Fuckparade mit halber Power

Nur mäßig laut wummert der harte Techno von den drei Lautsprecherwagen herunter. Die Stimmung unter den Punkern, Gepiercten, Langhaarigen und Hippies auf der Berliner Fuckparade stimmte trotzdem. Der Zug rollte Samstagnachmittag von der Reinhardtstraße am Bunker in Richtung Alexanderplatz. Parallel zur Love Parade demonstrierten die rund 800 Anhänger der Fuckparade friedlich für das Recht auf Party und die Rechte subkultureller Minderheiten. Die Wagen waren mit schwarzen Totenkopffahnen dekoriert. Auf Transparenten hieß es: „Party for your right to fight.“ Im vergangenen Jahr durfte auf der Fuckparade keine Musik gespielt werden. Jetzt waren Lautsprecher wieder erlaubt – allerdings nur mit halber Power. Das war den Demonstranten erst einmal ein Pfeifkonzert wert, doch als die Wagen losrollten, waren alle begeistert. Längst verstehen sich die Teilnehmer der Fuckparade nicht mehr als Gegendemonstranten zur Love Parade. Da die „große Schwester“ keine politische Demonstration mehr sei, sei ihm der unpolitische Dr. Motte egal, gab Veranstalter Martin Kliehm alias DJ Trauma XP zu. Blöd fanden die wahren Anhänger der Fuckparade die Love Parade trotzdem. „Wenn wir aber mal eine Party machen wollen, bekommen wir nur Ärger“, sagte ein DJ. In seiner Meinung bestätigt sah er sich durch das Polizeiaufgebot. Immerhin waren nach Polizeiangaben rund 200 Beamte im Einsatz. Die Fuckparade gibt es seit 1997. Damals hieß sie noch „Hateparade“.