was macht eigentlich... … Claudia Lux?

Weltpolitik

Dass ein Berliner oder eine Berlinerin an die Spitze einer Weltorganisation gewählt wird, kommt nicht alle Tage vor. Am Mittwoch trat der Fall dann doch ein: Claudia Lux, die Generaldirektorin der Zentral- und Landesbibliothek (ZLB), wurde mit großer Mehrheit zur Ifla-Präsidentin gewählt. Die ZLB dürften Sie kennen, die Ifla eher nicht. Dabei kann der Weltverband der Bibliotheken eine beinahe 80-jährige Geschichte sowie rund 1.700 institutionelle Mitglieder in über 150 Ländern vorweisen. Lux, die auch schon dem Deutschen Bibliotheksverband vorsitzt, wird als dritte Deutsche den Chefposten bekleiden.

Kurioserweise setzt das Ifla-Reglement vor den Beginn der dreijährigen Präsidentschaft einen zweijährigen Vorlauf als „president-elect“, ein Amt, das Lux ganz förmlich im August auf der Verbandskonferenz in Oslo antreten wird. Zeit, ihr Profil zu schärfen, braucht die Mittfünfzigerin dabei wahrlich nicht. Die promovierte Sinologin hat mit der Fusion der beiden öffentlichen Großbibliotheken Berlins längst ihr Meisterstück abgeliefert – und sie weiß, wofür es in Sachen Büchereien zu kämpfen gilt: stabile Finanzierung, massive Aufnahme neuer Medien, (Wieder-)Etablierung der Büchereien als gesellschaftlich-kulturelle Zentren. Als Weltverbandspräsidentin will Lux unter anderem dem „digital divide“, also der Trennung der Menschheit in Gruppen mit und ohne Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnologie, entgegenwirken. Eine Herkulesaufgabe. Wir wünschen dabei viel Glück.CLP
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