„New Yorker“ für Berlin

Am Samstag erscheint das neue Intelligenzblatt „Voss“, eine Hommage an die legendäre „Vossische Zeitung“

BERLIN | taz ■ | Bei dem Versuch, in Berlin ein metropolitanes und intellektuelles Magazin im Stil des New Yorker zu etablieren, sind schon so manche Kollegen gescheitert. Voss, das heute erstmals an den Kiosken liegt (Einführungspreis: 5 Euro), macht es cleverer – weil das Magazin nicht nur auf das US-Vorbild verweist, sondern auch auf die traditionsreiche hauptstädtische Pressegeschichte.

Den Namen will der Verleger und Herausgeber Andreas Bock als Hommage an die Vossische Zeitung verstanden wissen, die von 1617 an und 300 Jahre lang das politische und kulturelle Leben Berlins prägte – bis sie, zuletzt im Besitz der jüdischen Familie Ullstein, 1934 von den Nationalsozialisten eingestampft wurde.

Wie Mare das Meer oder Brand eins die Wirtschaft, so hat sich Voss die Stadt Berlin als thematischen Steinbruch erkoren. Und der ist allemal ergiebig genug, die 100 Seiten zu füllen – von der Rohrpost der Charité bis zum Mythos von John F. Kennedy, verfasst von namhaften Autoren wie Jakob Augstein oder Gabriele Goettle. Konkurrieren könnte Voss indes mit Das Magazin – dem so genannten „New Yorker des Ostens“.