Die immer älter werdende Bevölkerung trauert einfach den Verhältnissen ihrer Kindheit hinterher. Klingt psychologisch erstmal noch relativ normal für mich. Das viele der derzeitigen Veränderungen nicht zwangsweise positiv bewertet werden müssen, ist auch nicht außergewöhnlich.



    Die AfD reüssiert auch nicht da wo es besonders wenige Migranten gibt, sondern dort wo es viel Abwanderung und Armut gibt. Das zuzugeben kommt vielen Linken natürlich niemals über die Lippen, weil es ein Eingeständnis beinhaltet, dass wir es heute meist nicht mit links gegen rechts sondern mit einem Konflikt reiche, liberale und urbane Eliten vs arme Landbevölkerung zu tun haben.



    Wir haben jetzt hier seit 2015 inzwischen einen Ausländeranteil über dem deutschen Durchschnitt und gewählt wird trotzdem AfD. Ist dieses überhebliche Narrativ wirklich nicht tot zu kriegen? Nach der Logik dürfte es ja auch in der diversesten Region der Menschheitsgeschichte dem Nahen Osten nur Friede, Freude und Eierkuchen geben, haben die uns doch Jahrtausende an Erfahrung im Zusammenleben aller möglichen Gruppen voraus. Irgendwie scheint das ja aber nicht der Fall zu sein?

  • Tazilo

    Wenn die Ablehnung von Migration nur ein Phantomschmerz aufgrund des Verlust der weißen Weltherrschaft ist, warum gibt es dann Fremdenfeindlichkeit in allen möglichen Weltgegenden, von Südafrika bis Japan? Überhaupt nicht in die Analyse einbezogen, wird der Umstand, dass sich ein hoch ausgebauter Sozialstaat zwar gut mit Arbeitsmigration, schlecht allerdings mit massenweiser Zuwanderung in Sozialsysteme verträgt. Auch von realen Problemen von Kriminalität, Überlastung des Schulsystems, importiertem Islamismus und Judenhass und anderem hier kein Wort. Auch und gerade „nichtweiße“ Länder achten bei der Einwanderung sehr genau darauf, dass ihre eigene Kultur und Lebensweise sich unter der Einwanderung nicht verflüchtigt - und warum sollte das böse sein? Bei solchen Artikeln habe ich manchmal das Gefühl, der Westen soll sich nun als Strafe für seine jahrhundertelange Vorherrschaft am besten möglichst schnell verflüchtigen. Im übrigen steuern gerade klassische Einwanderungländer ihre Einwanderung sehr bewusst und egoistisch und dann, aber auch nur dann, kann das gut funktionieren.

  • amigo

    Wer der Illusion einer vergangenen westlich-weißen Dominanz hinterherträumt, verkennt die globalen und gesellschaftlichen Realitäten unserer Zeit. Der Versuch, diese alten Privilegien mit völkischer Hetze und autoritärer Machtpolitik zurückzuerlangen, ist der eigentliche Treibstoff des modernen Faschismus.



    ​Ein zeitgemäßer Antifaschismus muss daher genau hier ansetzen: Er muss das Bewusstsein dafür schärfen, dass Vielfalt und globale Gleichberechtigung unumkehrbar sind. Doch mentale Einsicht allein reicht nicht aus, wenn die Grundlagen unserer freien Gesellschaft direkt angegriffen werden.



    ​Gegen die drohende faschistische Unterwanderung braucht es entschlossenen Widerstand auf allen Ebenen – in den Kommunen, auf der Straße, im Kultur- und Bildungsbereich sowie in den Institutionen. Wir dürfen der rechtsextremen Raumgewinnung keinen Millimeter nachgeben. Die Zukunft gehört einer pluralistischen, solidarischen Gesellschaft, und wir werden sie mit allen demokratischen Mitteln verteidigen!

  • Bolzkopf

    Die Angst vor dem Fremden ist ein Urinstinkt - und lässt sich durch Freundschaft und positive Erfahrungen beseitigen.

    Aber ganz sicher nicht dadurch, dass Begriffe wie "Gefährder"



    "Clan-Kriminalität" "ausländische Sozialbetrüger" usw ständig durch die Presse getrieben werden.

    Und natürlich: Wenn es um die Verteilung von knappen Gütern geht ist man sich selbst der Nächste - und Fremde umso unerwünschter.

    Wenn man also ein Volk nach rechts rücken will schafft man Mangel und Knappheit.



    Z.B. an Wohnraum, an Ausbildungsplätzen, an Perspektive ...und an Vertrauen in die Zukunft.

    Chapeau liebe Koalition.



    Chapeau !

  • Fran Zose

    Ich teile die These der Autorin nicht. Ich glaube nicht, dass sich das Gros der AfD Wähler eben jener wegen eines globalen Bedeutungsverlustes des Westens zu wendet; dagegen spricht allein schon die Russlandnähe und die Bewunderung für autokratische Regime wie dem Chinas. Auch scheint die AfD und deren Anhängerschaft eher gegen großes Engagement welcher Art auch immer außerhalb Deutschlands zu sein. Es sind wohl eher die Veränderungen vor Ort, der lange Zeit wenig geregelt erscheinende Zustrom von Migranten und das daraus resultierende Gefühl des Kontrollverlustes, welcher der AfD zu ungeahnten Höhenflügen verhilft. Das macht deren Aufstiege keines Falls besser, aber mir scheinen halt die Beweggründe anders als von der Autorin vermutet.

  • zartbitter

    Punkt 7 Erklärung der Brics - Staaten



    =



    ""Wir bekräftigen unser Bekenntnis zur Stärkung des Multilateralismus und der Multipolarität sowie zur Wahrung des Völkerrechts, einschließlich der Ziele und Grundsätze der UN-Charta als unverzichtbarer Grundlage, und zur zentralen Rolle der UN im internationalen System.""



    =



    Russland knüpft an die Expansionspolitik des Zarenreichs und den sowjetischen Machtanspruch in Osteuropa an. Russland setzt auf militärische Gewalt, offene Interventionen und auf die Verletzung des Völkerechts,.....



    =



    China beruft sich auf das traditionelle Selbstverständnis als historisches „Reich der Mitte“ mit einem zentralen Herrschaftsanspruch in Asien und in der Welt.



    China agiert weniger durch direkte militärische Eroberung, sondern nutzt ökonomische Instrumente wie die Neue Seidenstraße , um Infrastrukturprojekte weltweit zu finanzieren und Länder in wirtschaftliche Abhängigkeit zu bringen.



    =



    Im südchinesischen Meer und gegenüber Taiwan und anderen Staaten vor allem in der Region zeigt sich ein zunehmend machtbasiertes, ultraagressives militärisches Auftreten.



    =



    Ob gelb, blau, schwarz oder wetss: Sieht so die Verteidigung eines „Phantombesitzes“ aus?