Erinnerungszug: Trotzige Bahn

Die Bahn hält trotz des Vermittlungsversuchs des Bundes an ihrem Widerstand gegen den „Zug der Erinnerung“ fest. Würde der Zug, der an die Deportationen jüdischer Kinder und Jugendlicher in der NS-Zeit erinnert, am Sonntag am Hauptbahnhof halten, käme es „zu erheblichen Verspätungen und Verkehrsproblemen“, so die Bahn am Donnerstag. Zuvor hatte die Bundesnetzagentur versucht, eine Einigung zwischen den Initiatoren des Projekts und der Bahn zu erzielen. Am Donnerstag machte sie deutlich, dass sie keine rechtliche Handhabe gegen die Bahn sieht. Das Eisenbahnrecht sei nicht „die geeignete Grundlage, dieses historisch bedeutsame und sensible Anliegen sachgerecht zu lösen“, erklärte die Agentur. Ihr Präsident appellierte an den Vorstand der Bahn, dem „Zug der Erinnerung“ eine Möglichkeit zur angemessenen Präsentation im Hauptbahnhof zu geben. Die Initiative ruft am Samstag, 18 Uhr, zu einer Protestkundgebung am Brandenburger Tor auf.