Bayerntrainer im Krankenhaus: Ungesundes Arbeitsethos
Bayerntrainer Vincent Kompany wurde früh beigebracht, dass er als Schwarzer mehr arbeiten muss als andere. Nun ist er beim Training zusammengebrochen.
Foto: Angelika Warmuth/reuters
E s sind immer schwierige Zeiten für Fußballfans, wenn der Trainer des FC Bayern nicht nur fähig und kompetent ist, sondern obendrein noch ein sympathischer Mensch. Es müsste eine Regel geben, dass beim FCB nur Menschen arbeiten dürfen, die aus Prinzip an roten Ampeln ihre Vorderleute anhupen.
Nun ist Vincent Kompany ganz sicher kein solcher Mann, sondern ein zurückgenommen wirkender, zugewandter, empathischer Mensch, der obendrein so wirkt, als wäre ihm das ganze Rampenlicht um ihn herum furchtbar unangenehm.
Fachlich ist Vincent Kompany ohnehin über jeden Zweifel erhaben, aber was ihn darüber hinaus auszeichnet, ist seine Fähigkeit, auch jenseits des Platzes geradeaus denken zu können. Im Mai 2026 wurde er darauf aufmerksam gemacht, dass sein Kollege José Mourinho rassistische Herabwürdigungen einer seiner Spieler verharmlost hatte.
Anders als andere Kolleg*innen duckte er sich nicht etwa weg oder verlor sich in Allgemeinplätzen, sondern improvisierte eine zwölfminütige Rede, die gleichermaßen klar wie warmherzig war, und die mit zum Besten gehört, was an antirassistischen Statements aus dem Bereich des Fußballs gekommen ist die letzten Jahre.
Auszeichnung von Söder
Unter anderem für diese Rede wurde ihm der Preis des Bayerischen Ministerpräsidenten zuerkannt; ausgerechnet, möchte man sagen, angesichts der immer mehr überhandnehmenden Rassismen aus den Unionsparteien. Auch das schafft Kompany: vom bayerischen Oberkulturkämpfer für seine Wokeness ausgezeichnet zu werden.
Aktuell fehlt Vincent Kompany an der Seitenlinie: Er ist binnen kurzer Zeit zweimal zusammengebrochen und wird in einer Klinik behandelt. Er selbst hat nach dem ersten Kollaps den Verdacht geäußert, er habe eine Virusinfektion verschleppt. Genaueres ist nicht bekannt und muss auch nicht bekannt sein.
Zum Hintergrund gehört aber sicher die Geschichte, die Vincent Kompany einst von seiner blonden und blauäugigen Mutter erzählte: Die hatte ihm gesagt, Menschen mit anderer Hautfarbe hätten es doppelt so schwer in dieser Gesellschaft, einen Job zu finden. Und deswegen habe er den Entschluss gefasst, doppelt so hart zu arbeiten.
Das Leistungsethos im Profisport hat sicher nicht geholfen, diese zutiefst ungesunde Grundeinstellung abzumildern. Auch nicht geholfen hat, dass auch von der Politik diese Art der Selbstzerstörung nachgerade gefördert wird: Noch gibt es keinen Preis für Leute, die mit dem Arsch zu Hause bleiben, wenn sie krank sind – obwohl angesichts der ganzen Peitschenhieb-Rhetorik aus den Unionsparteien dazu inzwischen auch Courage gehört.
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