GALERIE CHRISTIAN EHRENTRAUT

Wie funktioniert Echtzeit, und wie fühlt sie sich an?

Das Irre an der Zeit ist, dass sie trotz eines wissenschaftlichen Einheitssystems eine überaus subjektive, stets changierende Größe ist. Etwa die, auf die Martin John Callanan aufmerksam macht. Sieben Jahre hat er ein Programm entwickelt und es mit Datenleitungen verknüpft, um in Echtzeit weltweit alle abgehenden Flüge komprimiert zu visualisieren. Aber wer mag wohl im Flieger nach Dubai auf Platz E 12 sitzen? Wie schaut er aus? Wie dem Datenmeer Sinnvolles entnehmen? Und was würde es bringen, so lange, wie es vermutlich dauern würde? Überlegungen, die in wenigen Sekunden aufblitzen. Anders Katie Patersons Skulptur nur wenige Meter entfernt: ein Plattenspieler, der in Erdrotationsgeschwindigkeit Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ abspielt – eine Runde am Tag. Aber Moment: Nach innen verjüngen sich die Kreise. Verlangsamt sich das Gerät? Dehnt sich die Zeit? Zeit ist eben relativ.

■ Bis 15. Februar, Di–Sa 11–18 Uhr, Friedrichstr. 123