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NORBERT KÖRZDORFER über „Bild“-Edelfeder Claus Jacobi

„Ein Mix aus Armani und General“

„Wie ein glitzernder pünktlicher Regentropfen betritt er fast täglich sein Büro mit leer gearbeitetem Schreibtisch im 10. Stock über Hamburg

Rente mit 67?

Claus Jacobi ist 76 und sieht aus wie 66, ein Mix aus Armani und Admiral. Gletscher-Haare im Messerschnitt, Sylt-Bräune durch Nivea. (…) Und das blitzende brillenlose Lächeln eines Jahrhundert-Zeugen.

Er ist ein General der Gedanken, ein Gentleman des Lebens, ein Architekt der Sprache, der Staatsmann von ‚Axel Springer‘ – und eine Legende des Journalismus“

(…)

Ein Solitär. Die Begierde aller großen Verleger.“

(…)

„Es gibt keinen Journalisten neben ihm, der diese Pfeile im Köcher hat. Er saß mit Rudolf Augstein im Gefängnis, mit Axel Springer auf Sylt, (…)“

„Jacobis Sätze sind gegossene Lebensweisheiten. Er tippt seine Essays in einen kleinen Compaq-Laptop wie ein Storch, der Tee trinkt.

Der Computer ist seine Nabelschnur zu Bild und der Welt. Er steht auf Sylt, am Strand der Bahamas, im Privatjet eines Freundes – oder auf dem Frühstückstablett im Ehebett.“

(…)

„ ‚Glück setzt sich wie ein Schmetterling auf deine Schulter‘, sagt ‚Jaco‘. Der Schmetterling flattert in Kampen. Glück ist, wenn ‚Jaco‘ mit seinem Golden Retriever ‚Purdey‘ beim kreischenden Wind der Möwen über das Sylter Watt stapft, hin zu dem warmen Licht in dem kleinen weißen Reetdachhaus, in dem seine schöne Frau Heike wartet: ‚Sie ist der Wein meines Lebens.‘

Heute wollen wir auf Claus Jacobi trinken.“

Dieser Text, den wir hier leider nur in Auszügen wiedergeben können, erschien pünktlich wie ein Regentropfen in der „Bild“ vom 9. Mai auf der Seite 2 unter dem Titel „Blieswoods Portrait“. Dort also, wo Norbert Körzdorfer in loser Folge unter seinem Pseudonym „David Blieswood“ Menschen, nun ja, porträtiert. Anlass: die Verleihung des Medienpreises „Goldene Feder“ an den Kollegen Jacobi.