KOMMENTAR: KLAUS WOLSCHNER ZUR „SCHEISSE“-DEMO

„Hauptsache es knallt!“

„Wir wollen keinen sozialeren, krisenfreien Kapitalismus sondern gar keinen“, heißt es in dem Demonstrations-Aufruf für den 2. Oktober. Was für ein Sozialismus darf es denn sein, bitteschön? Die Organisatoren der Demonstrationen sagen dazu nichts. Was einzelne von ihnen als langatmige Abhandlungen über den Kapitalismus im Allgemeinen verbreiten, ist nur peinlich für ihre Hochschullehrer.

Dass vor 20 Jahren das letzte Stück „realer Sozialismus“ in sich zusammenbrach, weil die Menschen massenhaft in den Kapitalismus fliehen wollten, das interessiert die Organisatoren der Demonstration nicht. Unverdrossen behaupten sie: „Unter der Herrschaft von Staat und Kapital haben die Menschen unermessliche Reichtümer erschaffen, doch genießen können sie sie nicht.“ So was ist, angesichts der Ereignisse vor 20 Jahren, dämliches Gequatsche.

Anonym kursieren im Internet auf Indymedia durchaus scharfe Töne: „Überseestadt wegscheppern!“ heißt es da, „Sachschaden, Glasbruch, Buttersäure“ wird angesagt. Die „mediale Aufmerksamkeit“ soll genutzt werden, „unsere Wut“ auf die Straße zu tragen: „Das Kampagnenmotto ‚Hauptsache es knallt!‘ drückt für uns prägnant und treffend das aus, was wir in Hinblick auf die Einheitsfeier konzeptionell für richtig und nötig halten.“

Um mehr geht es nicht.