Theater und Varieté statt Leerstand

STADTENTWICKLUNG Mit Konzepten für eine kulturelle Nutzung soll die Schilleroper wieder belebt werden. Zuvor muss das Bauwerk instand gesetzt werden. Fragt sich, woher die nötigen Millionen kommen sollen

Seit zwölf Jahren steht die Schilleroper auf St. Pauli leer. Ideen zur Nutzung des Gebäudes sind jedoch noch weit von einer Umsetzung entfernt. Auch Gerd Stange, leitender Mitarbeiter bei Klavier Knauer in Altona, hat ein Konzept für die Schilleroper: Er möchte aus dem historischen Gebäude ein Veranstaltungszentrum machen.

„Viele KünstlerInnen sind auf der Suche nach einer Spielstätte und wären sehr daran interessiert, sich an einer Kooperation zu beteiligen“, sagt Stange. Der schlechte Zustand des denkmalgeschützten Gebäudes macht eine Nutzung derzeit aber unmöglich.

Schon seit Jahren streitet sich eine Erbengemeinschaft, die seit 2006 im Besitz des Zirkusbaus aus dem 19. Jahrhundert ist, mit der Stadt. Die Eigentümer wollten das in Deutschland einzigartige Bauwerk ursprünglich abreißen.

Zahlen soll die Stadt

„Wenn die Stadt ein Gebäude unter Denkmalschutz stellt, sollte sie sich auch für den Erhalt einsetzen“, findet Gerd Stange, der seit sechs Jahren Veranstaltungen für Klavier Knauer organisiert. Der Großteil der nötigen Millioneninvestition für die Instandsetzung soll nach den Vorstellungen Stanges aus dem städtischen Haushalt kommen, während Kooperationspartner aus Kunst und Kultur in die Veranstaltungen investieren sollen.

Neben musikalischen Aufführungen sollen sich bis zu 1.000 ZuschauerInnen auch an Theater‑ und Varietéveranstaltungen erfreuen können. „Die Schilleroper könnte so einen internationalen Ruf erlangen und gleichzeitig lokalen KünstlerInnen Auftritte ermöglichen“, hofft Stange. Bisher hätten die Eigentümer jedoch leider nicht auf seine Anfragen geantwortet.

Auch die Politik im Bezirk Mitte will das Bauwerk erhalten und genutzt wissen. „Die Eigentümer müssen sich bewegen, damit das Gebäude stadtteilverträglich entwickelt werden kann“, fordert etwa Henriette von Enckevort, Bezirksabgeordnete der SPD. So sehen es auch die Grünen in Mitte. „Die Erbengemeinschaft soll in die Instandsetzung des Bauwerkes investieren oder es an die Stadt abgeben“, verlangt Michael Osterburg, der Grünen-Fraktionsvorsitzende in der Bezirksversammlung.

Der Anwalt der Eigentümergemeinschaft teilt unterdessen lediglich mit, dass vorliegende Ideen und Konzepte gemeinsam mit dem Denkmalschutzamt geprüft würden. Um welche Konzepte es sich dabei handelt, ist nicht klar.  DOMINIK BRÜCK