BNC im interview

Plattform Bohnenstraße

taz: Warum verdient ausgerechnet die Bohnenstraße, eine kleine Seitenstraße im Viertel, eine eigene Plattform?

BNC: Es war eigentlich eher andersherum. Wir sind vor knapp zwei Jahren in die Bohnenstraße gezogen, da haben wir uns gedacht: Hier müsste man mal etwas machen. Ein Anregung kam von Wolfgang Jeske, der in Hannover eine ähnliche Veranstaltung gemacht hatte. Der erste Ansatz war eigentlich, einen kritischen Diskurs zu eröffnen. Wir wollten Kunst im Spannungsfeld zwischen öffentlichem und privatem Raum. Das Thema ist dann leider mit der Zeit in sich zusammengefallen. Aber es gibt immerhin einige Künstler, die sich in ihren Arbeiten mit der spezifischen Straßensituation beschäftigen.

Gab es eine Ausschreibung, die das von den Künstlern und Künstlerinnen verlangte?

Ja, aber die Resonanz war sehr schwach. Auf den ersten Aufruf hat sich eigentlich nur eine Künstlerin gemeldet, Gertrud Schleising, die in ihrer Arbeit auch die Straßensituation berücksichtigt. So haben wir teils fertige Arbeiten, wie den Film „Bremen wird Hazyland“ von der Gruppe „City Crime Control“, bekommen, teils Künstler angesprochen, die uns empfohlen wurden.

Wie haben denn die Nachbarn reagiert?

Es war zuerst ein gewisses Desinteresse spürbar. Wenn wir uns aber länger mit den Menschen unterhalten haben, fanden es viele gut.

Gibt es eine Fortsetzung?

Wenn wir sowas nochmal machen, dann nur mit einer Institution im Rücken. Und vorher mache ich einen Kurs in Projektmanagement ...