Die Politik grätscht ins HSV-Chaos

VERTRAGSAUFLÖSUNG Die Vorstände Hoffmann und Kraus gehen, der FDP-Parlamentarier Jarchow kommt

Das Kommen und Gehen beim Hamburger SV geht weiter. Erst wurde Trainer Armin Veh an die Luft gesetzt, nun haben die Vorstände Bernd Hoffmann und Katja Kraus, deren am Jahresende auslaufende Verträge nach einem Votum des Aufsichtsrats nicht verlängert wurden, am Dienstag Auflösungsverträge unterschrieben.

Kommissarischer Nachfolger Hoffmanns wird Carl-Edgar Jarchow, 55, Gesellschafter der Videotheken-Kette „Empire Megastores“. Er ist seit 1990 HSV-Mitglied und war von 1998 bis 2001 Vize der Abteilung Fördernde Mitglieder/Supporters.

Von 2001 bis 2004 saß er im HSV-Aufsichtsrat und kritisierte zuletzt öffentlich die endlos lange Sportchefsuche. „Das ist ein besonderer Tag für mich. So lange ich lebe, bin ich Fan des Vereins“, sagte Jarchow.

Jarchow ist FDP-Abgeordneter in der Hamburger Bürgerschaft, die, wie es in der Pressemitteilung des HSV heißt, „als Feierabend-Parlament organisiert ist“. Er soll bleiben, bis ein neuer Vorstand gefunden ist.

Nachfolger von Ex- Nationaltorhüterin Kraus im Marketing-Bereich wird Joachim Hilke, 43, der bis 2010 für den Sportvermarkter „Sportfive“ tätig war und schon von 1998 bis 2001 im HSV-Vorstand saß. „Die Rolle ist mir auf den Leib geschneidert“, sagte Hilke.

Die Spieler des Hamburger SV hielten sich mit Bewertungen auffällig zurück. „Dazu habe ich nichts zu sagen“, erklärte Kapitän Heiko Westermann unmittelbar vor dem Training.

Paolo Guerrero sieht es ähnlich: „Das ist nicht unser Problem. Wir müssen gegen Köln gewinnen.“