LeserInnenbriefe

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Alles nur Schönfärberei

betr.: „Koalition will Renten verbessern“, taz vom 30. 5. 2017“

Was für eine Augenwischerei von der Großen Koalition, wenn sie die Ausgangslage für betriebliche und private Altersversorgung verbessern will! Was passiert zum Beispiel mit der betrieblichen Altersversorgung, wenn ein Unternehmen pleite geht oder Insolvenz beantragen muss?

Und die private Rentenversicherung, was auch gerne als Riester-Rente bezeichnet wird, ist für viele Arbeitnehmer nur ein Luftschloss! Denn Arbeitnehmer, die den gesetzlichen Mindestlohn erhalten oder zum Beispiel in Teilzeit arbeiten, können mit Sicherheit kein Geld beiseite packen, um privat für die Rente vorzusorgen! Darum ist das alles nur Schönfärberei!

RENÉ OSSELMANN, Magdeburg

Löchern der Erde – kein Fake

betr.: „The real Donald Trump“, taz vom 29. 5. 17

Messieurs, mesdames, der amerikanische Präsident Trump hat schon ganz recht, das Klimaabkommen ist ein Fake – bedeutet dieses „Abkommen“ doch nur, dass beim Löchern dieser Erde nur mehr dafür getan wird, dass die „Abfälle aller Art“ nicht direkt in die Atmosphäre und in die Flüsse geraten. Die Explosion der Erdbevölkerung bleibt, und der Ressourcenabbau steigt weiter und löchert den Globus, und die nutzbaren Flächen schrumpfen. Da sollte schon richtig gedacht und gehandelt werden, aber bitte nicht nur in eine Richtung. KLAUS BÄTJER, Hagen

Wagenknecht-Mobbing

betr.: „Der Zuckerberg, Teil 2“, taz vom 29. 5. 17

liebe taz, dass du seit geraumer zeit von einem links-grünen zu einem insgesamt politisch eher schwer verortbaren blatt geworden bist, daran habe ich mich ja gewöhnt. eine typische filterblasen-selbstbestätigungs-postille brauche ich auch nicht. aber hör endlich damit auf, immer wieder solche uraltsäue durchs pressedorf zu treiben wie die mär von der angeblich faschistoiden frau wagenknecht. das hat mit der abbildung kontroverser meinungen nichts mehr zu tun. verunglimpfungen im stil von hannemanns „heil wagenknecht!“ sind keine meinungsäußerungen, schon gar keine, die mit qualitätsjournalismus zu tun haben, sondern für eine politikerin wie frau wagenknecht, die sich bislang ausnahmslos auf die seite der sozial schwachen gestellt hat, schlicht ehrabschneidend.

wer wie herr hannemann solche journalistische logorrhoe absondert, braucht sich über den dünnschiss auf facebook nicht zu beklagen. MARCUS NEUERT, Minden

Béton brut

betr.: „Zurück zum Beton“, taz vom 30. 5. 17

Der im Deutschen etwas ungelenke Begriff Brutalismus leitet sich aus dem französischen béton brut ab und bedeutet dort nichts weiter als Sichtbeton, also in seiner Oberfläche nicht zusätzlich behandelter oder gar verkleideter Beton.

Die Auseinandersetzung mit Bauten der späten 1960er und 1970er Jahre, denen gemeinhin eine Vorliebe für diese Materialisation bescheinigt wird, ist nicht so neu, wie der Autor vermuten lässt. Rem Koolhaas und seine Büros OMA/AMO widmeten sich ihnen etwa auf der Architekturbiennale 2012 in Venedig: Public Works (Architecture by Civil Servants), im Deutschen erneut ungelenk als Architektur der anonymen Bürokraten rezipiert. Koolhaas spielte darauf an, dass diese Phase wohl weltweit die letzte der großen, kommunal konzipierten und dirigierten Bauvorhaben öffentlicher Daseinsvorsorge gewesen ist. Danach obsiegten die privaten Investoren. Der britische Verlag Blue Crow Media hält eine kleine Reihe entsprechender Stadtpläne bereit, ein Brutalist Maps Set zu Sydney, London, Paris und Washington. Und die Denkmalpflege übersieht hoffentlich nicht dieses zukünftige Aufgabengebiet. BETTINA MARIA BROSOWSKY, Braunschweig

Fußball ist nicht gleich Fußball

betr.: „Erfolg ist weiblich. Und muss still sein“, taz vom 29. 5. 17

Danke für diesen Artikel! Er verdeutlicht wieder einmal, dass Fußball eben nicht gleich Fußball ist, sondern dass Frauensport beim DFB auch 2017 eine durchaus politische Bedeutung haben kann. Ich freue mich schon auf die Berichterstattung der taz zur diesjährigen EM und hoffe, hier auf mehr Begeisterung zu stoßen, als es in meinem Freundes- und Bekanntenkreis der Fall ist. SVENJA MACHT, Weimar

Schamlos und naiv

betr.: „Lasst uns kreischen“, taz vom 25. 5. 17

wie schamlos musste eine evangelische kirchentagsleitung sein, einen herrn obama einzuladen. wie naiv musste ein großteil der kirchentagsbesucherInnen sein, diesen kriegsverbrecher anzuhimmeln, der den drohnenkrieg immens ausgeweitet hat, der ossama bin laden ermorden ließ, der guantánamo nicht auflöste.

EBERHARD B. PLUEMPE, Bremen

Standhaft im Irrtum

betr.: „The real Donald Trump“, taz vom 29. 5. 17

Der Erfolg – nicht nur Trumps – ist einfach zu erklären. „Politiker werden nach ihrer Standhaftigkeit beurteilt, leider beharren sie deshalb auf ihren Irrtümern.“ Und diese alte Erkenntnis von Oscar Wilde gilt leider nicht nur für die USA!

GERD JÜTTNER, Leinfelden-Echterdingen