Isfahan und Teheran

Programm der Reise

vom 8. - 17. Juni 2019

"Meydane-e Emam" heißt heute der zentrale Platz Isfahans aus der Zeit der Safawiden, er gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe Bild: Heiko Brötje

1. Tag

Die Reisenden fliegen von verschiedenen Heimatflughäfen mit Turkish Airlines nach Istanbul, wo sich die Gruppe am Abflugschalter des Turkish-Airlines-Fluges nach Isfahan trifft. Im Flugzeug werden alle Frauen vor der Ankunft in Isfahan ein Kopftuch anlegen. Ankunft in Isfahan mitten in der Nacht –  wir fahren vom Flughafen zum Hotel und gehen schlafen.

2. Tag

Vormittags schlafen wir aus. Nach einem späten Frühstück lernt sich die Reisegruppe kennen und die Reiseleiter erläutern das Programm.

Wir beginnen mit einem Spaziergang durch die Gassen des alten Basars zum Meydan-e-Emam, dem zentralen Platz der Stadt, die von den Safawiden-Herrschern Anfang des 17. Jahrhunderts zur Hauptstadt ausgebaut wurde. Heute begnügen wir uns damit, das kleinste Schmuckstück am Platz zu besuchen: die kleine Lotfallah-Moschee, einst Privatmoschee der Schah-Familie.

Tuchdrucker im Basar von Isfahan Bild: Heiko Brötje

Beim Spaziergang widmen wir uns auch der Gegenwart, schauen zum Beispiel Handwerkerinnen über die Schultern, die ihre Werkstatt neben dem großen Platz betreiben.

Auf dem Weg zum Abendessen in einem traditionellen Restaurant kommen wir an einem weiteren Glanzstück der Safawiden vorbei: am Gartenpalast „Chehel Sotun“ (Vierzig Säulen), der geschmückt ist mit außergewöhnlichen Wandgemälden im Stil der Miniaturen-Malerei sowie europäischer Künstler aus Venedig.

Wer nach dem Abendessen noch unternehmungslustig ist, kann zum nahen Fluss spazieren, in dessen Uferanlagen viele Isfahaner die warme Nacht zum Bummeln und Picknicken nutzen – auch wenn im Fluss (meist) kein Wasser mehr ist. In den Bögen der großen, alten Brücken genießen Gruppen von Jugendlichen die Anonymität der Nacht, singen und machen Musik.

Isfahan: eine der alten Brücken über den Fluss Zayandeh-Rud, als er noch Wasser hatte Bild: Jens Heuermann

3. Tag

Am Vormittag besuchen wir das armenische Viertel Dschulfa (Djolfa) mit seinen alten Kirchen, die orthodoxe Ikonen-Malerei mit safawidischer Fliesenkunst kombinieren. Beim Besuch eines privaten Musikinstrumente-Museums erfahren wir mehr über iranische Musiktraditionen.

Nach dem Mittagessen geht es zum großen Platz zurück; wir schauen uns seine zwei wichtigsten Baudenkmäler an: den „Ali Qapu“, eine Art Tribüne des Herrschers für öffentliche Empfänge und Paraden, von den Safawiden-Herrschern der ‚Hohe Pforte‘ der Osmanen in Istanbul nachempfunden, sowie die große Imam Moschee, gebaut von Safawiden-Shah Abbas dem Großen. Dort nutzen wir die Gelegenheit, mit einem Geistlichen zu diskutieren.

Am Nachmittag ist Zeit, auch individuell durch den Bazaar zu bummeln und einige Ecken näher anzuschauen.

Vor dem Abendessen besuchen wir noch ein „Zurkhane“, wörtlich „Krafthaus“, eine Art traditionelles Fitness-Studio. Hier werden alte persische Sportarten wie das Schwingen von bis zu 40 kg schweren Holzkeulen, aber auch soziale und ethische Werte gepflegt (seit 2010 gehören die Zurkhane-Rituale zum Immateriellen Kulturerbe der UNESCO). Diese sehr populären Sportstätten gibt es überall in Iran. Die besten der Keulen schwingenden Teams tragen nationale Meisterschaften aus.

Den Tag beschließen wir in einem Gartenrestaurant.

Isfahan: Geschäftsstraße in der Nähe des Basars Bild: Thomas Hartmann

4. Tag

Am Vormittag steht ein Besuch der Freitagsmoschee auf dem Programm. Von einer Expertin lassen wir uns durch dieses Monument aus sieben Jahrhunderten iranischer Sakralbaugeschichte führen.

Danach blicken wir wieder in die Gegenwart: in einem der modernen Cafés im Zentrum erfahren wir mehr über die in den letzten Jahren boomende Espresso-Kultur in Iran:von der Rösterei bis zum Fachmagazin und vor allem: wer besucht die vielen neuen Cafés?

Gegen Mittag starten wir zu einem Ausflug ins Tal des Flusses Zayandeh-Rud. Nach knapp 100 km durch trockenes Gelände gelangen wir zum grünen Band des Flusses, der hier noch Wasser führt. Badestellen erfreuen sich großer Beliebtheit, viele Familien grillen auf den Uferwiesen. Auf dem Weg besuchen wir das Mausoleum Pir Bakran, einen Sufi-Schrein aus dem 13. Jahrhundert.

Am Abend kehren wir in unser Hotel nach Isfahan zurück.

Theologische Debatten haben in Iran eine lange Tradition Bild: Hartmut Niemann

5. Tag

Gleich nach dem Frühstück brechen wir nach Teheran auf. Bei einem Stopp in Ghom, dem intellektuellen Zentrum des iranischen Klerus, besuchen wir das berühmte schiitische Heiligtum und sprechen mit dem Rektor einer Religiösen Universität, einem Geistlichen.

Kurz vor Teheran, in den südlichen Vororten der Hauptstadt, liegen zwei weitere Etappenziele: das gewaltige, noch im Bau befindliche Khomeini-Mausoleum und der Märtyrerfriedhof Behesht-e Zahra aus dem Iran-Irak-Krieg.

Dann kommen wir nach Shahr-e Rey, auch noch Vorort, aber längst wie ein Stadtteil in die Metropole Teheran integriert. Diesen Ort gab es schon lange vor der Gründung Teherans. Sein Mittelpunkt ist eine populäre schiitische Pilgerstätte, mit deren Bau im 9. Jahrhundert begonnen wurde: die weitläufige Anlage um das Grabmal von Schah Abdol Azim. Wir erleben, wie tief verwurzelt die Verehrung der heiligen Nachfahren Alis im Volksislam ist.

Teheran/Schahr-e Rey: Eine entspannte Athmosphäre herrscht im Innenhof der Pilgerstätte Imamzadeh Schah Abdol Azim Bild: Thomas Hartmann

In einem einfachen Restaurant neben der Pilgerstätte essen wir zu Abend. Anschließend fahren wir noch fast eine Stunde durch belebte Straßen bis zu unserem Hotel im Zentrum Teherans.

6. Tag

Wir beginnen mit einem Orientierungsspaziergang im Viertel unseres Hotels, in dem Galerien und Cafés, das „Haus der Künstler“ und auch die ehemalige US-Botschaft liegen.

Dann steigen wir in unseren klimatisierten Kleinbus, mit dem wir in den nächsten Tagen in der Riesen-Metropole unterwegs sein werden, und fahren zu einem der großen Parks im Zentrum von Teheran, zum Laleh-Park. Auf seinem Gelände sind zwei interessante Museen: das Teppichmuseum mit exquisiten Beispielen traditioneller persischer Teppich-Kunst aus allen Regionen des Landes und das Museum für moderne Kunst.

Dieses einst von Farah Diba initiierte Museum ist architektonisch interessant und besitzt die größte Sammlung moderner Malerei und Grafiken außerhalb Europas und der USA. Es spielte Anfang der 2000er Jahre eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der modernen Kunstszene in Teheran.

Museum der modernen Kunst in Teheran Bild: Constanze Bruckner

Nach einem Mittagsimbiss sehen wir uns im nahen Universitäts-Viertel um. In seinen Buchläden kann man nach englisch sprachigen Büchern (vor allem zu Kunst, Dichtung und Geschichte Irans) oder auch nach Karten stöbern.

Am späten Nachmittag fahren wir nach Nord-Teheran bis an den Rand des Elburs-Gebirges, nach Darakeh. Die kühlen Täler und Hänge des hier steil ansteigenden Gebirges sind gerade im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel der Teheraner. Auch wir wandern ein Stück in das Tal hinein. Viele Teehäuser und Restaurants bieten Wanderern und Freizeit-Sportlern Rast und Erholung – und uns eine große Auswahl für das Abendessen.

7. Tag

Am Vormittag machen wir einen Ausflug auf den Tochal, den fast 4.000 Meter hohen Hausberg Teherans. Wir schaukeln in einer der längsten Seilbahnen der Welt (7,5 km) bis fast auf den Gipfel. Ein herrlicher Blick über die ganze Stadt erwartet Sie - soweit der Smog es zulässt.

Einfaches Garten-Teehaus für Wanderer im Elburs-Gebirge nördlich von Teheran Bild: Michael Schulte

Nach unserer Rückkehr in das Verkehrsgewühl der Metropole unternehmen wir einen Galerien-Rundgang im Zentrum von Teheran. In den letzten zehn Jahren hat sich hier eine lebendige Galerien- und Kunst-Szene entwickelt, mit nationaler und internationaler Bedeutung. Interessant ist, wie die Galerien zu einer Art Schnittstelle geworden sind zwischen öffentlichem Raum und privater Lebenswelt, wie sie die Mittelschicht Teherans lebt.

Am Abend ist der Besuch einer Theateraufführung geplant. In einem Gartenrestaurant werden wir den Tag ausklingen lassen.

8. Tag

Am Vormittag wird Gelegenheit sein, individuelle Interessen zu verfolgen, z.B. nach Geschenken und Mitbringseln zu suchen. Natürlich geben die Reiseleiter gerne Hilfestellungen: der Basar, weitere interessante Museen oder Kunstgalerien sind gut mit der Metro erreichbar, ebenso moderne Shopping-Malls, eine Art Schaufenster des Alltagslebens. Eine Gruppe kann auch in Begleitung des Reiseleiters das Nationalmuseum sowie den Golestan-Palast besuchen.

Vor einem Gebäude des Golestan-Palastes im Zentrum von Teheran Bild: Thomas Hartmann

Gegen Mittag fahren wir mit der Metro zum Tajrish-Platz, einem geschäftigen Knotenpunkt in Nord-Teheran. Hier erwartet uns eine weitere bekannte Pilgerstätte Teherans, das Imamzadeh Saleh, sowie ein schmucker Stadtteil-Basar, in dem auch viele Maler ein Atelier betreiben und Malkurse anbieten.

Danach geht es noch ein Stück weiter hoch zur Parkanlage des Saadabad-Palaste. Herrscher der Qadscharen-Dynastie erbauten im 19. Jahrhundert hier in den kühlen Hängen die ersten Gebäude als Sommerresidenz; der letzte Schah lebte auch hier. Heute ist die gesamte Anlage ein Museum.

Vor Beginn der Abenddämmerung erreichen wir den Milad-Tower, den Fernsehturm der Stadt, von dessen Spitze aus man die Ausmaße der Metropole überblicken kann: vom Khomeini-Mausoleum im Süden bis zu den Hängen des Elburs-Gebirges im Norden liegen rund 35 Kilometer.

Abendessen in einem Café-Restaurant, das von einer Filmemacherin betrieben ein Treffpunkt von Künstlern ist.

Anschließend nehmen wir noch einen nicht-alkoholischen Trink auf der außergewöhnlichen Fußgänger-Brücke 'Torbiat'. Das Bauwerk einer jungen Architektin überbrückt eine Stadtautohahn im populären Park „Abo-o-Atash“. Die Brücke auf drei Ebenen mit Cafés und Restaurants ist zum neuen Wahrzeichen Teherans geworden.

Teheran: die Fußgängerbrücke "Tabiat" über einer Stadtautobahn bietet auf 3 Laufebenen auch Cafés und Restaurants Bild: Heiko Brötje

9. Tag

Bei einem Gespräch in der Deutschen Botschaft besteht Gelegenheit, Fragen zur Sprache zu bringen, die während der Reise entstanden sind. Wir werden über den aktuellen Stand des Ringens um die US-Sanktionen informiert und wie dies auf die Beziehungen zwischen Deutschland und Iran ausstrahlt.

Zum Mittagessen können Sie das traditionelle Familiengericht, “Dizi”, eine Art Gemüse/Fleisch-Eintopf, in einem schicken modernen Restaurant kosten – nach einigen langen Minuten auf der Wartebank vor dem immer vollen Restaurant.

Am letzten Nachmittag schlagen wir noch einen Spagat vor: zunächst den Besuch des kleinen aber feinen Glas und Keramik Museums, in einer schönen, vor 100 Jahren gebauten Stadtvilla eines Premierministers des Schahs, und danach eine Auseinandersetzung mit der jüngeren Geschichte im 2013 eröffneten „Museum der heiligen Verteidigung“ ("der Islamischen Republik" ist zu ergänzen).

Es zeigt die Wunden, die der Iran-Irak-Krieg im Land geschlagen hat, seine Bedeutung für die islamische Republik und welche enormen Anstrengungen es bedurfte, um die Armee von Saddam Hussein wieder aus dem Land zu treiben. Daran wird heute angesichts der US-Sanktionen oft erinnert.

Für das letzte Abendessen in einem Restaurant in der Nähe unseres Hotels wollen wir einen deutsch sprachigen Schriftsteller als Gast einladen.

Nord-Teheran, im Hintergrund die Hänge des Elburs-Gebirges Bild: Thomas Hartmann

10. Tag

Nach dem Frühstück bleibt nicht viel Zeit, sich von Teheran zu verabschieden. Gegen 11 Uhr fährt unser Bus zum Flughafen. Der Turkish-Airlines-Flug hebt um 17:20 Uhr ab. Bis 21 Uhr kommen die Reisenden in verschiedenen deutschen Flughäfen an.

Umstellungen und Änderungen im Detail möglich. Stand: 10. 1. 2019

Der Rückflug kann individuell auch später erfolgen. Näheres beim Veranstalter.