Eckhard von Klaeden

Merkels Bester

Wahrlich honeckerhaft: Mit 96,46 Prozent der Stimmen wurde Eckart von Klaeden auf dem Dresdener Parteitag zum CDU-Schatzmeister gewählt. Wie man so was hinkriegt, während fast alle anderen Präsidiumskandidaten abgewatscht werden? Das Prinzip heißt: Nur nicht anecken. In Merkels Jungenriege ist der Mann aus Hildesheim der stromlinienförmigste von allen, glatter noch als Ronald Pofalla, den er immerhin 15 Prozentpunkte hinter sich gelassen hat.

Harald Schmidts Stichwortgeber Manuel Andrack hat einmal gesagt, von Klaeden sei „der Typ, bei dem man sich in der Schule freute, wenn das Gesicht noch einmal in den Schlamm gedrückt wurde“. Sicher ist: Von Klaeden hat es erkennbar darauf angelegt, auf dem Weg nach oben alles richtig zu machen. Folgerichtig hat er eine CDU-Bilderbuchkarriere hingelegt. Schon in der Obersekunda, so würde er es wohl sagen, wurde von Klaeden Mitglied der Jungen Union. Er wurde Mitglied des Bundesvorstands und Landesvorsitzender, bis er es 1994 in den Bundestag schaffte und den CDU-Kreisvorsitz im heimatlichen Hildesheim übernahm. Zwischendurch diente er bei der Marine, wo er es zum Korvettenkapitän brachte, und studierte Jura. Unnötig zu erwähnen, dass er in Göttingen Mitglied der Studentenverbindung Gottingo-Normannia wurde. Aber auch die archaischen Selbstverletzungsbräuche der Burschen fügten seinem kreuzbraven Gesicht keinen Schuss Verwegenheit hinzu.

Seinen großen Auftritt hatte der zweifache Vater 2005 als Obmann im Visa-Untersuchungsausschuss, wo er dem damaligen Außenminister Joschka Fischer auf die Nerven gehen durfte. Der behandelte den alerten Inquisitor zwar wie eine Laus in seinem Pelz, aber zum außenpolitischen Sprecher der CDU-Fraktion reichte es danach trotzdem. Immerhin hatte er schon mit einem echten Außenminister geredet.

Der einzige überlieferte Fehler des Eckart von Klaeden geht auf das Konto des Satiremagazins Titanic: Über Nacht brauste er 2001 mit dem Auto von Berlin nach Luzern, um einem erfundenen millionenschweren CDU-Schwarzgeldkonto auf die Spur zu kommen. Mit diesem gesunden Misstrauen gegenüber der eigenen Partei war als er Nachfolger des Hamburger Finanzsenators Wolfgang Peiner für den Posten des CDU-Schatzmeisters prädestiniert.