Iran klassisch (Schiras-Isfahan)

Programm der Reise

vom 6. - 20. April und vom 13. - 27. Okt. 2018

In Gartencafé des Abbassi-Hotels in Isfahan Bild: Wolfgang Zügel

1. Tag

Die Reisenden fliegen von verschiedenen deutschen Flughäfen mit Turkish Airlines nach Istanbul, wo sich die Gruppe am Abflugschalter des Turkish-Airlines-Fluges nach Teheran trifft. Vor der Landung in Teheran werden alle Frauen ein Kopftuch anlegen. Ankunft in der iranischen Hauptstadt um Mitternacht – wir fahren vom Flughafen aus direkt zum Hotel.

2. Tag

In den nächsten drei Tagen werden wir bei vielen Busfahrten durch Teheran diese moderne Millionen-Metropole an den Hängen des Elburs-Gebirges kennenlernen. Bei unseren Besichtigungen müssen wir uns quer die Stadt mit ihrem geschäftigen Verkehr bewegen.

Am ersten Vormittag lernen Sie zunächst bei einem Spaziergang die Umgebung unseres Hotels kennen. Es liegt ziemlich in der Mitte Teherans in der Nähe eines Parks, direkt neben der ehemaligen US-amerikanischen Botschaft, in der 1980 die Geiselnahme stattfand.

Nachmittags besuchen wir das Nationalmuseum, das eine erste Einführung in die Jahrtausende alte Kulturgeschichte Persiens bietet.

Golestan-Palast in Teheran. Bild: Wolfgang Zügel

3. Tag

Am Vormittag haben Sie Gelegenheit, in den vielen Buchhandlungen im Universitätsviertel, wo seit fast 40 Jahren wöchentlich das Freitagsgebet stattfindet, zu stöbern. Anschließend besuchen wir im Laleh-Park das Museum für zeitgenössische Kunst (einst von Farah Diba in Auftrag gegeben). Falls noch Zeit ist, kann auch das nahe gelegene Teppich-Museum mit Meisterwerken aus allen iranischen Teppich-Regionen besucht werden.

Bei einem Spaziergang im Zentrum Teherans besteht am Nachmittag die Möglichkeit, den Golestan-Palast zu besichtigen, die Residenz der Ghadscharen aus der Zeit vor der Pahlawi-Dynastie, und einen Blick in den Basar zu werfen. Abendessen in einem Restaurant.

4. Tag

Am Vormittag ist Gelegenheit, die Stadt individuell zu erkunden. Nach der Mittagspause fahren wir mit unserem Kleinbus in den schicken Norden Teherans an den Rand des Elburs-Gebirges. Wir können einen der Schah-Paläste besuchen, beide liegen in großzügigen Parkanlagen, und vom populären Djamdjediyeh-Park aus die Stadt von oben überblicken.

Abends fahren wir zurück ins Zentrum der Stadt zum Abendessen in einem Restaurant; danach können Sie in der Umgebung des Hotels noch das ‚Kulturhaus‘, u.a. eine Galerie für Teheraner Künstler mit Gartenanlage und Restaurants, oder eine der hippen Café-Bars besuchen.

Aqā-Bozorg-Moschee in Kaschan Bild: Michael Schulte

5. Tag

Nach dem Frühstück beginnt unsere Reise in den Süden, die uns nach Kaschan an den Rande der großen Salzwüste Dasht-e Kavir bringen wird. Aber zunächst besuchen wir südlich von Teheran den Märtyrer-Friedhof Behesht Zahra und das durch Spenden der Bevölkerung finanzierte Mausoleum von Imam Khomeini. An dem riesigen Komplex wird noch gebaut, aber das eigentliche Mausoleum ist inzwischen fertiggestellt und für Pilger und Touristen geöffnet.

Am Nachmittag erreichen wir Kaschan. Der Legende nach sollen die heiligen drei Könige von hier aus nach Bethlehem aufgebrochen sein. Kaschan ist berühmt für seine Teppiche, Samtgewebe, glasierte Keramik und besonders für seine Kacheln, die im Persischen kashi (aus Kaschan stammend) heißen. Vor dem Abendessen unternehmen wir noch einen kleinen Spaziergang durch die Altstadt. Abendessen im Hotel.

6. Tag

Am Vormittag fahren wir in die heilige Stadt Ghom. Aufgrund seines bedeutenden schiitischen Heiligtums ist Ghom nach Maschhad wichtigster Pilgerort in Iran. Zudem befindet sich hier die zentrale Ausbildungsstätte für die schiitische Geistlichkeit. (Die Besichtigung der heiligen Stätte ist für Nichtmuslime nur bis zum Innenhof möglich). Bei einem Treffen mit einem Geistlichen können wir Fragen über das Leben, die Gesellschaft und die Religion in Iran stellen.

Nach der Mittagspause Rückkehr nach Kaschan; Rundgang durch diese interessante Stadt, die wegen einer ergiebigen Quelle zu den am längsten besiedelten Orten auf dem iranischen Hochland zählt. Wir besichtigen einige prachtvolle Bürgerhäuser aus dem 19. Jahrhundert, eine Medresse sowie Moscheen und vor allem den Basar, der architektonisch zu den interessantesten in Iran zählt. Abendessen im Hotel.

Teestube im Basar von Kachan Bild: Thomas Hartmann

7. Tag

Aufbruch nach Isfahan über Natanz. Hier können wir einen alten Sufi-Konvent mit einer wundervollen, mit Kalligrafien geschmückten Fassade, ein altes Herrenhaus und ein Hosseiniyeh (Theater für Passionsspiele) bewundern. Am späten Nachmittag erreichen wir das prächtige Isfahan, die Hauptstadt Irans in der Safawidenzeit.

„Esfahan, Naqsch-e-Dschahan" – Isfahan, Abbild der Welt, so bezeichnet der Volksmund die Stadt wegen ihrer unzähligen und beeindruckenden Prunkbauten. Eine märchenhafte Kulisse mit türkisblauen Kuppeln, imposanten Palästen, Moscheen und Mausoleen.

Isfahan - der zentrale Platz "Meydan-e Emam" Bild: Hartmut Niemann

Dort beziehen wir am späten Nachmittag unser Hotel. Abendessen in einem Restaurant.

8. Tag

Auf unserem Stadtrundgang werden wir von der Terrasse des Ali-Ghapu-Palastes den Blick über einen der schönsten Plätze der Welt schweifen lassen: den Meidan-e Imam (UNESCO-Kulturdenkmal) mit seinen mächtigen Moscheen und Arkaden. Dann besuchen wir den berühmtesten Basar des Landes, die Grünflächen und Wasserspiele formen ein Ensemble, das europäische Reisende des 16. Jahrhunderts zum Schwärmen brachte.

Nahebei liegt der erhaltene Teil des ehemaligen Paradiesgartens der Herrscher mit dem Chehel-Sotun-Palast und dem im Zentrum des ehemaligen Nachtigallen-Gartens gelegenen Hascht-Behescht-Pavillon („die acht Paradiese“). Aber auch das Abbassi-Hotel, das ehemalige Gästehaus des Schahs mit seiner großen Gartenanlage im Innenhof, in dem man z. B. Tee trinken und seinen Gaumen mit persischen Süßigkeiten verwöhnen oder eine „Asch“ genannte Suppe essen kann, lohnt den Besuch.

9. Tag

Ein stadthistorischer Spaziergang ins alte Judenviertel Isfahans. Hier stehen noch mehrere bescheidene, kleine Synagogen. Auf dem Südufer des von reich verzierten Brücken überspannten Flusses Zayande-Rud liegt das Armenierviertel Djolfa mit seinen vielen christlichen Kirchen. Aber auch die Zeit vor den Safawiden ist prominent vertreten: mit der großen Freitagsmoschee, an der viele Jahrhunderte lang in verschiedenen Epochen und Stilen gebaut worden ist.

Freitagsmoschee in Isfahan. Bild: Michael Schulte

Der Nachmittag steht zur freien Verfügung, z.B. für einen Einkaufsbummel im Basar, der berühmt ist für seine Teppiche, Gewürze und sein Silber-, Messing- und Textilhandwerk. Wir empfehlen einen Besuch des neu eröffneten Musikinstrumente-Museums im armenischen Viertel - hier werden Sie erfahren, wie das persische Instrument "Tar" in Andalusien zur "Guitare" wurde.

10. Tag

Auf dem Weg nach Yazd besuchen wir in Na’in eine Moschee aus dem 10. Jahrhundert, die noch dem arabischen Bautypus entspricht, und das gegenüberliegende safawidische Herrenhaus. Unser nächster Halt ist Meybod, ein Städtchen mit der alten, ganz aus ungebrannten Lehmziegeln gebauten Burg Qal’eh Narin und einem Komplex, der eine schön restaurierte Karawanserei aus der Zeit von Schah Abbas sowie einen historischen Eiskeller enthält.

Am Nachmittag erreichen wir die Wüstenstadt Yazd. Vor dem Abendessen ist noch Zeit für einen Spaziergang durch die Altstadtgassen mit ihrer typischen Lehmbauweise.

Moschee in Yasd Bild: Anne Quirin

11. Tag

Yazd ist ein alter Handelsplatz an der Karawanenstraße, die Iran mit Indien verband. Noch heute ist sie ein Zentrum der Zoroastrier, der Anhänger jenes von Zarathustra (Zoroaster) gestifteten Glaubens, der in Iran vor der Eroberung durch die Araber Staatsreligion war. Wir besuchen ihren Feuertempel sowie die „Türme des Schweigens“, auf denen sie ihre Toten bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts in einer „Himmelsbestattung“ beisetzten.

Yazd hat uns aber noch mehr zu bieten: u.a. ein Museum, welches das uralte Bewässerungssystem erläutert, und eine Henna-Mühle. Auch lohnt ein Gang durch die mit Lehmarchitektur gesäumten Gassen (UNESCO-Kulturdenkmal), bei dem man zahlreiche Windtürme entdecken wird. Auf dem Weg besuchen wir die wegen der Hitze unterirdisch angelegten Textilwerkstätten der Brokat- und Seidenherstellung und gelangen schließlich zur eleganten Freitagsmoschee.

Abends besuchen wir in einer ehemaligen Zisterne ein Zur-Khaneh („Krafthaus“), eine Stätte, in der (nur von Männern) ein traditionelles Krafttraining praktiziert wird, bei dem sich religiöse Elemente mit sozialen, kulturellen und patriotischen Komponenten mischen.

Männer beim Kraftsport in einem "Zur-Khaneh" Bild: Joachim Wieshofer

12. Tag

Wir verlassen Yazd und fahren durch eine Wüsten- und Gebirgslandschaft nach Schiras. Wir überqueren eine Bergkette, deren höchster Gipfel, der Shir-Kuh, über 4.000 m hoch ist, und erreichen zunächst Abarkuh, einst ein wichtiger Karawanenrastplatz in jener wüstenhaften Einöde. Unterwegs picknicken wir an einem kleinen Park, in dessen Mitte eine über tausend Jahre alte Zypresse wächst (die Schätzungen geben ihr bis zu 4000 Jahre). Gegenüber ist das historische Eingangstor einer theologischen Hochschule zu sehen, die vielleicht noch aus der Mongolenzeit stammt.

Am Nachmittag blicken wir bei den Palastruinen von Parsagadae, der ersten Hauptstadt der Archämeniden, weit in die Vergangenheit zurück und besichtigen das Grabmal von Kyros dem Großen (UNESCO-Kulturdenkmal).

In der Nähe der großartigen Ruinen von Persepolis liegt unser Tagesziel: das Hotel Apadana. Wir beziehen unsere Zimmer und essen im Hotel zu Abend.

Persepolis war die Haupstadt des antiken Perserreichs, vor 2.500 Jahren von Darius I. gegründet. Bild: Anna Quirin

13. Tag

Am Morgen besichtigen wir die Palastruinen von Persepolis, einen Schauplatz der Weltgeschichte. Hier war um 500 vor Chr. eins der wichtigsten Zentren des achämenidischen Großreiches. Wir laufen durch die imponierenden Überreste der von Alexander dem Großen in Brand gesetzten Palastanlage. Majestätische Säulenhallen und unter Schutt und Asche bewahrte kunstvolle Reliefs zeugen noch heute von Prunk und Pracht der einstigen Königsstadt (UNESCO-Kulturdenkmal).

Nach einer Mittagspause besuchen wir noch die nahe gelegenen Felsreliefs „Naqsch-e Rostam“ (das „Bildnis des Rostam“, eines iranischen Nationalhelden) und „Naqsch-e Radschab“ und fahren dann die restlichen rund 50 km nach Schiras. Vor dem Abendessen im Hotel bleibt noch Zeit für individuelle Spaziergänge, z. B. durch den Basar.

14. Tag

Schiras ist die elegante unter Irans Städten, die Stadt verströmt eine Leichtigkeit des Lebens, die ein wenig an Italien denken lässt. Fröhlich verspielt sind auch die rosigen Kacheln der Moscheen und Madresen mit ihren Vogel-, Tier- und Blumenmotiven. Vormittags besuchen wir die 1773 gebaute Wakil-Moschee, gehen durch den Basar zur Nasir-ol-molk-Moschee.

Es liegt wohl an Orten wie dem Orangengarten Bagh-e Naramdschestan, dass man Iran das Land der Rosen und Nachtigallen nennt. Schiras ist berühmt wegen seiner paradiesischen Gärten und als Heimat der weltbekannten Poeten Hafis und Sa‘adi. Ihre Grabdenkmäler liegen in schönen Parks, zu denen ganz Iran pilgert – Junge und Alte, Städter oder Provinzler. Und alle kennen Hafis-Gedichte auswendig. Auch wir werden einige Gedichte der Dichter hören. Beim Abschiedsessen haben wir Gelegenheit, uns über die Erlebnisse der Reise auszutauschen.

Schiras: Mosaik am Pavillon eines "Paradiesgartens" Bild: Michael Schulte

15. Tag

Schon in der Nacht werden wir zum Flughafen fahren. Turkish Airlines fliegt gegen 4 Uhr nach Istanbul und von dort individuelle Weiterfahrt in die Heimatorte; zwischen 10 und 11 Uhr kommen alle Flüge in verschiedenen deutschen Flughäfen an.

Umstellungen und Änderungen im Detail sind möglich. Stand: 30. Nov. 2017