Die Brache soll leben

MITMACHFESTIVAL Die Initiative „Aller-Ort“ will das Nordmende-Gelände interkulturell erschließen

Die Industriebrache an der Godehardstraße in Bremen-Hemelingen soll temporär wiederbelebt werden. Am Mittwoch war der Spatenstich zur Erschließung des Geländes. Das soziokulturelle Stadteilprojekt „Aller-Ort“ möchte die 75.000 Quadratmeter große Fläche kulturell nutzen. Beteiligt sind das „Alsomirschmeckts!-Theater“, das „Autonome Architektur Atelier“ (AAA) und der „Kunst- und Kulturverein Schule 21 e.V.“.

Vom 15. Juni bis zum 17. Juli soll das seit acht Jahren brach liegende Gelände durch künstlerische Workshops und den Aufbau von Infrastruktur belebt und vielfältig genutzt werden. Lehm- und Super-8-Workshops, Theaterproduktionen, der Bau und die Nutzung einer offenen Bühne sowie eine Pflanzenstation sind kostenlose Mitmach-Aktionen für „jeden, der vorbeikommt“, sagt Silvan Stephan vom Alsomirschmeckts!-Theater. Das Kulturprojekt soll schließlich in einem großen interaktiven Abschlussfestival mit „identitätsstiftendem Charakter“ für die Brachfläche enden, plant Aller-Ort. Das Gelände habe einen offenen, innovativen Charakter, sagt die Künstlerin Marie-Luise Schweitzer. Dafür wünschen sich die VeranstalterInnen ein heterogenes, generationsübergreifendes Publikum.

Finanziell unterstützt wurde das Projekt von der Arbeitnehmerkammer Bremen, dem Beirat und dem Forum „Wohnen In Nachbarschaft“ Hemelingen, der Stadtteilstiftung Hemelingen und der Zwischenzeitzentrale Bremen mit insgesamt 19.000 Euro. Hemelingen solle als Stadtteil, der für Lebensqualität stehe, wieder mehr wahrgenommen werden, beschreibt Aller-Ort die Ausgangslage. Hinzu kommt, dass die Brachfläche zentral in Hemelingen liegt und sich in direkter Nachbarschaft zu vielen sozialen und kulturellen Einrichtungen des Stadtteils befindet.

Da sich in den vergangenen acht Jahren kein anderes Nutzungskonzept etablieren konnte, sei die Fläche laut Aller-Ort „wie geschaffen“ für einen temporären Kulturort. Nach den kommenden vier Wochen fällt die Fläche allerdings vorerst wieder in den Zustand einer Brache zurück.