Held der Rainbowfamily

Volker Beck (Die Grünen), Kämpfer für Homo-Rechte, hat nun einen Platz in der Hall of Fame des Equalityforums

Das Equalityforum, eine Stiftung von Lesben und Schwulen, hat gestern den Deutschen Volker Beck in seine Hall of Fame aufgenommen: 40 Personen überhaupt nur fanden Aufnahme – sie alle gelten fortan als Helden der Regenbogenfamilie. In Philadelphia bekam der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Fraktion im Bundestag diese Ehrung zuerkannt.

Vor 40 Jahren marschierten dort Schwule und Lesben vor der Independence Hall auf, um an historischer Stätte – dort erklärte einst George Washington die Unabhängigkeit der USA von Großbritannien – gegen die Unterdrückung Homosexueller einzutreten. Der Tag wurde zur Geburtsstunde der modernen Queer Nation – also der Abschied vom gebückten Gang durch die heterosexuellen Gesellschaften.

Beck, 44, findet sich in höchst prominenter Gemeinschaft: Melissa Etheridge, Martina Navratilova, Harvey Milk, Stonewall-Veteranin Stormé DeLarverie oder Randy Shilts sind ebenfalls (teils posthum) geehrt worden. An Beck fand das Preiskomitee würdig, dass er die eingetragene Lebenspartnerschaft gegen heterosexuellen Furor in Deutschland als erster Protagonist durchgekämpft hat – was als wichtiger Bruch der deutschen Gesellschaftspolitik mit der Nazitradition des Terrors gegen Schwule bewertet wurde.

Dass Becks Auszeichnung in keiner Nachrichtensendung Erwähnung fand, mag auch damit zu tun haben, dass die Konservativen ihn hassen – wie ihn so genannte Linke aus dem Homospektrum verabscheuen, weil er ihrem Bild vom Homokämpfer nicht entspricht: keine Tunte, kein schräger Vogel, keine Person, die sich zur Ikone des Schrillen zu eignen scheint. Bei manchen Kritikern wütet natürlich auch Kummer: Er hat den Job, den die anderen nie bekamen: ein eher unnahbarer und machtbewusster Politiker, der sich nicht allein auf Homofragen beschränkt, sondern beispielsweise auch die Verhandlungen für die Zwangsarbeiterentschädigung zugunsten der Opfer mit bestimmte. Ein kühl operierender Bürgerrechtsmann, für den die Entfaltung einer schwulen Ästhetik politische Gesetze nicht ersetzt.