Männer mit Abi machen keine Kinder

Studie stellt erstmals Zusammenhänge zwischen männlicher Kinderlosigkeit, Ausbildung und Einkommen dar

BERLIN | taz ■ | Der Trend geht zur Kinderlosigkeit beim Mann. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, die der taz vorliegt. Das DIW hat erstmals in Deutschland Daten über kinderlose Männer im Alter von 20 Jahren an zusammengetragen.

Der Autor der Studie, in der die Angaben von 8.600 Männern ausgewertet werden, kommt zu dem Schluss: „Für Gesamtdeutschland deuten mit 26 Prozent Kinderlosen in der Altersgruppe der 45- bis unter 50-Jährigen erste Anzeichen auf einen steigenden Anteil dauerhaft kinderloser Männer hin.“ Kinderlose Männer über 45 würden auch kaum mehr Vater.

Zwei Gruppen von Männern sind nach der von Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) in Auftrag gegebenen Studie kinderlos: erstens Männer ohne Schulabschluss und mit sehr niedrigem Einkommen und zweitens Männer mit Abitur, aber ohne Studium. Der mit 29,6 Prozent besonders hohe Anteil an Kinderlosen unter 45-Jährigen mit Abitur lässt laut der Studie die Vermutung zu: „Möglicherweise spiegelt sich hier eine starke Berufsorientierung dieser Gruppe wider.“ Am ehesten zeugen Durchschnittsverdiener Kinder. Ab einem Nettojahresgehalt von 20.000 Euro steigt auch die Kinderlosigkeit an. „Etwa ein Viertel der Männer wie der Frauen in der oberen Einkommensklasse (ab 30.000 Euro) bleibt dauerhaft kinderlos.“