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Die letzte Reise der alten Dame

Heute bekommt Hamburg noch ein Museumsschiff: Die Old Lady läuft in ihrem Heimathafen ein

Heute kann, wer möchte, Hamburgs drittes großes Museumsschiff begrüßen. „Um die Mittagszeit herum“, so die letzte Angabe gestern Nachmittag, wird die „Old Lady“ zum letzten Mal ihren Heimathafen Hamburg anlaufen. Der 1958 gebaute Stückgutfrachter entspreche „noch zu über 90 Prozent dem ursprünglichen Bauzustand“, schwärmt Joachim Kaiser von der Stiftung Hamburg Maritim: „Das kommt einem Wunder gleich.“

Für 450.000 Euro hat die Stiftung die Lady, die wieder ihren ursprünglichen Namen „Bleichen“ erhalten soll, vor der Verschrottung gerettet. Zusammen mit dem 110 Jahre alten Segler „Rickmer Rickmers“ und der 35 Jahre alten „Cap San Diego“, die beide an den Landungsbrücken liegen, soll sie vom stolzen maritimen Erbe Hamburgs zeugen.

Der Liegeplatz der alten Dame wird aber vor den 50er Schuppen auf dem Kleinen Grasbrook sein. Das dort entstehende Hafenmuseum „braucht die Ergänzung durch einen Stückgutfrachter“, befand die Stiftung Hamburg Maritim. Man könne sonst „nicht zeigen, wie es im vergangenen Jahrhundert war“.

Die 50er Schuppen sind das letzte noch erhaltene Stückgutverladezentrum aus der Kaiserzeit. Von 1908 bis 1912 gebaut, war das heute unter Denkmalschutz stehende Ensemble damals die modernste Anlage ihrer Art. Und ist heute museumsreif, ebenso wie die „Old Lady“. SMV

www.stiftung-hamburg-maritim.de