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Ausschreitungen nach Gen-Z-Protesten Und wieder als fremd markiert

Yağmur Ekim Çay

Kommentar von

Yağmur Ekim Çay

Unionspolitiker machen das „migrantische Millieu“ für Ausschreitungen in Frankfurt verantwortlich. Kein Wunder, dass sich die ständige Ausgrenzung in Wut verwandelt.

W ie lange bleibt man ein Migrant? Diese Frage müssen sich migrantisch gelesene Personen seit Jahrzehnten stellen. Laut den Aussagen von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und dem hessischen Innenminister Roman Poseck (CDU) ändert offenbar auch ein deutscher Pass nichts daran, dass man für immer Migrant bleibt.

Denn Dobrindt und Poseck machten eine für sie ganz selbstverständliche Unterscheidung: Diejenigen, die an den Ausschreitungen nach den Gen-Z-Protesten am Wochenende beteiligt gewesen seien, hätten zwar überwiegend die deutsche Staatsbürgerschaft, gehörten aber zu den „Chaoten aus dem migrantischen Milieu“.

Das ist letztlich das, was CDU-Politiker seit Jahren mit Begriffen wie „kleine Paschas“ oder einem „Problem im Stadtbild“ kommunizieren und mittlerweile noch offener aussprechen: Egal, in welcher Generation ihr seid und welchen Pass ihr habt, ihr gehört eben nicht dazu.

Der gute Migrant ist unsichtbar

Frankfurt ist eine migrantische Stadt. 58 Prozent der Bevölkerung haben eine Einwanderungsgeschichte. Hier hat man längst verstanden, dass man in einer Migrationsgesellschaft lebt und migrantische Menschen selbstverständlich zum „Stadtbild“ gehören. Noch absurder ist, dass Poseck diese Aussagen am Sonntag neben dem Frankfurter Oberbürgermeister Mike Josef trifft, der selbst eine Fluchtgeschichte hat.

Also, wer soll dieses „migrantische Milieu“ genau sein? Wer ist damit gemeint? Stellte man dies am Samstagabend bei Polizeikontrollen anhand des deutschen Passes, der Familiengeschichte oder der Hautfarbe fest? Und warum wird ein Großteil der Frankfurter Stadtgesellschaft unter Generalverdacht gestellt?

Für die jungen Menschen aus Frankfurt ist es ein weiterer Schlag ins Gesicht, wenn dabei vom „Zeil-Klientel“ gesprochen wird, die Rechtsbrüche begehe und teilweise gewaltbereit sei. Gemeint sind damit offenbar auch migrantische Menschen, die sich am Wochenende auf Frankfurts Einkaufsmeile, der Zeil, treffen und dort Spaß haben. Denn hier wird klar: Die guten Mi­gran­t:in­nen sind offenbar diejenigen, die in ihren Vierteln bleiben, unsichtbar sind und ihren Spaß woanders haben, damit die sogenannte Mehrheitsgesellschaft möglichst nicht mit ihnen konfrontiert ist.

Was in Frankfurt am Wochenende passiert ist, war teilweise brutal. Es ist erschreckend, wie Frankfurts Einkaufsmeile am Wochenende ausgesehen hat und, dass nun viele Ladenbesitzer mit finanziellen Konsequenzen rechnen müssen.

Als Antwort darauf will die hessische Polizei Männer aus dem „migrantischen Milieu“ noch stärker in den Fokus nehmen. Es ist längst bekannt, dass die Frankfurter Polizei ein Rechtsextremismusproblem hat. Dass es in Frankfurt nun aber noch mehr Racial Profiling geben wird, ist nicht nur juristisch fragwürdig. Es stellt sich auch die Frage, welches Problem damit gelöst werden soll.

Migration soll alles erklären

Diese stark diskriminierende Politik, rassistischen Aussagen sowie Kontrollen tragen gerade nicht dazu bei, dass sich junge migrantische Menschen als Teil dieser Gesellschaft fühlen. Im Gegenteil: Sie verstärken das Gefühl, ausgeschlossen und diskriminiert zu werden. Denn seit Jahren wird eine ganz klare politische Linie verfolgt: Möglichst viele gesellschaftliche Probleme, von fehlenden Zahnarztterminen bis hin zu Antisemitismus sollen sich offenbar ganz einfach mit Migration erklären lassen.

Dazu kommt, dass migrantische Menschen, die sich in den vergangenen Jahren an propalästinensischen Demonstrationen beteiligt haben, häufig pauschal kriminalisiert und ihre Anliegen ignoriert wurden. Man darf eben auch nicht vergessen, dass viele Jugendliche in Frankfurt damit aufgewachsen sind, dass vor sechs Jahren in Hanau ein Rechtsextremist neun Menschen ermordet hat. Die Ermordeten gehörten ebenfalls zu den Menschen, die heute wohl unter das fallen würden, was als „Zeil-Klientel“ bezeichnet wird.

An jenem Abend versuchte Vili Viorel Păun, die Polizei zu erreichen, blieb jedoch ohne Hilfe und starb. Für Hamza Kurtović hatte es tödliche Konsequenzen, dass der Notausgang in der Arena Bar verschlossen war. Was bei den Hinterbliebenen, aber auch bei vielen jungen Menschen nach all den Jahren hängen geblieben ist, ist die Erkenntnis: Ein Rassist kann sie ermorden, ohne dass die notwendigen Konsequenzen folgen und tatsächlich jemand Verantwortung übernimmt.

Es ist keine Überraschung, dass diese Menschen irgendwann das Gefühl verlieren, politisch repräsentiert zu werden. Wer sie ständig kriminalisiert und ihnen das Gefühl gibt, nicht dazuzugehören, sollte sich nicht darüber wundern, wenn sie sich irgendwann tatsächlich nicht mehr als Teil dieser Gesellschaft verstehen.

Yağmur Ekim Çay

Yağmur Ekim Çay Korrespondentin

taz-Korrespondentin für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Davor Reporterin bei der Frankfurter Rundschau. Ausgezeichnet 2024 mit dem Hessischen Journalistenpreis sowie 2023 vom medium magazin als eine der “Top 30 bis 30”.
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153 Kommentare

  • hedele

    Die Entfremdung betrifft nicht nur die Migranten selbst. Auch ich, der ich viele Fälle von seltsamen Kontakten zwischen Migranten und Polizei sowie Jugendamt habe, vertraue beiden Behörden nicht mehr so recht, sondern versuche im Zweifel Probleme nun erst einmal auf andere Weise zu lösen.



    Letztlich ist das ein langsamer Zug Richtung Faustrecht.



    Die ständigen seltsamen Kommentare von CDU-Politikern verstärken diesen Effekt noch. Denn man sieht deutlich, dass sie sich weit von der Realität in unserem sozialen Umfeld entfernt haben. Vielleicht klingen solche Kommentare in Berlin-Reinickendorf, Köln-Bergheim, München-Bogenhausen noch normal. Für den Rest ist es eher schwer zu verstehen.

  • Abdurchdiemitte

    Würde mal jemand benennen, welchen Stadtquartieren z.B. Frankfurts die jugendlichen Randalierer überwiegend entstammen, wäre schnell klar, dass die Ursachen dieser Gewalt sozialer und nicht ethnisch-kultureller Natur sind.



    Die Markierung ‚migrantischer‘ Gewalttäter durch den Bundesinnenminister wäre dann zwar nicht falsch, wurde aber zur Ursachenanalyse anregen: woher diese Gewalt kommt, wie sie entstanden ist. Und darüber, warum sie lediglich als ein Phänomen bestimmter Millieus gelesen wird.



    Aber das will Herr Dobrindt bestimmt als allerletztes anregen.



    Die Aussonderung dieser Gewalt als ,kulturfremd‘ verwischt die Tatsache, dass Gewalt auch immer der eigenen Kultur (oder was man dafür hält) inhärent ist. Das Fremde ist das Eigene, was man nur nicht wahrhaben will.



    Es ist eigentlich so einfach: Ursachen (soziale Deprivation) und Folgen (Jugendkrawalle) liegen hier so dicht beieinander wie nie. Niemand spricht jedoch über die zugrundeliegenden Probleme und möchte sie angehen - jedenfalls nicht diejenigen, die davor zurückschrecken, als linksextremistisch gebrandmarkt zu werden.

  • Wanderin

    Das Problem ist doch, dass vieles nach Putins Interessen verläuft, der D von mehreren Seiten bereits in die Zange nimmt. Einen Schalter für die späteren sozialen Verwerfungen hat, meines Wissens, im Prinzip der Russland-Lobbyist Gerhard Schröder verlegt, indem er die deutsche Wirtschaft extrem abhängig von billigem russischen Gas und somit zum Spielball Putins machte. Nach dem Angriff auf die Ukraine und dem Wegfall billiger Energie stiegen die Preise. Trump, ein weiterer Putin- Verbündeter, kündigt die Sicherheitsgarantien auf. Es folgen Rekord-Verschuldung und Proteste aufgrund mangelnder Zukunftsinvestitionen, die vom Boulevard im Sinne der Afd ausgeschlachtet werden. Die Afd, der andere Aussenposten von Putin in der deutschen Politik, profitiert von den sozialen Konflikten, die der andere Arm Putins schon vorbereitet hat.

    Die martialische Selbstinszenierung beim Thema Aufrüsten bringt gar nichts, wenn wir gleichzeitig diese Partei und ihre Putin-Nähe verharmlosen, normalisieren und ihre vergiftete Rhetorik übernehmen. Das kann nicht im Sinne des Gemeinwohls und unserer Zukunft sein.

  • curiouscat

    Wieso wird so dolle auf Gemeinsamkeiten geguckt aber das Geschlecht ist völlig ohne Belang? Weil aggressive, gewalttätige Männer Alltag sind? Wieso wird dieses Verhalten nur von bestimmten Gruppen von Männern als schlecht gesehen. Fußball Fans die totale Randale machen und Polizei angreifen sind okay aber das nicht?



    Die Polizei, ja auch eher männlich, sollte sich, wenn sie schon in verschiedenen Merkmalen Ursachen für Verhalten sehen, mal in die eigene Hose fassen. Sozusagen. Männer sind das Problem. Aber nicht Mal weil Männer per se so sind sondern weil sie so gemacht werden und so ein Verhalten bei weißen Jungs sogar heute noch als normal und erträglich abgetan wird.



    AfD, CDU tun alles dafür dass Männer weiterhin so sein werden.



    Die Ausschreitungen sind ein erneuter Einschlag. Epstein, Pelicot, Ulmen. Alles klare Konsequenzen. Nur das es diemal nicht Frauen trifft.

  • Deep South

    Ehrlich gesagt bin ich maximal gelangweilt, von dem vorhersagbaren geframe, das da von allen seiten betrieben wird. Es sind die zweiten der gleichen Medallie, wenn irgendwelche Innenmister oer Polizeifunktionäre pauschal von einem diffusen "migrantischem Milieu" sprechen oder auf der anderen Seite die Polizei und Rassismus immer an allem Schuld sind. Jedes mal das Gleiche. Bei den Silvesterkrawallen, bei der Stuttgarter Krawallnacht, bei den Übergriffen auf der Domplatte.



    Das ist beiderseits schlichte Verweigerung sich der Problematik inhaltlich zu stellen. Jeder kann sehen, dass es sich bei den Randale-Bildern aus Frankfurt und Köln großteils um Menschen aus einem bestimmten Umfeld handelt. Es gibt davon unzählige Videos auf Social Media. Dass diese Leute nicht für bessere Bildung pündern und randalieren, oder weil die Polizie vor Ort war, ist doch eine Binse.







    Die Frage, die man sich stellen muss ist was treibt diese Menschen in gewaltbereite Milieus, wie gelingt eine bessere Integation, was hat Social Media Erlebnistourismus damit zu tun und wie kann man solche Szenen in Zukunft verhindern.

    Die Lösung liegt zumindest mal nicht in den immergleichen plakativen Zuschreibungen.

  • mwinkl02

    Selbst wenn etwas dran ist, ist es mehr als mies sämtliche Menschen mit einem Migrationshintergrund pauschal in einen Topf zu werden. Von den 6 Zahnärzten in meiner Praxis haben 4 einen nicht urdeutschen Namen. Vielleicht haben sie aber auch einfach den Namen angeheiratet. Ein Generalverdacht aber trifft irgendwie alle. Ich muss mich daher fragen ob sich es hier um gezielte Stimmungsmache einer 5. Kolonne der Re-Migrationsbefürworter handelt.



    Vermutlich ist es aber ganz einfach. . Anstatt die Probleme der Jugend zu themarisieren und darauf einzugehen ist es natürlich viel einfacher über diese Gewalttäter zu reden.

    • DiMa

      @mwinkl02:

      Und wieso kommen Sie bei der Aussage "Chaoten aus dem migrantischen Millieu" darauf, dass damit alle Menschen mit Migrationshintergrund unter Generalverdacht stehen?

      • hedele

        @DiMa:

        Ersetzen Sie das Adjektiv mal, z.B. "Chaoten aus dem sozialdemokratischen Milieu". Schwups fühlt man sich in die Kaiserzeit zurückversetzt. Solche pauschalen Zuschreibungen helfen einfach null bei der Strafermittlung. Das heißt nicht, dass Sozialdemokraten keine Verbrechen begehen.

      • Abdurchdiemitte

        @DiMa:

        Vielleicht, weil das NAHELIEGEND erscheint angesichts des aktuellen innenpolitischen Klimas hierzulande?



        Obwohl ein Teil meiner Altvorderen um 1900 aus Polen in die Region an Rhein und Ruhr eingewandert ist, würde doch niemand auf die Idee kommen, mich oder meine Kinder als ‚migrantisch‘ zu lesen, obwohl sie an Jugendprotesten teilnehmen.



        In Anlehnung an Grönemeyers Song: ab wann ist ein ‚Migrant‘ ein Mensch?

      • Sonderzeichen

        @DiMa:

        ...und mittlerweile hat der Herr Dobrindt das ja auch ein Stück weit eingesehen und die Aussage auf Chaoten aller Art erweitert.



        Immerhin.



        Noch schöner, und einem Innenminister angemessen, wäre es wenn er sich den vorverurteilenden Reflex nächstes Mal einfach verkneift.

      • nihilist

        @DiMa:

        Ja, was verbindet denn wohl das migrantische Milieu? Und wieso ist das nicht das chaotische Milieu, wenn ja nur Chaoten gemeint sind?

      • Auweiowei

        @DiMa:

        Sie können es gerne mal selber ausprobieren:

        Anstelle von 'Menschen mit migrantischem Hintergrund' setze ich 'Menschen aus dem migrantischen Milieu' und daraus mache ich 'Chaoten aus dem migrantischen Milieu'.



        Mit diesem einfachen Taschenspielertrick



        wird aus einer harmlosen Aussage mithilfe von zwei negativ aufgeladenen Begriffen - 'Milieu' und 'Chaoten' - eine explosive Mischung im Sinne von: 'Menschen aus diesem Milieu sind eben oft - Chaoten!'

        Und so wird aus einer sachlichen Bezeichnung eine unsachliche, suggestive Verallgemeinerung.

      • Sonderzeichen

        @DiMa:

        >> Als Antwort darauf will die hessische Polizei Männer aus dem „migrantischen Milieu“ noch stärker in den Fokus nehmen.

      • Janix

        @DiMa:

        @ DiMa, Gegenfrage: Was ist "das" "migrantische Milieu"?

        @MWinkl: Was sehen Sie als die Probleme der Jugend, und ließe sich auch da differenzieren? Kind Klatten hat vielleicht andere als Kind Meier.

        • Astrid Sehnefeld

          @Janix:

          Ein Milieu bezeichnet allgemein das soziale, kulturelle oder physische Umfeld, in dem eine Person lebt, aufwächst - so die Definition der Bundeszentrale für politische Bildung.



          Wer also im sozialen, kulturellen oder physischen Umfeld von Migranten aufwächst gehört zum migrantischen Milieu.



          Wie kann man das nicht verstehen 🤷



          Links macht hier ein Fass auf wo keines ist - aber irgendwie muss man ja den Spin hinkriegen, dass Dobrindt und Merz Rassisten sind.



          Es ist wie immer 🙄 - es wird erbittert über das wording gestritten und debattiert. Die tatsächlichen Probleme der Gewaltausbrüche und mutmaßlich daran beteiligten Personen bleiben wiedereinmal auf der Strecke.



          Am Ende stehen auch wieder alle überzeugt da, dass sie mit ihrer Meinung im Recht sind.



          Das Problem für links ist halt dabei, dass bundesweit der Zuspruch der Rechten deutlich höher ist als der der Linken.



          Und das Pendel schlägt seit Jahren kontinuierlich weiter rechts aus.



          Man muss deswegen nicht rechte Positionen übernehmen, aber man könnte nach ein paar Jahren schon mal kapieren, dass man so zu keinem Stich kommt 🤷



          Die Lernkurve ist links nicht besonders hoch was Strategie und Taktik betrifft.

  • Thomas O´Connolly

    Zur Wahrheit gehören nun allerdings auch die Teile jener Wahrheit die man unangenehm findet oder die sich nicht auf den ersten Blick mit der eigenen Weltsicht vertragen.

    • Sonderzeichen

      @Thomas O´Connolly:

      Was heißt denn "unangenehme Teile der Wahrheit"?



      Migranten sind Menschen. Manche Menschen begehen Straftaten. Straftaten müssen geahndet werden. Unabhängig davon ob jemand Migrant oder... ja was eigentlich? Einheimischer ist? Weißer ist? Sein Leben lang in Deutschland lebt? Einen deutschen Pass hat?



      Und genau da haben wir den Punkt: diese Markierung ist eine Nebelkerze und ein Spaltkeil der Art die uns AfD und CSU/CDU permanent vor die Füße werfen. Nichts sonst. Blabla in Reinform.



      Kein Mensch behauptet Migranten wären Engel. Aber "verstärkt Migranten ins Visier nehmen"? Wieso verdammt noch mal? Nur weil einem Herrn Dobrindt gerade mal wieder nichts dümmeres einfällt? Ja wirklich nicht! Dieses Dummgeschwätz kann er sich dort hinschieben wo es hergekommen ist. Und da darf es auch bleiben.

  • FtznFrtz

    Die Politik macht auch hier wieder eine schlechte Figur.



    Natürlich sind die Gewalttaten nicht akzeptabel und müssen streng geahndet werden. Die individuelle Verantwortung muss jeder tragen, ohne wenn und aber.



    Haben eine Vielzahl der Gewalttäter migrantische Wurzeln? Kann sein, nur selbst wenn, was soll das in der Konsequenz heißen? Warum sind diese Menschen so? Weil sie migrantsiche Wurzeln haben? Weil sie nach wie vor in der Gesellschaft benachteiligt sind? Weil sie Teil einer abgehängigen sozialen Schicht sind und kaum Perspektiven zum Aufsteig haben?



    Und: was gedenkt die Politik zu tun außer auf den "starken Staat" zu pochen? Gerade was die Union angeht droht die Macronisierung des Problems. Es passiert etwas, wildes Kreischen nach der harten Hand, sonst passiert: nicht das Geringste.

    • Abdurchdiemitte

      @FtznFrtz:

      Mit ‚Macronisierung‘ treffen Sie den Nagel auf den Punkt. Danke.



      ‚Merzisierung‘ für dir politischen Verhältnisse hierzulande bietet sich indes nicht an - denn mit Merz waren, anders als bei Macron, von vornherein keinerlei Reformhoffnungen verbunden. Er hat sie auch garnicht erst in Aussicht gestellt.

  • Auweiowei

    Es werden gewalttätige Gruppen "als fremd markiert" (Titel), obwohl sie "ihrer Kleidung nach nicht wie deklassierte & marginalisierte Menschen aussehen" (@ Alice Flood), denn es sei eine "Ethnisierung sozialer Probleme" (@Kölner Keller) zu beobachten - und @Klaus Baumgart spricht den "sozialökonomischen Status" an...

    Mir scheinen solche Beobachtungen auf das zentrale Problem hinzuweisen, das wir ins Auge fassen sollten: 'Klassismus'.



    Er überschneidet sich mit Rassismus, ist aber noch etwas anderes. In anderen Spachen ist er besser greifbar, wenn z.B. ein Verkehrsteilnehmer einen anderen, der ihm den Parkplatz wegschnappt, angreift mit "Es usted de mala clase!"

    Diese Art von 'Klassenkampf' gibt es so bei uns nicht. Sie steht aber hinter Merzens Aufschrei ('Stadtbild'...) ebenso wie hinter den 'migrantisch geprägten Gruppen', mit denen man/frau sich partout nicht gemein machen will - weil man/frau sich 'für was Besseres' hält. Es geht um sozioökonomische Abgrenzung - und dazu sind uns alle Mittel (auch die der pauschalen Diffamierung) recht.

    • Auweiowei

      @Auweiowei:

      Ergänzungen:



      Der Begriff 'Klassismus' ist im Deutschen nicht geläufig. Er gehört aber zu 'Klassenbewusstsein', 'Klassenkampf'...



      Die zitierte spanische Ausdrucksweise entspricht ungefähr dem deutschen 'Sie Prolet, Sie!'



      Bei Bertolt Brecht ist der 'Prolet' noch nicht das krasse Schimpfwort.



      Natürlich wollen und können 'gewalttätige Proletarier' heute auch nicht mehr auftreten, als wären sie großgewordene 'Schmuddelkinder'...

  • Frauke Z

    Die Autorin möchte, dass die Familienherkunft von Kriminellen nicht erwähnt wird.



    Dem entspräche, auch bei Betroffenen von Kriminalität oder ungerechter Behandlung kein Wort mehr über Abstammung zu verlieren. D.h. von Rassismus könnte dann im Konkreten und Praktischen keine Rede mehr sein, sondern nur noch von der unfairen Behandlung ohne Überlegungen zur Motivation.



    So wie die Autorin also Scheuklappen beim Thema migrantische Kriminalität fordert, müssten wir auch beim Thema Rassismus tun, als ob wir nicht sähen, was los ist.



    Um es klar zu sagen: Für diesen Deal bin ich nicht zu haben. Ich lege Wert darauf, die Wirklichkeit zu benennen und zu beschreiben, wie sie ist. Da gehören die beiden Phänomene nun einmal leider dazu.



    Nur wäre das grundsätzliche Ausblenden von Herkunft wenigstens konsequent.

    • Klempschwester

      @Frauke Z:

      Hä, steht nicht im Artikel klipp und klar, dass es sich dabei überwiegend um Deutsche handelt?

    • Sonderzeichen

      @Frauke Z:

      Naja bitte, bei Rassismus geht es darum, dass Menschen aufgrund ihrer (vermeintlichen) Herkunft oder ihrer (vermeintlichen) Ethnie vorsätzlich geschadet wird.



      Das will ich bitte verfolgt haben.



      Wenn jemand aber ein Verbrechen begeht dann muss er bestraft werden, und zwar auf derselben Grundlage. Egal welcher Herkunft oder Ethnie er ist.



      Das ist die Unterscheidung den man treffen sollte.



      Oder anders herum: welchen Vorteil sehen Sie darin, einen Menschen der ein Verbrechen begeht nach Ethnie zu kennzeichnen?

      • Walterismus

        @Sonderzeichen:

        Der Vorteil ist, dass wenn die Statistik eine konkrete Häufung bei Straftaten einer bestimmten Gruppe aufweist, dort entsprechend verstärkte Mittel einzusetzen.

        Man ist doch bei Subventionen auch gegen das Gießkannenprinzip und möchte das genau hingeschaut wird um die richtigen zu unterstützen.

        Es wird hier doch nur zum Problem, weil dadurch die AfD sagen könnte "Siehste, wir haben Recht".



        Die Ethnie, das Soziale Umfeld und Herkunft spielen natürlich eine Rolle.

        Wird in jedem anderen Fall ja auch so von linker Seite propagiert. Nur hier will man wegschauen. Nein das passt nicht. Die Wahrheit muss schon benannt werden, auch wenn diese Schmerzhaft ist.

  • Libuzzi

    Dazu kommt in der hessischen CDU und in der hessischen Polizei noch ein Problem mit der Selbstreflexion. Die Eskalation vom Samstag ist nicht die erste, und jedes Mal verläuft sie nach dem selben Schema: Hessische CDU-Politiker (Ministerpräsidenten / Innenminister) + Polizei machen markige Ansagen, die Beamten im Einsatz bekommen daraufhin mächtig eins auf die Fresse.



    Immer wieder dasselbe tun und ein anderes Ergebnis erwarten, so definierte Albert Einstein Wahnsinn. In Deutschland kann man auch sagen: darin besteht CDU-Politik.

    • Josef 123

      @Libuzzi:

      Der gute alte Albert, wofür der alles herhalten muss. Auch wenn er etwas garnicht gesagt hat.

    • Christian Götz

      @Libuzzi:

      Guten Tag, Libuzzi

      wahnsinnig ulkig, immer wieder Albert Einstein ein Zitat zuzuschreiben, obwohl auch nach intensiver Recherche kein Beleg zu finden ist, dass er solches gesagt oder geschrieben hat.



      Was die inhaltliche Analyse der CDU angeht, würde ich leider auch widersprechen wollen. Die CDU erwartet mit dem immer gleichen politischen Handeln gar kein anderes Ergebnis, als das von ihr angestrebte: Gesellschaftliche Spaltung in Klassen verbunden mit national-patriotischem Gemeinsinn. Beides jeweils situationsgerecht angewandt im Sinne der Wohlhabenden.



      Das war nur für eine sehr kurze Phase anders und hat das kurzlebige Ahlener Programm hervorgebracht, das unter anderen Konrad Adenauer sehr schnell wieder abgeräumt hat.

  • Manuel Im

    Dieses reflexartige Relativieren in den Kommentaren ist zunehmend schwer erträglich. Natürlich waren auch Deutsche ohne Migrationshintergrund beteiligt. Aber macht das andere automatisch unschuldig? In zahlreichen Videos sind Menschen zu sehen, die einen Migrationshintergrund haben könnten. Auch das muss man benennen dürfen, ohne gleich unter Generalverdacht zu geraten. Natürlich lässt sich die Herkunft nicht am Aussehen zweifelsfrei erkennen.

    Wer Rechtsstaat und Demokratie verteidigen will, muss Straftaten konsequent und unabhängig von der Herkunft der Täter verurteilen. Wer hier mit zweierlei Maß misst und bestimmte Tätergruppen reflexartig in Schutz nimmt, macht sich unglaubwürdig. Genau diese selektive Empörung ist das Problem.

    • hedele

      @Manuel Im:

      Das sagt doch niemand, dass Migranten netter behandelt werden sollen. Nur gleich, das genügt schon.



      Es kann ja nicht sein, dass jemand auf dem Weg zum Bäcker in einen Wasserwerferstrahl gerät, nur weil er zufällig schwarz ist, dass arabisch aussehende Jugendliche x-fach am Bahnhof kontrolliert werden, während ich als Weißer nur ein freundliches Nicken abbekomme, dass alle schwarzen Mütter hier in Münster offenbar unter dem Generalverdacht stehen, sie könnten ihre Kinder sowieso nicht ohne ständige Begleitung einer sozialpädagogischen Familienhilfe erziehen, dass Menschen sich auf der Polizeiwache unter dem Gelächter der Polizisten nackt ausziehen müssen, nur weil sie ins Beuteschema passen, dass die Anzeige eines Inders, Opfer von Unfallflucht geworden zu sein, schon gar nicht aufgenommen wird, weil "das alles sehr komisch klingt". So etwas verletzt mich als Bürger auch und verunsichert mich.

    • Janix

      @Manuel Im:

      Das könnte ein Ergebnis sein.

      Verzerrungen in der Wahrnehmung erkennen, benennen und korrigieren. Die gibt es leider, vgl. Kahneman, aber auch diverse Diskriminierungsstudien.



      Auf gleiche Chancen achten.

      Zugleich Menschen nach ihrem Handeln einschätzen, nicht nach Herkunft, Religion, Hautfarbe, Orientierung wasauchimmer. Im Guten wie im Schlechten.

  • Manzdi

    Mir werden von der Autorin zu viele Dinge in einen Topf geworfen.



    Meines Wissens haben die CDSU-Politiker pauschal gewalttätige Menschen mit Migrationshintergrund und Linksextreme genannt. Beides sind Pauschalisierungen, die ein politisches Ziel verfolgen, nämlich den AfD-Ton gegen Migranten übernehmen und die politisch Linken zu diskreditieren. Beides ist undifferenziert und Bedarf einer Klarstellung und das gilt auch für den Artikel hier.

    Zu verurteilen ist die bodenlose Gewalt und die hat zunächst nichts mit Migration oder Links zu tun, sondern mit Menschen die destruktiv sind, aus welchen Gründen auch immer.

    Bei all den Berichterstattungen rund um die Proteste ist der Fokus auf die Krawalle zu dominierend. Viel zu kurz kommt das Anliegen der vielen friedlich Protestierenden und vor allem die Thematisierung der eigentlichen Ursachen. Die Gewalt geht von den Eliten aus, die die Spielregeln nach ihren Interessen lenken. Dieses führt zu einer immer weiter spreizenden Vermögensverteilung. Die öffentlichen Kassen sind leer, während Vorstände großer Konzerne ihre steuervermeidenden Shareholder auf Kosten der Gesellschaft bedienen und immer vermögender machen.

    • Sonderzeichen

      @Manzdi:

      Es sind zwei verschiedene Themenbereiche die aber eng verbunden sind.



      Diese "Migranten sind Schuld"-Nummer ist ein Ablenkungsmanöver und soll verschleiern, was Sie gerade aufgeführt haben.



      Was die Autorin des Artikels beschreibt ist aber ebenfalls zutreffend und wichtig, denn es wird hier Spaltung betrieben. Machiavellismus. Machterhalt.



      "Die Migranten" auf der einen Seite, "die Deutschen" auf der anderen. Wenn diese Gruppen sich gegenseitig die Köpfe einschlagen dann kann an der Macht bleiben wer gerade an der Macht ist. Es wird keinen geeinten Widerstand geben.



      Das zu erkennen ist ebenfalls wichtig. Könnte theoretisch natürlich auch auf alle anderen Gruppen angewendet werden - und wird es ja auch. Migranten, Obdachlose, Arbeitslose, Teilzeitarbeiter, Frauen, Schwule, Queers, Gewerkschafter, "faule" Arbeiter - es ist doch immer die gleiche Leier.



      Nicht den Kopf verdrehen lassen. Wir kriegen das schon zusammen hin.

  • pumble

    Wann ist da eigentlich die Grenze zur Volksverhetzung erreicht?

    Im StGB heißt es ja unter anderem "Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, [...] (2) die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er eine vorbezeichnete Gruppe, Teile der Bevölkerung oder einen Einzelnen wegen dessen Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet, [...]"

    • DiMa

      @pumble:

      Die Aussage „gewaltbereite linke Gruppen und Chaoten aus dem migrantischen Milieu“ verallgemeinert nichts, sondern es sind ganz klar bezeichnete Tätergruppen. Es geht nicht um alle "Linken" und auch nicht um alle "Migranten".

      Weshalb sollte dann der Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt sein? Oder verkürzen Sie die Aussagen bewusst bzw. unbewusst?

      • Alex_der_Wunderer

        @DiMa:

        @ DiMa



        Es geht in der Sache darum, möglichst alle demokratischen Demonstrationen zu verunglimpfen und so zu unterbinden. Es passt einigen rechten und auch rechtsextremistischen Parlamentariern nicht. Wenn die Bevölkerung ihren mehr als Unmut auf den Straßen zeigen. Sobald da bei den Demonstrationen auch nur ein Polizist Gegenwehr erfährt, wird mit Verschärfung, in voller Härte gedroht. Das nenne ich mal ganz saubere Andeutungen von Autokratie, der Wundch danach seine bei einigen " Demokraten " im Parlament, die wohl auf Demokratischen Weg durch Wahlen legitimiert wurden, aber dadurch noch lange keine Demokraten geworden sind.

        • DiMa

          @Alex_der_Wunderer:

          Herr Dobrinth hat zu den Krawallen während den Demonstrationen Stellung genommen und klar zum friedlichen Teil der Demos abgegrenzt. Insoweit wird kein Demonstrant bzw. die Demo selbst verunglimpft.

        • Alex_der_Wunderer

          @Alex_der_Wunderer:

          Ups - Knoten im Satz



          ...[..] von Autokratie, der Wunsch einiger " Demokraten " im Parlament, die wohl auf demokratischen Weg gurch Wahlen legitimiert wurden, aber dadurch noch lange keine Demokraten geworden sind.

      • pumble

        @DiMa:

        Das sind definitiv keine klar bezeichneten Tätergruppen - und es sind verleumdende Anschuldigungen ohne faktische Grundlage, mit dem Zweck diese Gruppen verächtlich zu machen.

        • DiMa

          @pumble:

          Woraus schließen Sie diese Aussage. Herr Dobrindt benennt als Quelle die am Einsatz beteiligten Polizisten. Haben Sie bessere Quellen?

  • gyakusou

    Auf der einen Seite soll es problematisch und rassistisch sein, von einem migrantischen Milieu bei den Tätern zu sprechen (obwohl es sich bei den Randalierern auf den Videos sehr wohl um eine sehr homogene Gruppe handelt).

    Aber auf der anderen Seite sind jungen, migrantische Menschen doch so eine konkrete Gruppe, dass ihnen allen Wut und fehlende Zugehörigkeit zur Gesellschaft zugeschrieben werden.

    • Josef 123

      @gyakusou:

      Ja, die Autorin widerspricht sich.

  • Alice Flood

    Die Autorin hangelt sich entlang der Stereotypen. Ich habe eine Reihe Videos zu den Vorfällen in Frankfurt gesehen. Vielleicht sind sie nicht repräsentativ, aber mir scheint, dass die randalierenden und plündernden jungen Männer ihrer Kleidung nach nicht wie deklassierte & marginalisierte Menschen aussehen (wie man im Soziologen- und Sozialpädagogen-Jargon sagen würde. Hab' ich beides studiert), die am Hungertuch nagen und ihrer Wut über ihre Minderprivilegiertheit & Stigmatisierung Ausdruck verleihen.

    Was mich am meisten erbost, ist, dass diese jungen Männern uns ein paar tausend AfD-Wähler mehr bescheren werden - und sich dessen offenkundig nicht bewusst sind (deren Eltern auch nicht?). Dafür werden sie aber klagen, wenn die "Remigrations-ICE"-Truppen, von denen AfDeppen schon schwadronieren, sie am Schlafittchen packen und wo auch immer hinbringen: Den Bau von "Detention Centers", wie so was in den USA heißt, kriegt man in Deutschland entlang historischer Vorbilder gewiss hin.

    • Libuzzi

      @Alice Flood:

      "Ich habe eine Reihe Videos zu den Vorfällen in Frankfurt gesehen. Vielleicht sind sie nicht repräsentativ, aber mir scheint, dass die randalierenden und plündernden jungen Männer ihrer Kleidung nach nicht wie deklassierte & marginalisierte Menschen aussehen (wie man im Soziologen- und Sozialpädagogen-Jargon sagen würde. Hab' ich beides studiert), die am Hungertuch nagen und ihrer Wut über ihre Minderprivilegiertheit & Stigmatisierung Ausdruck verleihen."

      Ist es dann nicht umso problematischer, dass sie so geframed werden? Und ist es nicht genau das, was der Kommentar thematisiert: Wer auch immer da unterwegs war am Samstag in Frankfurt, welche Probleme wir auch immer haben hier in Deutschland -- es sind die Migranten, die dafür verantwortlich sind. Und wenn wir endlich die ungeregelte Migration wieder in Griff bekommen und diesen nicht integrierten Figuren ordenlich Dampf machen, wird alles wieder gut.

      Mich als "Kartoffel" mag das intelektuelle Niveau der Debatte wütend machen -- dass sich Menschen mit türkischem, albanischem oder serbischem usw. Nachnamen da angegriffen fühlen, sollte nachvollziehbar sein.

    • Wanderin

      @Alice Flood:

      Mal abgesehen von ihren "sozialpädagogisch wertvollen" Unterwerfungs- und Demütigungsfantasien betreffs "klagender" Jugendlicher, die von militärischen Truppen am Schlafittchen gepackt und abtransportiert werden, wie sie so schön szenisch vor Augen führen ... Ihre verkorkste Logik ist die Fortsetzung von "Hätten die Juden sich benommen, wären sie nicht ins Gas gekommen".

      Dem AfD- Wähler wird jede Verantwortung abgesprochen, Schuld haben laut ihrer Sichtweise die migrantischen Communities an der geplanten ethnischen Säuberung.

      Dass eine Tätergesellschaft, die damals gemeinsam Genozid begangen hat und dann beschlossen hat, darüber zu schweigen, -bis es nicht mehr ging-, auch in den Folgegenerationen teilweise nicht ganz richtig tickt und tätersolidarisch denkt, sowie die schwarze Pädagogik nicht komplett aufgearbeitet hat, ist zwar zu erwarten. Aber bei solchen Einblicken hinter die Fassade kommt einem nur das Gruseln.

    • Sam Spade

      @Alice Flood:

      Als studierte Soziologin sollten sie eigentlich gelernt haben, dass eine Klassifizierung allein aufgrund äußerer Erscheinungsmerkmale wenig aussagekräftig ist und sich daraus kaum Rückschlüsse ziehen lassen.

      Besonders junge Menschen kaschieren häufig die sozialökonomischen Verhältnisse durch Statussymbole nach außen. Dazu gehören die Markensneakers ebenso wie das Smartphone.

      Bemerkenswert ist auch die Haltung einer studierten Soziologin, dass die Haltung und Handlungen innerhalb einer Gesellschaft sich daran ausrichten sollten den Rechtsextremen nicht noch mehr Zulauf zu verschaffen. Steile These in der wenig zusammenpasst.

      Gilt auch für den Bezug zur Remigration. Migranten sind nicht derart unwissend, dass ihnen nicht bewusst wäre, das Rechtsextreme in Regierungsverantwortung es generell auf sie abgesehen hätten. Unabhängig von ihrem Verhalten in der Gesellschaft. Wundern über die "Remigrations-ICE"-Truppen" würden sie sich daher kaum, aber vermutlich dagegenhalten.

  • Alex_der_Wunderer

    Die Parlamentarier der Unionsparteien sollten einmal nach diesen rassistischen Äußerungen bezüglich der vielfältigen Teilnehmer mit unterschiedlichen Familienstammbäumen, auf ihr Verständnis von Demokratie überprüft werden. Die Überprüfung sollte mit unserer ganzen Härte unserer Gesetze zum Schutz unserer rechtstaatlichen Demokratie durchgeführt werden, um unsere Demokratie zu schützen, mit voller Härte - aber.

  • BlackCoffeeCat

    Vielleicht können wir Deutsche Migration einfach nicht.



    Die Nazis haben damals was in der deutschen Kultur kaputt gemacht, und wenn ich mir diese Kommentare hier so durchlese, denke ich, in ein paar Jahren wird niemand mehr nach Deutschland kommen wollen und auch niemand mehr jemanden mit deutschem Pass willkommen heißen. Dann sind wir alle Nazis - halt das Volk, das einmal die Idee hatte das Töten zu Industrialisieren.



    Ich hoffe, diese Denkweise wendet sich noch einmal. Leute aus arabischen Ländern sind übrigens sehr herzlich, nett und klug (viele Deutsche sind leider zu weltfremd und verschlossen, um das zu verstehen.).

    • Deep South

      @BlackCoffeeCat:

      Die Behauptung, entbehrt jeder Grundlage.

      Knapp jeder Dritte Deutsche hat einen Migrationshintergrund. Rund 26 Mio Menschen sind nach 1945 eingewandert. Der absolute Großteil davon ist bestens in die Gesellschaft integriert.



      In den letzten 10 Jahren hat Deutschland eine Netto Zuwanderung von 5,4 Mio Menschen und hat 2,5 Mio Menschen eingebürgert, davon allein 625.000 in den letzten beiden Jahren.

      mediendienst-integ...en-in-deutschland/

    • Egil

      @BlackCoffeeCat:

      Ihre Aussagen und die darin fassbare Einstellung ist meines Erachtens genauso mitverantwortlich für die gesellschaftlichen Probleme in Deutschland, wie der fraglos existente Rassismus einiger Mitbürger. Insbesondere Ihre Stereotypien bzgl. "Araber" sind schon nahe am Orientalismus. Bei Menschen aus arabischen Ländern gibt es wie überall solche und solche ("und noch ganz andere, dass sind die Schlimmsten..").



      Desungeachtet ist die deutsche Gesellschaft eine erfreulich diverse, in der Menschen vielerlei Herkunft doch weitestgehend friedlich und verständnisvoll zusammenleben. Das es mit einigen Gruppen von jungen Männern, häufig aus sozial degradierten und religiös determinierten Familienhintergründen erhebliche Probleme gibt, sollte dennoch nicht unter den Tisch gekehrt werden. Eine nachhaltige Lösung dieser Probleme ist nicht zuletzt im Sinne der Mehrheit aller Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland und wichtiger Baustein im Kampf gegen den Vormarsch der Rechtsextremen.

    • Astrid Sehnefeld

      @BlackCoffeeCat:

      Wenn dann bitte den Papst beschuldigen.



      Im November 1095 rief Papst Urban II. auf der Synode von Clermont zur Befreiung Jerusalems und der heiligen Stätten auf.



      Daraufhin zogen unorganisierte Haufen von Armeebeteiligten und Bauern im Frühling 1096 los.



      Auf ihrem Weg durchs Rheintal richteten sie schwere Pogrome an den jüdischen Gemeinden an, bevor sie in Kleinasien nahezu vollständig aufgerieben wurden.



      Der Fürstenkreuzzug begann derweil im Sommer 1096.



      Drei Jahre später gipfelte der Kreuzzug mit der Eroberung von Jerusalem am 15. Juli 1099.



      Bei der Einnahme der Stadt wurde ein massives Blutbad an der muslimischen und jüdischen Bevölkerung angerichtet. Niemand kam davon.



      Spätestens seitdem haben wir Europäer tradierte Ressentiments gegen Muslime und Muslime - völlig zurecht - tradierte Vorbehalte gegen Abendländer.



      Die Nazis haben damit wirklich nichts zu tun, im Gegenteil, die Türkei war wichtiger Wirtschaftspartner und strategisches Pufferland.



      Erst im Februar 1945 erklärte uns die Türkei notgedrungen symbolisch den Krieg, um noch schnell Mitglied der neu gegründeten UN werden zu können.

    • Leuchtathlet J So

      @BlackCoffeeCat:

      -vermutlich ähnlich herzlich, nett und klug wie Leute aus Venezuela, Burkina Faso, Deutschland, Laos usf.....



      Inhaltsleere Pauschalisierungen vernebeln nur den Blick auf das, um das es hier geht.

    • Chris McZott

      @BlackCoffeeCat:

      "in ein paar Jahren wird niemand mehr nach Deutschland kommen wollen" Die Realität zeigt exakt das Gegenteil.

    • Pico

      @BlackCoffeeCat:

      Migration heißt auch: Die Dinge beim Namen zu benennen. Ich finde es richtig, wenn das offen und transparent ausgesprochen wird und eben NICHT unterm Teppich gekehrt wird.

      • Encantado

        @Pico :

        "Migration heißt auch: Die Dinge beim Namen zu benennen. Ich finde es richtig, wenn das offen und transparent ausgesprochen wird und eben NICHT unterm Teppich gekehrt wird."



        Es sei angemerkt, dass Sie damit mit vielen Migranten auf einer Linie liegen.

        • elektrozwerg

          @Encantado:

          Das ist auch meine Erfahrung. Und im Gegensatz zu vielen Deutschen haben diese auch keine Hemmnisse die Probleme beim Namen zu nennen, schliesslich sind viele von ihnen aufgrund dieser Probleme in ihren Heimatlaendern zu uns gekommen.

    • Perkele

      @BlackCoffeeCat:

      Sehr gut! Besonders der letzte Absatz trifft genau ims Schwarze....

      • Moby Dick

        @Perkele:

        Man könnte ihn auch als rassistisch ansehen.

  • Josef 123

    Mich stört hier etwas das gezeigte Verständnis für Krawall und Ausschreitung, und das wieder mal alle ausser den Akteuren selber schuld sein sollen. Die Überschrift könnte auch lauten "Und wieder haben wir uns selbst als fremd markiert" im Sinne von: Wir wollen garnicht Mitglieder dieser Gesellschaft in diesem Land sein.

    Die Vorgänge sind Wasser auf die Mühlen der AFD und sonstiger Rechtsradikalen.

    • Terano

      @Josef 123:

      Sie begehen ein Kategorienfehler, denn welcher Anteil der gesamten Bevölkerung mit migrantischer Geschichte hat diese Taten begangen? Wohl weit unter jeder statistischen Grenze, dass das dann trotzdem als Aussage über die Grundgesamtheit genommen wird, ist statistisch wie auch moralisch unzulässig. Genauso gut, hätte man in dieser Logik auch melden können: Das Problem waren mal wieder Männer, was weder falscher noch hilfreicher wäre als die Markierung "Migrant".

      Soweit Krawall und Ausschreitungen gerechtfertigt werden, teile ich aber die Sorge.

  • Chris McZott

    Das Argument funktioniert in beide Richtungen.

    Weil die Deutschen von den Einwandern als fremd angesehen werden, verhalten sie sich den Deutschen gegenüber aggressiver. Das betrifft ja nicht nur Sicherheits- und Ordnungsbehörden, sondern auch Feuerwehr, Rettungskräfte, Krankenhauspersonal etc.

    • Nicole Knosta

      @Chris McZott:

      Was meinen sie denn mit "Die Deutschen" ?

      Eine Person mit Migrationshintergrund ist in den allermeisten Fällen eine Deutsche Person, mit deutscher Staatsbürgerschaft, deutschen Freunden...

      Sicher gibt es auch Brennpunkt, welche bisher noch nicht integriert werden konnten, meist aufgrund Sozialer Probleme, wie fehlenden Integrationsangeboten oder Integrationshemmnissen wie das Lernen der Deutschen Sprache (Und bevor sie sagen...Tja...Wollen halt nicht lernen...Bedenken sie dass Deutsch eine der schwersten Fremdsprachen ist die jemand lernen kann)

      Noch Viel Mehr Menschen mit Migrationsgeschichte sind aber inzwischen in 2. Oder 3. Generation und sind stolz darauf Deutsche zu sein, sich hier eine Existenz aufgebaut zu haben, und empfinden wie sie behaupten "Die Deutschen" nicht als Fremd, sondern als Mitbürgerinnen und Mitbürger.

      Alles andere zu behaupten bedient rassistische Klischees.

    • ASD

      @Chris McZott:

      Schon klar!!! Ich bin fast 40 Jahre deutscher Staatsbürger…. Trotzdem werde ich vom Bürgerbüro halbwegs gezwungen ein rechtsverbindliches Dokument auszufüllen, ob ich im Jahre 2009-2015 beim Militär eines anderen Staates gedient habe. Ich wollte einfach einen Reisepass abholen. Die Mitarbeiterin wollte mir ansonsten das Dokument nicht aushändigen. Mit über 53 Jahren (geboren in Deutschland)und 39 Jahre deutscher Staatsbürgerschaft werde ich sowas noch gefragt, weil ich Migrationshintergrund habe!!!!!!! Was ist das??? Bb

    • Perkele

      @Chris McZott:

      Das ist eine pauschale, falsche und ebenfalls aggressive Formulierung. Die Angriffe auf Feuerwehr, Rettungskräfte usw. werden durchweg von Deutschen begangen, keineswegs von "Migranten" in der Mehrheit. Mir ist noch NIE ein*e Migrant*in begegnet, der/die aggressiver war als ein Durchschnitts-Twen



      mit "biodeutschem" Pass - und ich habe viel mit den Leuten zu tun. Es ist böse, unredlich etwas anderes zu behaupten, es ist AgD-Sprech....

      • Chris McZott

        @Perkele:

        Ich sage: Die Aggression von "Deutschen" ggü. Migranten ("Ausländern") und die Aggression von Migranten ggü. "Deutschen" ist gleich groß und basiert auf den gleichen sozialen und emotionalen Prinzipien (z.B. Ohering).

        Alles andere wäre Rassismus. Sowas zum Beispiel:

        "Die Angriffe auf Feuerwehr, Rettungskräfte usw. werden durchweg von Deutschen begangen, keineswegs von "Migranten" in der Mehrheit." - Der Widerspruch ist zudem offensichtlich: "durchweg" vs. "Mehrheit".

  • StefanMaria

    Richtig, die Hautfarbentönung ist irrelevant. Was die Jugend mittags und abends ein t, ist dass sie nicht gehört wurde und sich übergangen fühlt. Schön, dass jetzt sogar vereinzelte Unionspoltikerinnen von fehlender Kommunikation sprechen. Nur zum Reden allein ist es jetzt zu spät, jetzt muss gehandelt werden - und das wird Geld kosten. Da bin ich ja mal gespannt ob die Superreichen bereit sind sich hier am Allgemeinwohl zu beteiligen. Oder doch lieber werden sie die unchristliche primitive Lösung Gewalt durch Staatsgewalt wählen.



    Die AfDfreunde profitieren jedenfalls gerade - hoffentlich nicht auch bei den Wahlen.

    • Alice Flood

      @StefanMaria:

      Ich kann das "wir wurden nicht gehört" nicht mehr hören. Wann haben die denn gesprochen?

  • Kölner Keller

    Die Ethnisierung sozialer Probleme hat einen langen Bart in Deutschland.



    Die Ausschreitungen und Plünderungen sind für die CDU, CSU und sicherlich auch Teilen anderer Parteien ein willkommener Anlasss, um 1. den Rassismus in den eigenen Köpfen in Worte fassen zu dürfen und 2. die eigene Ohnmacht und Unzulänglichkeit bei der Lösungsfindung der multiplen sozialen uns ökonomischen Probleme zu kaschieren und dafür eine harte Hand gegenüber Migrant*innen vorzubereiten.



    Die CDU und CSU konnte das schon immer sehr gut, die AfD hat das perfekt übernommen.

  • Rohek

    Man kann auch Rostock Lichtenhagen allein auf exogene Faktoren, die nichts mit Einstellungen, Haltungen, kulturellen Prüfungen der handelnden Akteure zu tun haben, zurückführen. Das ist keine Gleichsetzung der Ereignisse, aber ein Vergleich der Erklärungsmuster. Ich bin mir sicher, für die meisten Autorinnen und Autoren dieser Zeitung, war Rostock Lichtenhagen kein isoliertes Ereignis, das zwar bedauerlich, aber irgendwie auch erklärbar ist, sondern ein gesamtgesellschaftliches Fanal.

    • Nicole Knosta

      @Rohek:

      Sie stellen hier aber "Nazi sein" (-> Eine Bewusste Entscheidung) mit "Einen Migrationshintergrund haben" (-> In egal welchem Fall keine bewusste Entscheidung) gleich...

      Dabei hat erstere Person hat sich dazu entschieden, ihren Hass gegen diskriminierte und marginalisierte Menschen zu richten...

      Letztere Protestieren gegen ihre Marginalisierung und für Ihre nach dem GG zugesicherten Menschenrechte (Gleichheit, Chance auf Zukunft), werden aber als Sündenbock für jede Eskalation benutzt.

      There is a difference...

      • Maja Kero

        @Nicole Knosta:

        Nein, das tut er/sie nicht.

        Er weißt auf den Doppelstandard hin, den Personen wie die Autorin bei der Bewertung von unterschiedlichen Gruppen vornehmen, die prinzipiell das gleiche tun ( in diesem Fall gegen das Gesetz zu verstoßen). Auch wenn das Demolieren und Plündern nicht die gleiche Stufe von Gewaltverbrechen ist, wie das Töten ( Oder zumindest den Tod in Kauf nehmen) von Menschen, ist es auffällig, dass bei der einen Gruppe Verständnis gezeigt , differenziert und nach Ursachen gefragt wird und bei der anderen nicht.

        Nach ihrer Logik bräuchten wir keine Aussteigerprogramme für gewaltbereite Neonazis, Weil die haben sich ja für Hass und Hetze entschieden. Da müssen die dann schon wieder selber rausfinden, oder wie ist das zu verstehen?

        So kommen wir nicht weiter. Wenn Menschen sich gegen gesellschaftliche Normen und Gesetze richten ist beides notwendig: Konsequenzen UND Verständnis.

        „Letztere Protestieren gegen ihre Marginalisierung und für Ihre nach dem GG zugesicherten Menschenrechte“

        Ich bin einigermaßen verwirrt. Das plündern von Geschäften ist ein Protest für meine dem GG nach zugesicherten Menschenrechte?



        Oder was genau meinen Sie damit ?

  • Fritz Müller

    Sehr geehrte Frau Yağmur Ekim Çay,



    es macht keinen Sinn gegen die statistischen Tatsachen zu argumentieren.

    "Ausländischen Jugendliche sind in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) überdurchschnittlich vertreten: 2025 wurden 165.082 Tatverdächtige zwischen 14 und 18 Jahren erfasst, 50.172 hatten einen ausländischen Pass, also rund 30 Prozent. In der Bevölkerung zwischen 15 und 20 Jahren lag der Anteil ausländischer Personen 2025 bei rund 16,6 Prozent.

    Die Tatverdächtigenbelastungszahl – also die Tatverdächtigen pro 100.000 Personen – ist unter ausländischen mehr als doppelt so hoch wie unter deutschen Jugendlichen (9.946 im Vergleich zu 4.299)"

    • Ulrich Becker

      @Fritz Müller:

      ...auch diese Art von Faktenchecks mit Zahlen von behördlichen Statistiken nerven unglaublich. Sie liefern dem Ur-Deutschen immer das, was er braucht, um das, was er im Land mit seinen Stereotypen, zu markieren. Es ist die soziologische Stellung in der gesellschaftlichen Struktur - die ärmeren und Armen in der Gesellschaft. Das war nach dem Krieg schon so - mit den Vertriebenen, die in Deutschland ankamen und in den 60ern bei den Gastarbeitern...-



      Aber es taugt halt als leichtverdauliche Erklärung für den Konsumenten des deutschen Journalismus.

      • Manuel Im

        @Ulrich Becker:

        Die Statistik erfasst Menschen mit Deutschem Pass und ohne, das heißt auch Menschen mit Migrationshintergrund und Deutschem Pass sind laut der Statistik, wie Sie es sagen "Ur-Deutsche". Wo ist also genau das Problem?

        • hornyunicorn

          @Manuel Im:

          @Ulrich Becker weist auf den Zusammenhang zwischen Armut und Kriminalisierung hin. Ärmere Menschen werden in unserer Gesellschaft systematisch kriminalisiert, und Menschen, die keine inländische Staatsbürgerschaft haben, sind tendenziell ärmer. Daher ist es zu kurz gesprungen, die polizeilichen Statistiken 1:1 auf die Wirklichkeit umsetzen zu wollen.

          Abgesehen von Profiling aufgrund äusserer Erscheinungsmerkmale, wie @ASD unten schon angemerkt hat.

        • Mindɘrlɘistɘr

          @Manuel Im:

          Das Problem ist die Erfassung von üblichen TatVERDÄCHTIGEN, da ich vermute, dass bestimmte Phänotypen eher verdächtigt und kontrolliert werden, auch wenn ich das nicht beweisen kann. Eine Statistik der rechtskräftig Verurteilten wäre valider.

    • ASD

      @Fritz Müller:

      Klar Fritz Müller: Tatverdächtige sind keine Täter!!! Es werden Migranten immer vermehrt kontrolliert und das steht da nicht drin. Neutralität sieht anders aus.

  • Martin Rees

    "Kein Wunder, dass sich die ständige Ausgrenzung in Wut verwandelt..."



    /



    Offensichtlich sucht sich der im Abwärtstrend befindliche Konservatismus der Union seinen Nachwuchs als Wähler*innen und für politische Arbeit zukünftig anderswo. Vielleicht ist das nicht besonders erfolgreich, in jedem Fall ist es langfristig nicht klug.

  • Šarru-kīnu

    Der Artikel steht beispielhaft für die komplette Diskursverweigerung, die uns direkt in die heutige Situation kurz vor der Machtübernahme der Rechten geführt hat. Es ging der Mehrheit nie um DIE Migranten sondern um eine sehr kleine Gruppe junger Männer die ihre mangelnde Bildung mit Testosteron überkompensieren. Da wir uns aber scheinbar weiterhin weigern die Probleme zu adressieren, wird es auch keine praktischen Lösungen geben und am Ende übernehmen dann die rechten Rattenfänger und es geht wirklich gegen alle Migranten.

    • DiMa

      @Šarru-kīnu:

      Das mag so sein. Nur wenn die "sehr kleine Gruppe junger Männer die ihre mangelnde Bildung mit Testosteron" ganz oder weit überwiegend einen migrantischen Phänotyp aufweist, dann sollte das auch entsprechend benannt werden.

      Die einzigen, die dies beobachten könnten, sind die direkt am Einsatz beteiligten Polizeikräfte, den alle anderen haben keinen hinreichenden Überblick und werden diesen aus datenschutzrechtlichen Gründen auch nicht bekommen.

      Wenn es also tatsächlich so sein sollte, dann wäre die Nichtbenennung die von Ihnen angeführte Diskursverweigerung.

      • Nicole Knosta

        @DiMa:

        Richtig, das muss benannt werden, aber ein Generalverdacht der Alle Menschen mit Migrationsgeschichte Dem "Migrantischen Milieu" fremdzuweist ist eben mehr als Kontextualisierung mit dem Willen echte Ursachenbekämpfung zu betreiben...Es ist eine Art des "Otheringa" also des bewussten Angrenzend und erklärens "Ihr gehört nicht dazu"...

        Und diese Form der Implizierten Gruppen und Gang-Unterstellkng (Stichwort Milieu ist nicht versehentlich verwendet worden) ist Rassismus

        Etwas anders wäre die Frage zu stellen: Warum haben wir ein Problem mit Gewalt, Warum Sind die Täter überwiegend Männlich, und was kann eine Migrationsgeschichte als zusätzliche Information bieten...In dieser Reihenfolge

        Ja, Gen-Z ist deutlich heterogener mit vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen die eine Migrationsgeschichte haben...Aber das als Anfangsverdacht zu nehmen ist schlicht nicht mit dem GG vereinbar

        • Sam Spade

          @Nicole Knosta:

          "Richtig, das muss benannt werden"

          Aber nicht direkt im Anschluss mit aufgeheizten Emotionen sondern nach Abschluss der Ermittlungen unter Einbeziehung von Fakten und nicht nur von Eindrücken.

          Seit Änderung der Polizeiverordnungen der Länder ist es zur Regel geworden das in der polizeilichen Pressearbeit die Staatsangehörigkeit von Tatverdächtigen grundsätzlich immer genannt wird.

          Hat dann auch Auswirkungen auf den Pressekodex gehabt. Das "berechtigte Interesse der Öffentlichkeit" wurde besonders von konservativen Medien immer weiter nach eigenen gusto ausgelegt. In Zeiten der digitalen Medien und Portale wird je nach ideologischer Ausrichtung und Zielsetzung mittlerweile von einem grundsätzlichen Interesse ausgegangen, mit dem einzigen Ziel Vorurteile zu schnüren und Hass und Hetze einen Nährboden zu bereiten. Denn irgendwas bleibt immer in den Köpfen der Menschen hängen und irgendwann verselbständigt es sich ganz unbewusst. Auswirkungen sind dann Diskussionen wie diese, wo auch der aufgeschlossene Bürger nach dem "Ja, aber" Prinzip verfährt.

          Eine zeitnahe Benennung schürrt daher den Generalverdacht. Denn ist ein Wort erstmal in der Welt, ist es schwer es wieder zurückzunehmen

          • DiMa

            @Sam Spade:

            Der Abschluss von Ermittlungen wird in diesem Fall nichts bringen, den ein Migrationshintergrund wird in den polizeilichen Statistiken nicht erfasst. Die Staatsangehörigkeit ist ein vollkommen untaugliches Unterscheidungsmerkmal.

            Die einzige Erkenntnis die es geben wird sind die Beobachtungen der am Einsatz beteiligten Polizisten. Und genau auf diese haben sich die Politiker berufen.

        • DiMa

          @Nicole Knosta:

          "Chaoten aus migrantischem Milieu" bedeutet doch, dass es sich um eine Teilgruppe und nicht um alle Menschen mit Migrationshintergrund handelt. Ich sehe da keinen Generalverdacht.

          Die von Ihnen gemachten Aussage passt in keine Überschrift.

          Verkürzt man Ihre Aussage dagegen, dann kommt am Ende "Chaoten" = Problem mit Gewalt, Täter männlich" "aus Migrantinnen Millieu" = mit Migrationsgeschichte dabei heraus.

      • StefanMaria

        @DiMa:

        Es ist immer die Frage ob die Nennung Migrant zielführend ist oder welches Ziel dies erreichen kann.



        Es gibt religiös eingebundene Leute, die deshalb Probleme machen, es gibt gelangweilte oder frustrierte Jugendliche, die deswegen Probleme machen, es gibt kriminelle, fanatisierte, und ein noch größeres Spektrum an Ursachen. EIne Ursache und dann welche Lösung in der Hautfarbe zu suchen ist doch Quatsch.



        Manchmal, oder auch häufiger sind da momentan die Bunteren auffällig, kann ja sein oder auch nicht. Ich weiß gar nicht wie ich das messen sollte, vielleicht am Stadtbild? Aber mit Nennung einer Hauttönung ist kein Problem eigekreist oder lösbar. Deswegen ist es irreführend und eher schädlich das so übertrieben zu machen.

        • DiMa

          @StefanMaria:

          Wenn es so gewesen sein sollte, dass die Täter überwiegend einen Migrationshintergrund gehabt haben sollten, dann sollte das auch benannt werden.

          Ihre Überlegung mit der "Zielführung" ist der Einstieg in Zensur und Selbstzensur.

    • Dr. McSchreck

      @Šarru-kīnu:

      Exakt. Zumal sich dieses ewige entschuldigen schwerer Straftaten auch in Wut verwandelt. Auf der anderen Seite, der Opfer nämlich.

      Ich verachte die afd, aber es gibt ja zu denken, dasd viele Migranten mit aufstiegsgeschichte sie zu.wählen mindestens ankündigen, hoffentlich nicht tun.

  • Okay

    „Und wieder als Fremde markiert“



    Rechtspopulismus schafft Feindbilder, indem er mit Unwahrheiten, Vereinfachungen und emotionalen Botschaften arbeitet. Er lebt in einem „faktenfreien Raum“ und versucht, durch gezielte politische Faktenproduktion die Deutungshoheit zu gewinnen.



    Wie vor 500 Jahren wird der weiße Mann wieder zum Akteur eines Prozesses der Entmenschlichung. Sklaverei und Kolonialismus werden dabei gewissermaßen zeitgemäß neu interpretiert.



    Faschismus ist nicht nur ein festes Ideologiepaket, sondern auch eine Krisenreaktion kapitalistischer Gesellschaften. Dabei werden soziale Konflikte umgelenkt, autoritäre Strukturen stabilisiert und Feindbilder konstruiert. (Toscano)



    Dem lässt sich etwas entgegensetzen: Menschen mit Migrationsgeschichte – immerhin rund ein Drittel der Bevölkerung – müssen stärker in die bestehenden Macht- und Entscheidungsstrukturen hineingehen. Ob Politik, Polizei, Justiz, Verwaltung, Sicherheitsbehörden, Bundeswehr, Wirtschaft oder Medien: Es geht darum, Verantwortung und Führungspositionen zu übernehmen und diese Institutionen von innen heraus mitzugestalten und zu verändern. Darin liegt eine Chance, neoliberaler Vereinnahmung und gesellschaftlich

    • DiMa

      @Okay:

      Was bedeutet den bei Ihnen "faktenfrei"?

      Nehmen wir mal an, bei den Tätern handelt es sich tatsächlich weit überwiegend um Personen mit Einwanderungsgeschichte. Dann wäre das ein Fakt.

      Ich weiß es nicht. Sie wissen es vermutlich auch nicht. Die einzigen, die es wissen können, sind die Polizisten, die am Einsatz beteiligt gewesen sind.

      Daran würde sich auch nichts ändern, wenn die von Ihnen aufgestellten Forderungen umgesetzt werden würden.

    • Carl Rouberg

      @Okay:

      Genau das passiert in Frankreich schon seit langem. Es gibt viele Minister. und Unternehmenschefs aus diesen bestimmten Milieus.



      Es ist schon auffällig, dass in den Taz Kommentaren die gesellschaftlichen Probleme oft im Establishment gesehen werden.

  • Elite123

    Hier liegt ein Henne oder Ei Problem vor.

    Das Milieu identifiziert sich trotz deutschem Pass selbst nicht als Deutsch ("ich bin Türke, ich bin Marokkaner").



    Das liegt zum einen sicher daran, dass die Aufnahmegesellschaft wenig tut, um integrativ zu sein.



    Es liegt aber auch daran, dass Deutsch sein überhaupt nicht "sexy" ist - der Nationalstolz entfaltet sich über die Eltern zugunsten des Ursprungslandes der Eltern oder Großeltern.

    Die Identität wird über die Sprache zu Hause, die gegessenen Gerichte, die erweiterte Familie definiert und nicht über den Wohnort allein.

    Jetzt kommt ein Dobrindt und spricht dieses Milieu an. Ist das falsch, existiert es nicht? Ich halte nichts davon, Dinge nicht anzusprechen, die man sieht.



    Am Ende machen es die, von denen man es nicht hören will, und die gewinnen Wahlen, weil sie die Fakten ansprechen.

    • Selbstauslöser

      @Elite123:

      Uff. Endlich sagt es jemand!

    • Nicole Knosta

      @Elite123:

      Ja, aber Sprache ist nun Mal Macht und wenn ein Dobrindt konkrete Probleme sieht ("Jugendkriminalität Prävention, Extremismusprävention")

      Dann kann er diese gerne umsetzen...So wie er kommuniziert hat hat er aber kein Interesse an einer Lösung sondern sucht mehr eine Rechtfertigung für noch mehr Polizeigewalt... Pardon "Robuste Einsatztaktiken..."

      Ich sehe ihren Punkt dass es insbesondere in Brennpunkten ein Kriminalitätsproblem gibt aber da Zeigt einfach die Forschung dass hier Prävention und Integration (zB Sportvereine oder Jugendzentren welche Jugendlichen "Gute" Vorbilder geben)) einfach nachhaltiger wirken als der Polizeiknüppel, und dabei auch nicht mal eben einen großen Teil der Deutschen Bevölkerung bedrohen

  • warum_denkt_keiner_nach?

    Man kann ja fast nicht mehr unterscheiden, was von der Union und was von der AfD kommt...

    • Gila Rosenberg

      @warum_denkt_keiner_nach?:

      Ja, das sage ich schon seit Jahren: zwischen €DU/€SU und AfD passt kein noch so dünnes Blatt Papier...

      • Chris McZott

        @Gila Rosenberg:

        Wenn das stimmen würde, wäre ja eine Machtübernahme durch die AfD keine große Sache. Würde ja alles nicht anders sein als unter der CDU...

        • Selbstauslöser

          @Chris McZott:

          Wenn Sie und ich auf der Couch so eng beieinander säßen, daß zwischen uns kein Blatt passte, bedeutete das doch nicht, daß wir nicht mehr unterscheidbar wären, oder?

        • warum_denkt_keiner_nach?

          @Chris McZott:

          Zumindest der Innenminister passt schon mal.

  • Gerhard Krause

    Ich hingegen würde das ernst nehmen und die berechtigte Kritik am neoklassisch ausgerichteten Staat, aber auch den (gesellschaftlichen) Hass - nett gesagt: " nachhaltige Kritik" - gegenüber der Armut vertiefen. Im Übrigen kann man ja auch einmal etwas Pfiffiges den "Dubai-Influencern" entgegensetzen, wie cool es zB ist, nicht mit 12 Zylindern durch die 30er Zone zu peitschen.

  • Éljen a Magyar

    Und wieder werden Migranten und Menschen mit Migrationshintergrund nur als Opfer der Umstände und ihrer Umwelt, nur als Objekte gesehen.



    Was ist mit den zahlreichen Videos vom Wochenende, die genau die im Text als Unterstellung wiedergegebenen Punkte belegen? "Die Migranten" sind nicht per se kriminell. "Die Migranten" sind aber auch nicht per se gesetzestreu und friedlich. Dieses Spannungsfeld muß man auch als linke Zeitung aushalten. Genau wie man der "migrantischen Szene" in Deutschland die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen, zubilligen muß - um Guten wie im Schlechten...

    • ASD

      @Éljen a Magyar:

      Per Se nicht kriminell oder gesetzestreu gilt für alle!! Oder gilt das für dunkelhäutige/ dunkelhaarige, bärtige Migranten nicht???

  • Ruhig bleiben

    Dass das "Ziel-Klientel" alle Menschen mit Mugratuonshintergrund sein sollen, ist aber auch nur die Interpretation der Autorin und um diese Interpretation gegen Kritik zu immunisieren, werden Opfer eines rechtsextremen Anschlags herangezogen, die eben NICHT zur Zielgruupe gehören.

    Und nein, die "guten" Migrant*innen sind nicht die unsichtbaren, sondern die, die sich an Recht und Gesetz halten. Wie alle Anderen eben auch.

    • Herma Huhn

      @Ruhig bleiben:

      Merken Sie, was Sie gerade geschrieben haben:



      Migranten sollen sich an Gesetze halten "wie alle anderen auch"



      Damit implizieren Sie, dass alle, die nicht migrantisch sind, sich auf jeden Fall an Recht und Gesetz halten. Gerade in Frankfurt rund um den Bahnhof kann ich diese Beobachtung aber nicht machen.



      Für viel zu viele Deutsche gehört zum "sich an Recht und Gesetz halten" eben viel mehr dazu als bloß die Vermeidung verbotener Handlungen. Verdächtig machen manche Menschen sich schon allein dadurch, dass sie auffallen.

      • Ruhig bleiben

        @Herma Huhn:

        Holy Strawman, Batman!

        Das habe ich so weder gesagt noch impliziert.

        Ich habe lediglich Aussage der Autorin aufgegriffen, dass "gute" Migrant*innen unsichtbar sein sollen und daraus "gute" Migrant*innen halten sich an Recht und Gesetz" gemacht. Mehr nicht.

      • Encantado

        @Herma Huhn:

        "Merken Sie, was Sie gerade geschrieben haben:



        Migranten sollen sich an Gesetze halten "wie alle anderen auch"



        Damit implizieren Sie, dass alle, die nicht migrantisch sind, sich auf jeden Fall an Recht und Gesetz halten."



        Grammatisch lässt sich das so nicht ableiten. Das kann auch simpel heißen, dass sich sowohl Migranten als auch 'alle anderen' an Recht und Gesetz halten sollen.



        Mehr nicht.



        Alles darüber hinaus ist reine Interpretation, die nicht dem Sender, sondern dem Empfänger der Nachricht anzulasten ist.

        • Herma Huhn

          @Encantado:

          Allgemeine Kommunikationstheorie schiebt die "Schuld" für Missverständnisse nie allein einem Beteiligten zu. Eine Fehlinterpretation beruht immer auf der Botschaft, die übertragen wurde und kann ebenso auf fehlerhafter Codierung wie Decodierung beruhen.

      • Janix

        @Herma Huhn:

        Ich würde beim Ursprungskommentar wohlwollend annehmen, dass da jemand nur betonen wollte, dass die Unterscheidung zwischen gut und böse bei Handlungen verläuft, nicht zwischen Herkünften o.ä.



        Ich hoffe zumindest, dass dies die Aussage sein sollte.

      • Rohek

        @Herma Huhn:

        Ich vermute Mal das "wie alle anderen auch" bezieht sich auf die Vorraussetzung, die erfüllt werden muss, um für "gut" befunden zu werden.

      • AliceMirrow

        @Herma Huhn:

        Das kann man aber auch genauso anders interpretieren.

        • Dr. McSchreck

          @AliceMirrow:

          Wenn man will, eigentlich muss man sogar, weil am Ende das "auch" steht

          Für mich sagt der beitrag nur etwas eigentlich selbstverständliches, nämlich dass alle sich an Gesetze zu halten haben und es nervt, dass manche Täter immer zu Opfern umdefiniert werden.

      • Strolch

        @Herma Huhn:

        Ihr Kommentar zeigt: Wer Rassismus sucht, der findet ihn überall.

        Lesen Sie doch den vorherigen Satz nochmal in Ruhe. Da wird zwischen gut und böse unterschieden. Wie bei allen anderen auch nach gut und böse unterschieden wird: gesetzestreu ja oder nein.

      • Harbinger

        @Herma Huhn:

        Wortklauberei...

      • Klaus Baumgart

        @Herma Huhn:

        Selbst wenn man sozioöknonomischen Status und Alter in die Betrachtung mit einbezieht sind bestimmte migrantische Gruppen (besonders aus dem arabischen Raum, man sieht ja auch keine Vietnamesen bei den Randalen) überrepräsentiert in der Verbrechensstatistik. Also kommen sie mir nicht mit: "Deutsche tun das auch." und bevor hier wieder jemand mit dem sinnfreien Scheinargumentkommt das "migrantisch gelesene Personen" häufiger angezeigt werden, auch bei den Verurteilten ist die Statistik das gleiche und auch bei Verbrechen die angezeigt werden müssen.

        • Herma Huhn

          @Klaus Baumgart:

          Verbrechen wie das unerlaubte übertreten der Grenze oder andere Aufenthaltsdelikte tun Deutsche definitiv nicht auch. Können sie innerhalb Deutschlands nämlich gar nicht. Diese Verbrechen tauchen in der Statistik aber trotzdem auf.

        • Janix

          @Klaus Baumgart:

          Hallo, Klaus Baumgart, Sie haben jenes Argument vielleicht noch nicht in seiner Fülle aufgefasst.



          Wer nicht angezeigt oder verdächtigt/angehalten/kontrolliert/erfasst wird, wird später auch nicht verurteilt.

          Gestern hörte ich erst von einer älteren weißdeutschen Frau, wie da das Alarm-Etikett beim Kauf nicht entfernt worden war. Rrrring beim Rausgehen, kontrolliert wurde aber die migrantisch gelesene Mutter rechts neben ihr.



          Oder die Studien, dass bei nichtweißdeutschen Jugendlichen die Polizei häufiger gerufen wird - die Angsterzeugungsmaschine läuft.

          Das heißt dann nicht, dass die Verteilung so oder so ist. Es ist einfach nur etwas komplexer als in Springermedien gerne verbreitet.

  • Markus Urban

    In meiner Nachbarschaft lebt eine Familie mit libyschen Wurzeln. Die Kinder sprechen hervorragendes Hochdeutsch. Sie besuchen das Gymnasium bzw. weiterführende Schulen. Trotzdem musste ich mir in einer Diskussion über das Grundstück anhören (ob man da durch gehen darf oder nicht), dass man kein Gespräch möchte, weil „die” sofort ein Messer zücken würden. Inzwischen ist das Gartentor abgeschlossen und ich bin der Einzige außerhalb der Familie, der einen Schlüssel hat, sodass ich direkt mit meinem Hund spazieren gehen kann. Das war einigen Grund genug, mir eine Nähe zu Kriminellen und Terroristen zu unterstellen. Der Rassismus ist in Deutschland tief verwurzelt.

    • Dreja

      @Markus Urban:

      Man muss es nicht als spezifisch deutsches Problem darstellen. Menschen überall neigen dazu, sich so oder ähnlich zu verhalten. Das zeigt doch ein schneller Blick in die Welt. Ich glaube, dass es wichtiger ist, die allgemeinen Mechanismen für Ausgrenzung zu benennen - und beheben zu wollen. Und das betrifft Angst. Jeder Mensch müsste sich mit seiner eigenen Angst und den wahren Gründen dafür beschäftigen.



      Aber wer tut das schon freiwillig?

    • Alex_der_Wunderer

      @Markus Urban:

      @ Markus Urban



      Wenn die rassistischen Michels hier so weiter rumprollen, kommen wir mit einem deutschen Pass bald in kein Ausland mehr rein - EINREISEVRRBOT, für Germanen aus Germania ❗️

      • Encantado

        @Alex_der_Wunderer:

        "Wenn die rassistischen Michels hier so weiter rumprollen, kommen wir mit einem deutschen Pass bald in kein Ausland mehr rein"



        Das könnte allerdings noch was dauern. Bislang ist der deutsche Pass einer der freizügigsten auf der Welt, und es gibt keine Anzeichen, dass sich das ändert.

    • Dr. McSchreck

      @Markus Urban:

      Deutsche sind auch keine besseren Menschen, behauptet auch niemand. Aber die Frage wäre, wer krampfhaft Entschuldigungen für solche rassistischen Aussagen sucht. Vielleicht nius?

  • Martin Rees

    Das birgt noch Zündstoff:



    "Migranten als Chaoten? Pistorius setzt sich von Dobrindt ab"



    zdfheute.de



    Weiter dort"



    "Was sind denn migrantische Gruppen? Sind das Menschen, die in dritter Generation in Deutschland leben und deutsche Staatsangehörige sind? Wo hören wir auf, das zu differenzieren?" Pistorius sagte in Bezug auf die Debatte:



    "Ich glaube, das führt in die falsche Richtung."



    (Boris Pistorius, SPD)



    /



    Er, der Verteidigungsminister Pistorius, muss es auch schon wegen seiner Aufwuchs-Probleme bei der Bundeswehr ganz gut im Blick haben, wer sich für oder gegen den Staat engagiert.

  • Andreas Wolter

    Ich stimme zu, dass diese vorschnelle Schuldzuweisung falsch ist und Betroffene frustrieren muss.



    Aber dies dann als verständliche Wut zu rechtfertigen ist m. E. genauso falsch. Ich lebe in Frankfurt am Main und war am Samstag in der Innenstadt, kurz vor den Ausschreitungen. Ich möchte nicht, dass irgendeine Gruppe Verständnis dafür bekommt, wenn sich ihre Wut entlädt.

  • YeahYeah

    Nun, deutsche Medien haben in der letzten Zeit auch diese Unterscheidung bewirtschaftet: Oppa-Kontrolle zur NSDAP und SS-Mitgliedschaft. Ich bin selber Migrant erste Generation, unser Sohn ist 2. Generation, aber weder seine migrantischen Freund*innen noch er haben das Bedürfnis auf Randale. Wo bitte bleibt die Eigenverantwortung?

  • Janix

    Sind es gerade nicht Teile des CDU-Milieus, die orientierungsschwach gen unchristlicher Ausgrenzung schlingern?



    (Und auch noch Opas Untaten mit einem starren Wegsehen bei Netanyahus Untaten zu sühnen glauben, doch das wäre noch ein anderes Kapitel)

  • Cgh590aet

    Das ist alles keine Rechtfertigung für das plündern von Läden.

    • nihilist

      @Cgh590aet:

      Das hat auch niemand behauptet.

  • Jalella

    Na ja, man muss jetzt hier niemandem erklären, dass Dobrindt ein nicht auf dem Boden des Grundgesetzes stehender Rassist ist, oder? Und als Hesse muss ich leidvoll sagen, dass unsere Landesregierung leider meistens auch nicht besser ist.

    Alle fordern eine Prüfung für die AfD, aber man sollte die cdU/csU da nicht rauslassen. Die Partei als Ganzes ist wohl nicht verfassungswidrig, aber in Teilen mit Sicherheit. Und da ja alle plötzlich ihr Herz für den Kampf gegen Antisemitismus entdeckt haben wenn es um die Linke geht, sollten sie mal schleunigst den Blick nach rechts werfen auf cdU/csU/AfD. Da kann man das auch ohne Mikroskop und mit schlechten Augen sehen.

  • Vic Merz

    Gut getroffen mit dem Kommentar, spricht wohl einfach nur das wahr aus was ist, die scheidende 'union' versucht auf dreckigsterweise nochn paar Stimmen von der AFD zu holen bevor man sich ja doch mit ihr verbündet weil sogar der hohle Versuch wieder mal nicht funktioniert hat...



    Die Schuldigen hatte man ja schon immer, arme, ausländer, assis, linke, grüne... MIGRANTEN... Ohh gott, wahre unser Land!….

    • Gila Rosenberg

      @Vic Merz:

      Unser Land geht den Bach runter, und zwar nicht wegen der Migranten, sondern wegen der Deutschen...

      • Chris McZott

        @Gila Rosenberg:

        Weil Deutsche per se schlechte Menschen sind?

  • Donald Duck

    "Diese stark diskriminierende Politik, rassistischen Aussagen sowie Kontrollen tragen gerade nicht dazu bei, dass sich junge migrantische Menschen als Teil dieser Gesellschaft fühlen. Im Gegenteil: Sie verstärken das Gefühl, ausgeschlossen und diskriminiert zu werden."



    Und die in den Medien veröffentlichten Bilder verstärken eventuell die Diskriminierung junger migrantische Menschen.



    Hier könnte sich ein Teufelskreis entwickeln, der die Gesellschaft spalten kann.



    Vor allem SPD und CDU müssen jetzt aufpassen, daß sie nichts behaupten, was Wähler als Täuschung auffassen könnten. Das würde der Russlandpartei weitere Wähler zutreiben.

  • Conil

    Wie lange bleibt man ein Migrant?



    Laut Statistik: Wenn beide Elternteile als Deutsche geboren wurden ist man kein Migrant mehr, sondern Deutscher.



    Gesellschaftlich:



    Es kommt drauf an.



    Je ähnlicher ein Mensch gesehen wird, umso schneller wird er nicht mehr als Migrant angesehen. Othering ist hier das Stichwort.



    Sowohl phänotypisches, als auch kulturelles Othering.



    Während ein irgendwie als "Europäisch" gelesener, atheistischer, oder christlich gläubiger Mensch unter Umständen sogar noch vor seiner Einbürgerung als Deutscher akzeptiert wird, werden es PoCs und Muslime selbst in der 4. Generation nach Einwanderung ihrer Vorfahren nicht.



    Während die Deutsche Politik seit Jahrzehnten Integration verlangt und auch fördert, beginnt sie erst jetzt zu verstehen, dass es in Deutschland große Bevölkerungsgruppen gibt und immer schon gab, die nicht Integration, sondern größtmögliche Assimilation der "Fremden" wollen.



    Daher ist es auch nicht absurd, wenn Herr Posek seine Aussage neben OB Mike Josef (der sogar seinen Nachnamen geändert hat und früher Yusuf hieß) getätigt hat.



    Mike Josef ist, wie auch z.B. Cem Özdemir, bis "auf die Knochen" assimiliert.

    • Budzylein

      @Conil:

      Auch die vorgeblich gut gemeinten Begriffe "bunt", "vielfältig", "Diversität" und "multikulturelle Gesellschaft" beruhen zu 100 % auf Othering. Die eigene Kommune, Gesellschaft, Organisation oder den eigenen Betrieb als "bunt", "vielfältig" etc. zu preisen und damit zugleich die eigene Tugendhaftigkeit zu demonstrieren, kann nur dann funktionieren, wenn vorab Personen(gruppen) identifiziert werden, die "anders" sein sollen und bezüglich derer es eine besondere Leistung sein soll, sie nicht wie den letzten Dreck zu behandeln.

      Auch jegliche Kritik an "Assimilation" setzt voraus, dass die betreffende Person zunächst als "fremd" bzw. "anders" eingestuft und sodann dafür abgewertet wird, dass er sich weigert, "anders" zu bleiben. Wer jemanden wie Cem Özdemir als "assimiliert" bezeichnet, muss ihn zuvor als "anders" oder "fremd" eingestuft haben - und genau das ist Othering.

    • Chris McZott

      @Conil:

      Assimilation ist böse?

      • Comerade Aardvark

        @Chris McZott:

        Das kommt darauf an, unter wie viel Druck es geschieht, oder?

      • Conil

        @Chris McZott:

        @ Chris McZott:



        Nein. Assimilation ist nicht böse.



        Es war lediglich ein Versuch wertfrei darzustellen, dass die politisch gewünschte Definition des Begriffs Migrant doch sehr von der gesellschaftlichen Definition abweicht.

    • charly_paganini

      @Conil:

      Vorletzter Ansatz ist so nicht richtig. Er hat nur seinen ursprünglichen Nachnamen wieder angenommen. Er stammt aus einem aramäischen Elternhaus in Syrien und dort war es Aramäern nicht gestattet ihre aramäisch-christlichen Nachnamen zu tragen. Diese mussten arabisch sein. Das gilt auch für Aramäer die aus der Türkei stammen.

      • Dreja

        @charly_paganini:

        Danke für die Richtigstellung. Es zeigt, wie sehr Menschen dazu neigen, diejenige Erklärung für etwas zu finden, das in das Weltbild passt.



        Das ist ein Fehler im Bauplan des Menschen - zu wissen, dass man (eigentlich) nichts weiß, ist nicht zu Unrecht ein geflügeltes Wort. Leider beherzigen es immer weniger Menschen als je zuvor. Desinformation ist, las ich neulich, die eigentlich größte Krise.

  • Rohek

    ... Im Übrigen können das eine - pauschale Ablehnung, Ressentiment, falsche Vorurteile etc. - und das andere - Kriminalitäts- und Gewaltorientierung, Ablehnung der Gesellschaftsordnung - gleichursprünglich, ohne direkten Kausalzusammenhang nebeneinander existieren.

  • StefanMaria

    Ein bischen kommt mir das vor wie wenn dumme Jungs - nach der sinnlosen zerstörerischen Gewalt gegen die Geschäfte durch noch unbekannte Gruppen - die Gelegenheit sahen und mal zugriffen, und sich jetzt einen schrecklichen Ärger aufladen. Für viele wäre Täter-Opfer-Ausgleich, Soziale Trainingskurse und kräftig Sozialstunden vielleicht das beste.



    Aber die Polizeiführung und Politik hat versagt. Wer mittags gegen die Schüler mit Wsserwerfern vorgeht, wo ich bis jetzt immer noch keine Gefahr sah, und abends so ein Chaos zuläßt - da sollte die Politik und Polizei nicht so einfach mit Sprüchen über Migranten ausweichen können. Untersuchungsausschuss und oder oder Rücktritt des Innenministers wäre eher richtig



    Wahrscheinlich ist die Politik froh, dass dieses Thema von den ganzen unangenehmen Themen der letzten Zeit ablenkt. Hoffentlich gelingt es ihr nicht.

  • Horst Sörens

    Oftmals erinnern diese Menschen aus der migrantischen Szene optisch nicht an Schweden, Polen oder Ukrainer. Und selten sind es auch Vietnamesen, die gemeinhin als bildungsnah gelten auch wenn Sie sozial schwach aufgestellt sind.

  • DiMa

    "Wie lange bleibt man ein Migrant?"

    "ändert offenbar auch ein deutscher Pass nichts daran, dass man für immer Migrant bleibt."

    "58 Prozent der Bevölkerung haben eine Einwanderungsgeschichte"

    Die Autorin regt sich einerseits über die Unterscheidung zwischen "Migrant" und "Staatsbürgerschaft" auf, nur um dann selbst auf die "Einwanderungsgeschichte" einzugehen.

    Staatsbürgerschaft und Migrationshintergrund haben nichts miteinander zu tun.

    Dann dieser merkwürdige Schwenk zur Tat in Hanau. Die strafrechtliche Verfolgung scheiterte daran, dass der Täter verstorben ist. Bei allen anderen fehlt es an einem kausale Zusammenhang. Das kann man auch nicht fingieren, nur um irgendeiner Community ein besseres Gefühl zu geben.

  • Sam Spade

    Migrant ist für Dobrindt und Co. lediglich ein Synonym für Menschen aus einem ganz bestimmten Kulturkreis.

    Da zählt weder der Pole dazu noch der Brasilianer oder Japaner. Als Norwegerinnen zählten meine Töchter garantiert auch nicht zu "Dobrindts Migranten" als sie hier zur Schule gingen. Dabei hatten sie nichtmal einen deutschen Pass, waren also im Wortsinn Migrantinnen.

    Ich habe in Deutschland aber auch gelernt, das alteingesessene Menschen mit Migrationshintergrund ebenfalls sehr fein differenzieren wenn es um Migranten geht. Macht für viele schon einen Unterschied im Stellenwert aus hier geboren und aufgewachsen zu sein oder nach einiger Zeit eingebürgert zu werden. Die wollen halt auch nicht in einen Topf mit der Aufschrift "Migrant" geworfen werden.

    Ich finde aber auch das zumindest in Großstädten das Zusammenleben zwischen den Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in Deutschland gut funktioniert. Das habe ich in Dänemark vor langer Zeit anders erlebt und auch hier in Norwegen besteht längst nicht so ein reger Austausch, wie ich ihn in Deutschland kennengelernt habe. Da scheinen große Teile der einheimischen Bevölkerung schon weiter zu sein als die Politiker.

    • nihilist

      @Sam Spade:

      In den Großstädten ist das seit Jahrzehnten selbstverständlich. Migranten sind Nachbarn, Freunde, Arbeitgeber und -nehmer, manche fies, manche fein, Mitbürger eben. Im Guten wie im Schlechten.

  • Semon

    Die Sprüche der CDSU sind genauso verhersagbar, wie dieser Artikel der taz. Das sind Räuber, die unter dem Deckmantel einer Demo offensichtlich geplant Plünderungen begehen. Die viel interressanteren Fragen sind doch: Ist die Polizei nicht in der Lage die zu fassen? Warum weis man nicht, wie sich diese Typen für solche Aktionen verabreden? Keiner gefasst worden, sodaß man sein Handy untersuchen könnte?

  • Zuversicht

    Problematisch ist natürlich, daß der Rechtsstaat plötzlich Proletarierinnen gegenüber steht. Keiner Luisa, mit der die Zivilgesellschaft gerne parlieren mag. Keine Arbeiter, die man schon längst an die AfD verloren hat.

    Sondern Prekariat, welches wütend und aggressiv ist. Was nicht versteht, dass es zum persönlichen Wohlstand wohl noch einige Jahrzehnte braucht, aber sich aktuell in die Ecke gedrängt fühlt. Darauf muss man Antworten finden.

  • Dadaesda

    Toller Kommentar und absolut auf den Punkt gebracht.



    "Migrantisches Milieu" ist sowas von daneben und maximal beschränkt. Was würden die Leute sagen, wenn man vom "deutschen Milieu" bei Fußballausschreitungen faseln würden? (Organisierte Fanszenen in Deutschland sind sehr weiß) Oder man würde gar die wirkliche "Wahrheit" aussprechen und von dem "männlichen Milieu" sprechen, welches immer wieder mit Gewaltausbrüchen auffällt. Die Damen und Herren der Unio würden absolute Schnappatmung bekommen.

    • Rohek

      @Dadaesda:

      Und finden Sie das nun schlecht, wenn man vom männlichen Milieu "faselt"? Kommt, zumindest hier, des Öfteren vor.

      • Nicole Knosta

        @Rohek:

        Ich habe hier noch nie die Worte "Männliches Milieu" gelesen...Aber falls sie es gesehen haben schicken sie es gerne.

        • Rohek

          @Nicole Knosta:

          Da haben Sie natürlich einen gewichtigen Einwand formuliert. Mein Kommentar meinte eher ein Phänomen, das auch gerne umgeschrieben wird mit: das Problem heißt Männer, oder manosphere, toxische Männlichkeit etc.

          • nihilist

            @Rohek:

            Das sind allerdings recht unterschiedliche Begriffe. Welches gemeinsame Phänomen ist denn gemeint?

  • Bolzkopf

    Jaja,teilweise gewaltbereit, teilweise korrupt, teilweise Fake-Doktor, teilweise Steuerhinterzieher, teilweise kriminell.



    Das sind sie - aus dem christdemokratischen Millieu.



    Genauso wie aus jedem anderen Milieu ...

    • ASD

      @Bolzkopf:

      👌👍