Nach Absetzung der Serie „Roseanne“

Roseanne geht weiter – auf Twitter

Andere Castmitglieder distanzieren sich von Roseanne Barr. Die Hauptdarstellerin twittert munter weiter. Und Trump wettert gegen den Sender.

Eine ältere Frau sitzt an einem Küchentisch, eine jüngere Frau steht daneben und gestikuliert

Szene aus „Roseanne“: links Sara Gilbert als Darlene, rechts Roseanne Barr als Roseanne Foto: ABC/AP

Nachdem Roseanne Barr, Hauptdarstellerin der US-Sitcom „Roseanne“, die frühere Obama-Beraterin Valarie Jarrett auf Twitter rassistisch angegriffen hatte, zog der Sender ABC die Konsequenz und sagte eine weitere geplante Staffel der Serie ab. Barr war bereits öfter mit rassistischen oder verschwörungstheoretischen Äußerungen aufgefallen.

Eigentlich hatte Roseanne Barr, nachdem die Entscheidung öffentlich bekannt wurde, auf Twitter verkündet, dass sie die Plattform nun verlassen würde. Eigentlich. Das Gegenteil ist aber der Fall – ihr Twitter-Account quillt nur so über vor lauter Retweets, Antworten auf Tweets und eigenen Tweets.

Zum Beispiel hat sich der Serienstar bereits mehr als einmal bei Valerie Jarret für ihre Äußerung entschuldigt. Barr erklärte ihren beleidigenden Tweet allerdings damit, dass sie zu dem Zeitpunkt unter Einfluss ihres Schlafmittels Ambien stand. Das Medikament ist tatsächlich dafür bekannt, verschiedene Nebenwirkungen zu haben, unter anderem kann es zu Handlungen im halbwachen Zustand führen, von denen man am nächsten Morgen nichts mehr weiß.

Zur Sicherheit stellte der Pharmakonzern Sanofi auf Twitter dann aber doch mal klar: Rassismus ist bisher nicht als Nebenwirkung bekannt. Die Erklärung Barrs mit dem Schlafmittel inspirierte so einige Twitter-User schon zu dem einen oder anderen Meme.

Reaktionen von Serienkindern und Trump

Der Sender ABC und viele Schauspieler*innen der Serie hatten sich von Barrs Aussagen distanziert. Roseannes Serientochter Sara Gilbert zum Beispiel twitterte, dass sie enttäuscht über die „abscheulichen“ Kommentare Barrs sei. Seriensohn Michael Fishman veröffentlichte einen langen Text, in dem er die Äußerungen seiner Serienmutter verurteilt und dazu aufruft, gegen Hass und Ignoranz aufzustehen. Roseanne Barr selbst reagierte auf diese Statements beleidigt.

Mittlerweile hat sich auch US-Präsident Trump zu dem Thema geäußert. Zuerst hieß es von seiner Sprecherin noch, der Präsident befasse sich nicht mit solchen Dingen, es gebe Wichtigeres im Land. Auf eine Kritik an Barrs rassistischen Äußerungen von Seiten Trumps wartet man aber weiterhin vergeblich. Trump schießt lieber gegen den Sender ABC.

Bob Iger, Chef des ABC-Mutterkonzerns Disney, hatte persönlich bei Valerie Jarrett angerufen, ihr versichert, dass der Sender sich von den Äußerungen distanziere und die Serie abgesetzen werde. Tja, und auf diese Geste ist Trump jetzt ein bisschen eifersüchtig. Über ihn würden bei ABC schließlich auch oft „schreckliche“ Aussagen gemacht und noch nie hat Iger sich dafür persönlich bei ihm entschuldigt. Der Arme.

.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de

Ihren Kommentar hier eingeben