das portrait

Innensenator Ulrich Mäurer gibt den Stadion-Sheriff

Hat die Werder-Ultras im Visier: Ulrich Mäurer Foto: dpa

Eigentlich fehlt Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) nur noch ein großer Hut und der Sheriff-Stern. Zusammen mit dem schönen Schnauzer und den klaren Ansagen könnte er auch breitbeinig auf eine sandige Hauptstraße vor einen Western-Saloon passen, die Flinte im Anschlag. Die Outlaws in diesem Bild wären einige Ultras von Werder Bremen, die Mäurer mit etwas verkürzter Kritik („Mäurer, du Arschloch“) beim vorletzten Heimspiel auf den Schlips, nein, Staubmantel, getreten waren.

Der 67-Jährige erstattete Anzeige, woraufhin die Polizei sich beim vergangenen Heimspiel gegen Mönchengladbach vor der Ostkurve aufbaute – eigentlich unüblich wegen Deeskalation und so. Auch im Stadtion, wo im Normalfall nur Ordner*innen aufpassen, hielten behelmte Polizist*innen nach Unruhestiftern Ausschau. Die Ordnungshüter griffen sich drei Personen wegen der Beleidigung und stellten ihre Identitäten fest.

Der Innensenator teilte über seine Sprecherin der taz mit, dass er sich nicht in die operative Arbeit der Polizei einmische. Aber: „Beleidigungen gab es schon häufiger. Das letzte Transparent überschritt allerdings eine Grenze.“ Er hätte auch sagen können: „Das Weserstadion ist nicht groß genug für uns beide.“

Der seit 2009 im Amt befindliche Innensenator geht laut eigenem Bekunden selbst gern ins Weserstadion, aber leistet sich seit Längerem eine Fehde mit vielen Werder-Ultras. Ob er der Pyrotechnik den Kampf ansagt („Blödes Feuer“, „Form von Gewalt“) oder gewalttätige Angriffe prognostiziert, die dann ausbleiben. Das Feindbild ist klar: „Das Problem sind die Werder-Ultras. Deswegen müssen wir leider wieder viel Polizei einsetzen. Wir haben eigentlich andere Aufgaben zu erfüllen, als am Wochenende Polizeikräfte mit diesen Durchgeknallten zu beschäftigen“, sagte er mal.

Mehr als interessant sind diese Klagen im Hinblick auf sein Bestreben, der Fußball-Liga DFL die Kosten von Polizeieinsätzen aufzuerlegen. Die Einsätze werden seit seinem Vorschlag 2013 nämlich immer umfangreicher – obwohl die Zahl der Straftaten nicht gestiegen ist. Gareth Joswig