Werder und seine Frauenmannschaft

Schade um die schönen Ausreden

Werder Bremen sucht Frauen. Die Fußball spielen wollen. Also Fußballerinnen. Für eine, nein, sogar zwei Mannschaften. Einfinden zur Sichtung sollen sich „leistungsstarke“ Frauen und Mädchen im März. Herzlichen Glückwunsch, Werder!

Kommentar vonEiken Bruhn

Doch bei aller Freude über die späte Einsicht bei den Werder-Altherren, dass Frauenfußball nicht das Ende des Patriarchats bedeutet, sondern eine Steigerung der Mitgliederzahlen – es ist doch schade um die abstrusen Ausreden, die sich die Jungs in den letzten Jahre so einfielen ließen. Ständig werde er gefragt, warum bei Werder keine Frauen spielen, hatte Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer 2003 in der taz genörgelt. Und versichert, dass sich daran in absehbarer Zeit nichts ändern würde. Nicht die fehlenden Damentoiletten dienten ihm dieses Mal als Grund, sondern: „Die Plätze sind ausgebucht.“ Außerdem wolle Werder nicht den kleineren Vereinen ihre Spielerinnen abjagen. Im gleichen Atemzug räumte Fischer ein, dass eine Werder-Frauenmannschaft dazu führen würde, dass sich mehr Mädchen für Fußball interessieren und damit auch den anderen Vereinen mehr Nachwuchs beschert würde. Aber wie es im Fußball so schön heißt: Der Ball ist rund, damit das Denken immer mal die Richtung wechseln kann.