US-Außenminister muss gehen

Trump feuert Tillerson

Per Twitter teilt der US-Präsident mit, dass CIA-Direktor Mike Pompeo fortan US-Außenminister sein wird. Er dankt Rex Tillerson für seinen Dienst.

Rex Tillerson hört Donald Trump unzufrieden zu

Kein Außenminister mehr: Rex Tillerson Foto: ap

WASHINGTON dpa/ap | Der derzeitige CIA-Direktor Mike Pompeo soll neuer Außenminister der USA werden und Amtsinhaber Rex Tillerson ablösen. Das kündigte Präsident Donald Trump am Dienstag überraschend auf Twitter an. Pompeo werde einen „fantastischen Job“ machen, schrieb Trump. Der US-Präsident will zudem Gina Haspel zur neuen CIA-Direktorin machen. Beide Posten müssen vom Senat bestätigt werden.

Im vergangenen Jahr hatte es immer wieder Spekulationen über einen Rücktritt Tillersons gegeben. Der 65-Jährige dementierte dies aber stets. Unklar blieb am Montag zunächst, ob Trump ihn dazu gedrängt hatte, den Posten aufzugeben oder ob der gebürtige Texaner auf eigenen Wunsch geht.

Aus dem Weißen Haus verlautete, Trump habe vor Gesprächen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un und verschiedenen Handelsverhandlungen ein neues Team um sich haben wollen. Ähnliches hatte die Washington Post zuvor ebenfalls unter Verweis auf Angaben aus Regierungskreisen berichtet.

Eine offizielle Begründung für Tillersons Abschied aus dem Kabinett nannte Trump zunächst nicht. Er lobte den 65-Jährigen lediglich für seine Zeit als Chefdiplomat der US-Regierung. „Danke an Rex Tillerson für seinen Dienst“, schrieb er.

Angespanntes Verhältnis

Tillerson, der frühere Chef des Ölriesen Exxon Mobile, hatte der Regierung seit dem Amtsantritt von Trump Anfang 2017 als Außenminister gedient. Vor allem die Kontroverse um das Atomwaffen- und Raketenprogramm von Nordkorea hatte seine Amtszeit geprägt. Tillerson hatte sich für mehr Diplomatie im Umgang mit Pjöngjang eingesetzt, war dafür aber öffentlich von Trump zurückgepfiffen worden. Über ein angespanntes Verhältnis zwischen den beiden hatte es praktisch während der gesamten Regierungszeit Spekulationen gegeben.

Am Montag war Tillerson von einer verkürzten Afrika-Reise zurückgekehrt – nur wenige Stunden vor Trumps Bekanntgabe. Am Samstag hatte er bei einem Besuch in Kenia eine Reihe von Terminen absagen müssen. Staatssekretär Steve Goldstein hatte das damit begründet, dass sich der Außenminister nach tagelanger Arbeit an wichtigen Angelegenheiten nicht wohl fühle.

Tillerson hatte immer wieder Positionen vertreten, die sich von denen Trumps unterschieden. Am Montag schloss er sich der Schlussfolgerung der britischen Regierung an, wonach Russland für den Giftanschlag auf einen russischen Ex-Doppelagenten in England verantwortlich ist. Kurz zuvor hatte das Weiße Haus es noch abgelehnt, sich dieser Lesart anzuschließen.

Die Entwicklung reiht sich ein in eine Reihe zahlreicher Personalwechsel in den vergangenen Monaten. In der vergangenen Woche hatte Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn angekündigt, er werde das Weiße Haus verlassen.

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