Reisekosten gespendet

Womöglich steigt die Zahl der Anmeldungen für die Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus Anfang Mai doch noch an: Nach dem gestrigen Bericht in der taz, dass zahlreiche Überlebende des früheren Konzentrationslagers Neuengamme sich die Anreise nach Hamburg nicht leisten können und von der Stadt keine finanzielle Unterstützung bekommen, hat ein Leser spontan eine Spende in Höhe von 1.000 Euro angekündigt und andere dazu aufgefordert, das Gleiche zu tun: „Gerade jetzt ist wichtig, nicht mutlos beim Wiedererstarken des Rechtsextremismus zuzusehen, sondern selber dagegen eine Zeichen zu setzen“, erklärte Stephan Watrin, Künstler aus dem Hamburger Schanzenviertel.

Er plant zudem, eine öffentliche Veranstaltung zu dem Thema zu organisieren. Dort soll weiteres Geld eingeworben werden, mit dem frühere Neuengamme-Insassen zur Gedenkfeier nach Hamburg eingeladen werden können.

Der Senat hat zwar an mehr als 1.000 Überlebende Einladungen für die Feiern vom 2.–5. Mai verschickt. Die Reisekosten der früheren ZwangsarbeiterInnen und ihrer BegleiterInnen indes zahlt er nicht. Die Einladungen, so argumentiert die „Arbeitsgemeinschaft Neuengamme“, seien deshalb „unwürdig“.