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Rot-grün-rote Sondierungen in Berlin Palästinasolidarische Linke sollten Ja sagen

Jonas Wahmkow

Kommentar von

Jonas Wahmkow

Der Kompromiss zum Thema Antisemitismus schmeckt einem Teil der Berliner Linkspartei nicht. Dabei ermöglicht er Kritik an Israel und bietet eine riesige Chance.

N ach tagelangen Verhandlungen haben sich Spit­zen­ver­tre­te­r:in­nen der Linken, der Grünen und der SPD in Berlin auf einen gemeinsamen Umgang mit Antisemitismus geeinigt. Der Weg ist frei zu echten Sondierungen – und somit das vorläufige Scheitern einer links geführten Koalition zunächst abgewendet. Doch die Zugeständnisse, die dem palästinasolidarischen Teil der Linken in dem dreiseitigen Dokument abverlangt werden, sind groß. Zugleich bietet die Erklärung die Chance, Palästinasolidarität aus dem Schatten des Antisemitismusvorwurfs in den politischen Mainstream zu bringen.

Blickt man auf die acht Punkte genauer, wird schnell klar, dass es SPD und Grüne um weit mehr geht als um die Bekämpfung von Antisemitismus. Vielmehr ist das Dokument eine umfassende Positionierung, wie sich ein möglicher Berliner Senat im Israel-Palästina-Konflikt verhalten soll.

So steht nicht nur die Unverhandelbarkeit des Existenzrechts Israels in dem Papier, sondern auch die Ablehnung eines Boykotts israelischer Hochschulen: einer Forderung, der sich – angesichts der systematischen Verstrickungen israelischer Hochschulen in den Genozid in Gaza – viele Berliner Pro­fes­so­r:in­nen angeschlossen hatten.

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Zusätzlich sieht die Vereinbarung einen Ausbau von Polizei und Verfassungsschutz vor, was nicht anders als ein Festhalten am repressiven Vorgehen des derzeitigen schwarz-roten Senats zu deuten ist.

Mit den vereinbarten Punkten wollen SPD und Grüne die palästinasolidarischen Kräfte in der Linken möglichst konkret einhegen. Diese sehen das Papier als weiteren Versuch, Kritik an Israel zu unterdrücken.

Der Kompromiss bietet die Chance, endlich konstruktiv über Gaza und Israel zu reden

Doch der Kompromiss bietet auch eine große Chance, endlich konstruktiv über Israel und Palästina zu sprechen, ohne dass die Debatte von Antisemitismusvorwürfen erstickt wird. Die im Beschluss vorgesehene Abgrenzung von der Hamas und anderen Gruppen, die Terrorismus als legitimen Widerstand gegen die israelische Besatzung ansehen, ist dafür eine dringend notwendige Voraussetzung.

Raum für Kritik

Die Vereinbarung lässt dabei noch genügend Raum für Kritik an Israel. „Eine Zusammenarbeit mit […] Akteuren, die […] die Gewaltspirale weiter antreiben, schließen wir hingegen entschieden aus“, heißt es in dem Dokument. Genau genommen dürfte dieser Passus nicht nur für Hamas und PLFP gelten, sondern auch für Israels Armee und Mitglieder von Netanjahus Regierung. Auch eine Ansiedlung von israelischen Rüstungsunternehmen, wie derzeit in Berlin geplant, scheint fragwürdig, wenn man die Punkte des Papiers ernst nimmt.

Diese klar abgesteckten Rahmenbedingungen könnten zum ersten Mal eine Parlamentsdebatte darüber ermöglichen, ob Berlin politische Konsequenzen aus den systematischen Menschenrechtsverletzungen der israelischen Regierung ziehen will. Daher täte die palästinasolidarische Linke gut daran, sich an diesen Kompromiss zu halten.

Jonas Wahmkow

Jonas Wahmkow

Schreibt Geschichten aus dem Spätkapitalismus. Redakteur für Arbeit, Wirtschaft und Care im Berlin Ressort.
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44 Kommentare

  • Holger Götz

    Habe ich wirklich die richtige Partei gewählt? Dass es diese Probleme, insbesondere in Neuköln und Kreuzberg, gibt, wusste ich. Für mich steht / stand die Linke für soziale Gerechtigkeit und Menschlichkeit. Was bitte hat Israel, bzw. Palästina mit der Politik in Berlin zu tun?

  • Wunder Wunder

    Mal ganz trocken sachlich gefragt:



    Was ist am politischen Konzept Palästina eigentlich links ?



    Welche Akteure, welche Aktionen, welche gesellschaftlichen Konzepte?

    • Oma

      @Wunder Wunder:

      Linke Folklore seit den 60er und 70er Jahren, damals waren auch viele Sozialdemokraten wie Palme oder Kreisky mit von der Partie. Man schwärmte damals für alles, was irgendwie Befreiungsbewegung war, sogar für Pol Pot und die Rhoten Khmer. Inzwischen haben die meisten ihre Mao-Bibel eingemottet und den rassen nicaragua-solidarischen Kaffee, der in den 70er-Jahre-Studenten-WGs üblich war, würde heute auch keiner mehr runterkriegen. Sich vom Che-Guevara-Poster zu trennen, war schon viel schwerer, das ist so kitschig-schön. Der Jubel über Khomeinis iranische Revolution blieb hingegen zumindest einigen linken Frauen recht bald im Halse stecken. Aber auf irgendwen muss man seine Revolutionsträume projizieren können und da bleiben ja nur Bewegungen, denen bislang kein Erfolg beschieden war. Aus der Konkursmasse der DDR kamen zusätzlich Antizionismus und die Ablehnung des Staates Israel als imperialistisches Konstrukt hinzu.



      Sachliche Betrachtung ist eher schwierig, wenn es um emotionale Bedürfnisse geht.

    • Janix

      @Wunder Wunder:

      Nix.

      Links mag dabei seit jeher universale Prinzipien statt Privilegien.



      Linksliberal mag wohl allgemeine Rechtsprinzipien statt Macht und Willkür.



      Dann mag linksmensch schon mal kritisch gegenüber Israels Handeln sein und sich nicht mit "Staatsräson" (ursprünglich sehr rechter Begriff, eigentlich) betäuben.



      Palästina und Palästinensern eben auch Rechte zugestehen. Dass eine Demokratie dort nicht von Israel und Iran gleichermaßen kaputtgemacht wird.

      Wäre das aber für Rechts-Mitte nicht erstrebenswert? Doch, doch. Ein lebensfähiges souveränes Palästina sollte eigentlich bei allen auf der Liste stehen. Oder eben endlich ein fairer Staat für alle. Strikt nationalistisch gilt ja als nicht so links.

  • OndaOnda

    Rosa-Rot-Grün, das ist doch DIE Chance, aber natürlich mit Kompromissen auszuhandeln. Hoffentlich kriegen die das hin.

  • Janix

    Ich hätte gerne die Unterschrift aller CDU-Parlamentarier in Berlin, dass niemand wieder Antisemitismusbekämpfung mit Selbstbedienungsprojekten verwechselt.

    Es war tollkühn von der Union, ausgerechnet das Thema hochzuspielen. Die Angst vor Maßnahmen gegen Wohnungskonzerne muss tief stecken.

    • Deep South

      @Janix:

      Das Thema hat die Linke schon selbst hochgespielt. Ich hab keine Union oder Bild gebraucht, um zu erkennen, dass die Berliner Linke ein nicht unwesentliches Problem in den eigenen Reihen hat. Und beim Thema, mit den Finger auf Andere zeigen, hat ganz offensichtlich nicht nur die Union ein ausgeprägte Schwäche.

      • Janix

        @Deep South:

        Ich erkenne zumeist Kampagnen schon, wenn sie mal von da, mal von dort gespielt werden.

        Der Linken wünsche ich, Israel genauso zu betrachten wie andere Länder, nicht gnädiger, nicht härter. Wünsche ich anderen Parteien auch.



        Ist für Berlin, Land irrelevant, und die Beschlusslage ist auch klar.

        Die Union in Berlin hat das Thema Antisemitismus, wenn es wirklich mal um den geht und nicht nur um einen wohlfeilen Schutzmantel für Netanyahu, missbraucht, um ihren Kumpels unverhohlen Geld zuzuschieben, die eben dieses Ziel nicht verfolgten. Vielleicht auch ein Grund für die jetzige Lage.

        Daher hätte ich an Unions statt nicht die ultimative Waffe gezückt (siehe das Corbyn-Manöver), sondern etwas, wo ich nicht so splitternackt selbst dastehe.

        • Deep South

          @Janix:

          Ich glaube ich hab jetzt hier oft genug deutlich gemacht, dass ich dieses "aber die CDU" für dem Thema unwürdig und unerwachsen halte. Wenns um die Verfehlungen der Union geht, dann kritiser ich die Union. Hier ist aber die Linke und die Verfehlungen in deren Reihen das Thema. Und was BILD, Union und Kosnorten daherbrabbeln interessiert micht nicht die Bohne.

          • Janix

            @Deep South:

            Doch, doch, Sie haben die Augenhöhe m.E. beachtet.



            Der Trick ist ja, es nicht nur von der Bild kommen zu lassen.



            Bevor ich hier in eine Schublade komme: Laschet war m.E. auch Kampagne.



            Und da muss man nicht zu 100 % draufspringen, das lenkt von dem Wichtigen zu sehr ab oder soll das Wahlergebnis nachträglich drehen.

  • Jo Lang

    Sollte die Linke ja sagen ? Erinneren wir uns doch, Berliner Senat unter Giffey, SPD, 2021-2023, SPD, Grüne Linke. Dieser Senat hat dann die angekundigte Verleihung der Otto-Hahn-Friedensmedaille an Navanethem Pillay abfesagt wegen Antisemitismus, dieselbe Pillay die nun gerade den Friedensnobelpreis erhalten hat. Mögliche Schlussfolgerungen: 1) Linke sagt ja, es war vorher ja auch so 2) Linke sagt ja, Berlin ist eben Deutsche Provinz und der Senat weiss es besser als das Norwegische Nobelkomitee, 3) die Katze lässt das Mausen nicht.

  • Éljen a Magyar

    Irgendwie erinnern diese Ideen von Banaszak und Krach fatal an Franz von Papen und Alfred Hugenberg - die waren auch der Meinung, man könne radikale Kräfte "einrahmen" und "zähmen", wenn man mit ihnen erst einmal eine Regierung gebildet hätte.

    Das Ergebnis - auch und gerade für Juden - ist bekannt!

    • Deep South

      @Éljen a Magyar:

      Bei aller berechtigten Kritik an den antisemitischen Tendenzen und Ausfällen innerhalb der Linken, ist der Vergleich der Linken mit der NSDAP einfach nur geschmacklos und geschichtsvergessen.

      Ich bin völlig dabei, dass die Partei unzureichend mit diesem Problem umgeht und Typen wie Kilani, Bruns oder Kozak nichts in politischer Verantwortung zu suchen haben. Der Partei aber das Potential und die Bestrebungen der Nationalsozialisten zu unterstellen, ist der gleiche überdrehte Unfug von der andern Seite. Das hat mit sachlichem Diskurs nichts mehr zu tun.

      • Jutta57

        @Deep South:

        Stimme Ihnen zu, was den überdrehten Unfug angeht, aber bin doch etwas irritiert. Wenn, wie Sie ja selbst schreiben, bei der Linken dieses antisemitische "Problem" herumtendiert, (oder weniger skandalös aber genauso perfide: antizionistisches Problem) mit dem die Partei zudem nur unzureichend umgeht, dann würde ich gerne wissen, ob wir nun eine zweite Brandmauer benötigen. Nun gut, es gibt diesen lesenswerten 5-Punkte-Plan, der vermutlich von einer schlechten KI geschrieben wurde. Ich befürchte, die Afd hätte das überzeugender geschrieben.

    • Joe Schmoe

      @Éljen a Magyar:

      Hat Ihnen jemand ein Hufeisen an den Kopf geworfen?

  • Axel Berger

    > wie sich ein möglicher Berliner Senat im Israel-Palästina-Konflikt verhalten soll.



    Was hat ein Berliner Senat mit Palästina zu tun? In der Politik und Verwaltung gibt es Ebenen und Zuständigkeiten. Ich erwarte ja auch nicht vom Bundeskanzler, sich um die Ampelschaltung in meinem Dorf zu kümmern. Der Berliner Senat könnte sich ja zur Abwechslung auch einmal für Berlin interessieren. Dafür, daß er das nicht tut, reichen wenige Minuten nach Überschreiten der Stadtgrenze.

    • MarsiFuckinMoto

      @Axel Berger:

      Das eigentliche Problem ist doch, dass überhaupt erst solche Gespräche und Verabredungen geführt werden müssen, weil eine der Parteien es seit Jahren (siehe Parteitag der Berliner Linken 2024) nicht schafft, sich angemessen gegenüber dem Antisemitismus aus den eigenen Reihen abzugrenzen. Mit „Palästina“ hat das erstmal herzlich wenig zu tun, hier geht es (leider) um eine grundsätzliche Haltung, welche bei einer der beteiligten Parteien zumindest mal fragwürdig ist.

      • Axel Berger

        @MarsiFuckinMoto:

        Es ist vollkommen normal, mit manchen Leuten, mit denen man auf einem Gebiet zusammenarbeiten oder sich in anderer Weise austauschen will oder muß, zu anderen Themen und Lebensbereichen diametral gegenüberzustehen. Das gilt selbst für Freunde und Familie. Diese Verschiedenheit nimmt man zur Kenntnis und spricht die Themen ohne Not nicht an.



        Eine Gesellschaft, in der jeder nur noch mit Clones seiner selbst kommuniziert, ist nicht lebensfähig. Ein Berliner Kommunalpolitiker wird nicht für die Außenpolitik gewählt und nicht dafür, in lokal sachbezogenen Ausschüssen die reine und wahre Lehre auf jedem Gebiet durchzusetzen. Seine Pflicht ist, Ordnung in eine verlotterte, heruntergekommene und überschuldete Stadt zu bringen. Damit wäre er ausgelastet genug, wenn er die Aufgabe denn annähme und nicht als Podium der Selbstdarstellung mißbrauchte.

  • Semon

    Was geht die Stadtregierung von Berlin, der Konflikt zwischen Israel und den Palestinensern an? Wo sind die Prioritäten von Parteimitgliedern der Linken in diesem Fall? Die erste Enteigung eines Wohnungskonzerns durchsetzen und die Mietpreise für die Berliner stablisieren oder Positionierung in einem Konflikt auf den die Berliner genau NULL Einfluss haben?



    Die ganze Diskussion, das ganze CDU-Sperrfeuer, geht um Enteignung und wie man diese verhindert. Glaubt etwa jemand dem Kanzler sei Israel wirklich wichtig? Vieleicht als Abnehmer deutscher Waffen.

    • Francesco

      @Semon:

      Was die Stadtregierung etwas angeht, ist die Sicherheit der Juden in der Stadt.

  • vieldenker

    Ob die Palästinafrontkämpfer der Linken sich wirklich aus strategischen Gründen einhegen lassen, wird man nicht in Beschlüssen, sondern nur in der kommenden Realität sehen. Zweifel sind da aufgrund der Vergangenheit durchaus angebracht.

  • Sommerflieder

    Jawoll! Kritik an Netanjahu und der jetzigen israelischen Regierung ist gerechtfertigt. Diese gibt es ja sogar in Israel. Das hat aber nichts mit Antisemitismus zu tun. Alle Menschen sind willkommen - solange sie niemandem etwas schlechtes antun oder gar einen Krieg anzetteln.

  • Nachtsonne

    Wohin soll diese Koalition führen, wenn die Linke Positionen, die Selbstverständlichkeiten für SPD und Grüne sind, nicht oder nur viertelherzig zustimmen kann. Mit erscheint die Linke wenig regierungsfähig und zur demokratischen Mitte gehört die Berliner Linke mitnichten.

    • Joe Schmoe

      @Nachtsonne:

      Ja, wohin soll das führen, wenn die Linke den deutschen Rechtsruck nicht mitmachen will?



      Für SPD und andere Scheinlinke sind nationalistische Bekenntnisse und Autoritarismus eine Selbstverständlichkeit, denn die demokratische Mitte ist abgedriftet.

  • Fran Zose

    Warum werden Terrorverherrlicher immer noch als palästinasolidarisch geframed? Niemand hat ein Problem damit, wenn Menschen ihre Solidarität mit Palästina ausdrücken, nur muss dass doch bitte möglich sein ohne Terror zu verherrlichen, die Existenz Israels in Frage zu stellen oder hiesige Juden zu bedrohen. Ich möchte meinen, das sollte an sich nicht so schwer sein aber offensichtlich überfordert es dann doch mehr Menschen als man denkt. Auch die ständige Wiederholung des Genozidvorwurfs gegenüber Israel macht diesen dadurch nicht wahrer.

    • Éljen a Magyar

      @Fran Zose:

      Richtig!

      Am Yisrael Chai!

    • Francesco

      @Fran Zose:

      Die Leugnung macht ihn aber auch nicht falsch

    • Semon

      @Fran Zose:

      "Terrorverherrlicher" bei diesem Framing ist wohl jede diskussion mit Ihnen sinnlos.



      Wenn sie gegen Verstalllichungen sind, dann sagen sie das doch.

    • Petar Stefanac

      @Fran Zose:

      Vielen Dank!

  • Philippo1000

    Real existierende Demokratie



    Nun wird sich zeigen, ob "die Linke" regierungsfähig ist.



    Die Parteispitzen haben ein schlüssiges Konzept gegen Antisemitismus erarbeitet.



    Falls die Partei "die Linke" dem nicht zustimmen sollte, würde sie schlicht unter Beweis stellen, dass sie nicht regieren möchte.



    Eine bequeme Vorstellung für Jene, die immer gerne die Schuld bei Anderen suchen.



    Wer allerdings gestalten möchte, muss sich mit der real existierenden Demokratie in Deutschland zufrieden geben.



    Außenpolitik ist kaum die Aufgabe des Berliner Senats.



    Nachdem nun grundsätzlich die Möglichkeit zur Zusammenarbeit geschaffen wurde, müssen noch dicke Bretter gebohrt werden.



    Anspruch, Kompetenz und Pleite sind so einige Problemchen, die eine mögliche Koalition bearbeiten muss.



    Dass MV bei einer möglichen Koalition der gleichen Parteien deutlich weiter ist, sollte Berlin Ansporn sein.



    Dabei plant MV deutlich mehr Bürgerbeteiligung, Sozialstaat und Wirtschaftsförderung.



    Dinge, die für die Berliner Verhandlung noch in weiter Ferne liegen.



    Ich wünsche Berlin ein demokratisches Bündnis.



    Die Beteiligten stehen in der Verantwortung unsere Hauptstadt als demokratische Alternative zu regieren.

  • Sikasuu

    Der Kompromiss zum Thema Antisemitismus schmeckt einem Teil der Berliner Linkspartei nicht. Dabei ermöglicht er Kritik an Israel und bietet eine riesige Chance.



    ----



    Wie viel Einfluss hat eine Landesregierung auf Außen- & Verteidigungspolitik des Bundes? NULL!



    Also, was sollen diese "Scheindebatten" um dieses Thema.



    Es gibt eine Partei, bei der das wirklich notwendig diskutiert werden muss! Siehe SA, uva. Bundesländer!



    Kritik an dem Staat & der Regierung "Israels" & Antisemitismus sind 2 paar Schuhe!



    Mein Fazit: Ich finde es lächerlich, wie sich in Berlin die Parteien an einem "Scheinproblem" aufzureiben scheinen, aber das "Grundlegende" dabei aus dem Auge verlieren!



    Brummt Sikasuu



    Ps. Berlin braucht eine solidarische, soziale, umweltfreundliche, nachhaltige Politik!



    Ist DAS den Beteiligten nicht klar? Wollen die Berlin der CDU oder den Alternaiven überlassen?

  • Janix

    Auch von der jetzigen israelischen Regierung dabei mal den Verzicht auf ihren Terrorismus gegen Zivilisten zu fordern wäre folgerichtig, das sehe ich.



    Und dass, wer universal denkt, Palästina und Palästinensern natürlich entsprechend Rechte zugestehen wird und sich nicht von Springer auf Israels Netanyahu allein einkasten lässt

    Die auf Landesebene wirklich herzlich gerinrelevante Frage wurde jetzt hochgekocht und darf ab jetzt auf kleinerer Flamme laufen. Das ist eher etwas für den Bund, wo aber eine universal orientierte Betrachtung ebenfalls ausreichen wird.

    • Günter Witte

      @Janix:

      Es wäre dann auch folgerichtig den Verzicht auf Terrorismus gegen Zivilisten durch Putin/Russland in der Ukraine zu fordern. Nur hier kommt von den Linken null. Und Warum ? Weil man mit dem Thema (Pro) Ukraine keine Wahlen gewinnt !

  • Thomas O´Connolly

    Ich mag ja nicht orakeln, aber wenn es nicht klappt die Linkspartei Basis wieder auf demokratisch verträglich und koalitionsfähig einzunorden, dann ist vermutlich die einzige Chance dahin den Durchmarsch reaktionärer Kräfte im Bund zu stoppen.

    Mir schwahnt Böses, und mir ist zum Kotzen, weil in der Partei scheinbar sehr viele absolut gewillt sind alles, aber auch wirklich alles ihrer subjektiv erlebten Ohnmacht, ihrer Wut und den damit verbundenen persönlichen Interessen zu opfern.

    Das hat mit Sozialismus NICHTS zutun!

    • Moritz Pierwoss

      @Thomas O´Connolly:

      Bei welchen Parteien ist denn bitte der Sozialismus gerade koalitionsfähig, und ich meine das gerade nur auf die Themen Arbeit und Wirtschaft bezogen. Die Grünen und SPD haben sich, wie Sie fordern, angepasst und tragen Sozialkürzungen und Wiederaufrüstung mit, ohne an den Verhältnissen etwas ändern zu wollen.

  • Jalella

    Sich von Vernunft und Menschenrecht zu verabschieden, um sich der rechten Hetze zu beugen, ist/wäre ein zu großer Preis. Es wird sich erweisen, dass Wahrheit und Nachdenken wieder mal den Kürzeren ziehen werden.



    Entweder hilft Aussitzen der rechten Hetzkampagne, oder wir sind alle verloren und die Rechten gewinnen auch hier wieder.



    Sonst könnten wir in Berlin den Präzendenzfall erleben, den die Immobilienlobby und andere so sehr fürchten, dass sie diese Scheiße angeworfen haben. Es hängt von der Denkfähigkeit der Menschen ab => wir sind vermutlich verloren.

  • Kommen Tier

    Die Unterstellung hier ist, daß die humanistische Linke nicht "palästinasolidarisch" ist. Diese brutale politische Rhetorik gibt einen Vorgeschmack darauf, was für eine Art von Regierung wir nach dem "Spätkapitalismus" zu erwarten haben -- und das hat die Geschichte auch schon oft genug gezeigt.

  • Bürger L.

    Es wäre Fatal, wenn die Chance eines Rot Rot Grünen Politikwechsels für Berlin an der Israel/Palästina Frage scheitern würde.

    Ein Berliner Senat unter Führung der Linken hätte auch eine Signalwirkung für künftige Landtags- oder Bundestagswahlen.

    Eine Partei, die auf Regierungsverantwortung verzichtet, weil sie intern uneinig über ihre Haltung zu Palästina und Israel ist, würde vermutlich bei künftigen Wahlen massiv an Wähler*innen Stimmen verlieren.

    Gerade jetzt, wo der Kampf gegen erstarkende rechte Kräfte in Deutschland dringender gebraucht wird als je zuvor, wird es auch auf die Linke als starke Kraft in den Parlamenten und wenn möglich auch in Regierungsverantwortung ankommen.

    • Strolch

      @Bürger L.:

      Der Streit zeigt eher das an den Vorwürfen gegen die Linke was dran ist.

    • fm817398

      @Bürger L.:

      Wenn die Verhandlungen scheitern, dann doch wohl an den Wahlverlierern Grüne und sPD, die sich der Hetzkampagne von Springer und CDU angeschlossen haben. Wenn es Neuwahlen gibt, kann ich mir durchaus vorstellen, dass grüne und vor allem SPD dafür abgestraft werden und nicht die Linke, wenn diese ihrer Linie treu bleibt. Zu wem sollten die wähler den wandern? Niemand, der die Linke gewählt hat, ist für mehr Polizei. Und ob Kooperationen mit zionistischen Hochschulen beendet werden, sollte der oder die künftige Wissenschaftssenator*in entscheiden.

  • Jonas Baliani

    Eine defakto Fortsetzung der Repression gegen jegliche Palästinasolidarität inkl. Ablehnung von Sanktionsforderungen gegen Israel scheint klar aus dem Papier heraus. Die Linkspartei ist von jungen Leuten und Migranten nicht dafür gewählt worden so Teil der Staatsräson zu werden. Stattdessen sollten sich SPD und Grüne endlich damit auseinander setzen warum ihre Wähler*innen zur Linken übergelaufen sind.

  • Andi S

    Wenn ich schon wieder die Diskussionen sehe, nachdem die Einigung veröffentlicht wurde, ist es wahrscheinlich nicht mal das Papier wert, auf dem es geschrieben wurde.

    Eine Koalition mit der Linken kann ich in Berlin nicht empfehlen. Es wäre eine bundesweite Belastung für SPD und Grüne…

    • Moritz Pierwoss

      @Andi S:

      Die können dann ja weiter exakt die gleiche Politik der "Mitte" betreiben, welche die AfD groß gemacht hat.

      • charly_paganini

        @Moritz Pierwoss:

        Dafür müsste die Mitte ja erstmal Politik machen. Das ist doch das Problem, es wird kaum Politik gemacht. Und linke Politik ist in Deutschland auch nicht mehrheitsfähig, war es noch nie. Selbst ein Willy Brandt würde nach heutigen Maßstäben von vielen Linken als nicht links angesehen. Die Leute wählen ja nicht die AfD weil die Linke leider nicht regiert...wäre mir zumindest neu.