Ermittlungen gegen rechte Band

Polizei sammelt bei bundesweiter Razzia Beweismaterial gegen Nazi-Band und nimmt vier Bandmitglieder fest. Glietsch sieht Erfolg bei Kampf gegen Rechtsextremismus

Das Beweismaterial sind CDs und Einlegeheftchen, T-Shirts und Waffen. Mit Genugtuung präsentierte die Berliner Polizei gestern im Polizeipräsidium, was sie am Vortag bei einer länderübergreifenden Razzia gegen eine Berliner Nazi-Band gesammelt hatte. Das Landeskriminalamt ermittele gegen die Mitglieder wegen Volksverhetzung, Verwendung von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen und Verstoßes gegen das Waffengesetz, sagte Polizeipräsident Dieter Glietsch. Vier Bandmitglieder wurden bei der Razzia vorübergehend festgenommen.

Gerichtet war der Schlag gegen die Band „Deutsch, Stolz, Treue“ (D.S.T.), die zur Tarnung X.x.X. verwendet. Auf der bereits 2005 veröffentlichten CD „Die Antwort aufs System“ befinden sich 13 Stücke mit antisemitischen und beleidigenden Texten. Im Stück „Die Auserwählten“ – gemeint sind die Juden – wird implizit der Holocaust verherrlicht. Darin heißt es: „Im letzten Jahrhundert erkannte man die Zeichen / Und eine starke Kraft befreite unser Volk / Doch unter dem Einfluss dieser feinen Auserwählten / Begann ab 45 eine schreckliche Zeit.“

Bei der Razzia seien Szeneläden und Hersteller sowie Vertreiber einer 2005 veröffentlichten CD der Gruppe im Visier der Ermittler gewesen, so Glietsch. An der Aktion waren insgesamt 75 Beamte in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen und Nordrhein-Westfalen beteiligt. Gegen die Band, so der Ermittlungsleiter Ralph-Peter Wagner, seien noch einige Verfahren anhängig.

In Berlin wurden fünf Wohnungen und ein Szeneladen durchsucht, im brandenburgischen Hennigsdorf ein Szeneladen. In Wismar fand die Polizei den Internetvertrieb der CD, hier beschlagnahmte sie als Zufallsfund auch eine scharfe Pumpgun mit Munition. In NRW und Hessen durchsuchten die Ermittler CD-Presswerke. Dort stellten sie Geschäftsunterlagen und die Master-CD sicher.

Glietsch wertete den Schlag gegen die Band als Ermittlungserfolg bei der Bekämpfung rechtsextremistischer Straftaten. Angesichts des bundesweit erheblichen Anstiegs von Propagandadelikten und rechtsextremistischen Straftaten im vergangenen Jahr werde die Bekämpfung des Rechtsextremismus auch 2007 ein Schwerpunkt der Berliner Polizeiarbeit sein.