• 27.03.2012

Regierung räumt Versäumnisse ein

Fehlerhaftes Atomgutachten

Ein Gutachten über das brasilianische AKW Angra 3 stützte sich auf überholte Sicherheitsstandards. Die deutschen Finanzzusagen werden trotzdem verläufig verlängert.von Malte Kreutzfeldt

  • 29.03.2012 15:59 Uhr

    von Peter:

    @Branko

    Über den rot-grünen Atomkompromiss war ich damals auch enttäuscht, nicht nur wegen den Rabatten in punkto Sicherheit. Wenn ich aber bedenke, von wem die SPD-Vertreter Schröder, Müller und Tacke heute bezahlt werden, ist klar, dass der Bundesumweltminister der einzige Politiker am Verhandlungstisch war, der nicht von den Energiekonzernen gekauft wurde. So müsste man das damals Herausgehandelte vielleicht sogar erstaunlich viel nennen, wenn die Konzerne tatsächlich die Absicht gehabt hätten, den Vertrag einzuhalten. Der Verzicht auf Sicherheitsupgrades war auch mit den begrenzten Laufzeiten ("lohnt nicht mehr") begründet worden, die Upgrades wurden jedoch bei der schwarz-gelben Laufzeitverlängerung nicht nachgeholt.

  • 29.03.2012 15:32 Uhr

    von Peter:

    Statt "Erdbeben- und Tsunamigefahr" muss es heißen "Erdrutsch- und Hochwassergefahr". Der instabile Untergrund hat bereits zu massiven Gebäudeschäden auf dem Kraftwerksgelände geführt.

  • 28.03.2012 16:44 Uhr

    von OPS:

    Falschaussage in dem Artikel:

    In dem Artikel steht:
    "Der AKW-Neubau Angra 3, der wegen Erdbeben- und Tsunamigefahr besonders umstritten ist..."

    Die Region um Angra ist eine der tektonisch stabilsten Regionen der Erde. In der Nähe befinden sich die Millionenstädte Sao Paolo und Rio de Janeiro die in ihrer Geschichte noch kein Erdbeben erlebt haben und in denen es auch keine Bauvorschriften zur Erdbebensicherheit gibt.
    Brasilien ist weltweit eines der Länder mit der geringsten Erdbebenwahrscheinlichkeit. Starke Erdbeben in Deutschland sind sehr viel wahrscheinlicher.
    Es ist schlechte journalistische Arbeit wenn eine so leicht zu durchschauende Falschaussage hier (nicht zum ersten Mal) wiedergegeben wird, statt sie kritisch zu hinterfragen.

    Bei allen eventuell berechtigten Einwänden gegen den Neubau in Angra steht eins fest: Das ist keine Erdbebenregion.
    Unter diesem Link findet man eine Auflistung von Erdbebengebieten und eine Karte mit Epizentren:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Erdbebengebiete_der_Erde

  • 28.03.2012 07:03 Uhr

    von jan z. volens:

    Gerade heute ist in dem brasilianischen Verteidigungsblog DEFESANET, ein Bericht der brasilianischen Wirtschaftszeitung VALOR: Wie jetzt ein Energieengpass entsteht in Deutschland durch das Abschalten der Atommeiler. Und das Problem der Transmission des Windstroms von der Nordsee zu den Verbrauern in andere Teilen Deutschlands. (Anderorts schriebe in brasilianischer Wissenschaftler, dass das Problem der Atomverseuchung in Japan viel geringer ist als wie berichtet).

  • 27.03.2012 22:36 Uhr

    von Ralf Houven:

    Die Organisation Urgewald hat schon vor längerer Zeit ein Gutachten in Auftrag gegeben, dass genau die jetzt auch von der Bundesregierung bestätigten Mängel ermittelt hat. Warum hat die Bundesregierung dieses Gutachjten nicht berücksichtigt und die Finanzierungszusagen gerade im Hinblick auf Fukushima zurückgezogen? Würde die Bundesregierung es mit dem Atomausstieg ernst meinen, hätte sie genau das tun müssen.

    Urgewald hat gegen die Finazierungszusage eine Postkartenaktion gestartet und sucht dafür noch Unterstützer.

  • 27.03.2012 22:09 Uhr

    von Branko:

    Ähem - Warum sollten ausgerechnet deutsche Finanzgeber Brasilien den Bau eines KKW ausbremsen, nur weil dort die gleichalten Sicherheitsheitsauflagen als 'überholt' gelten sollen, die bei uns als "Stand der Technik" für die Betriebsgenehmigungen der "sichersten KKW der Welt" in Deutschland propagiert werden?

    Zumal sich mit veralteten Betriebsgenehmigungen viel mehr Kohle verdienen lässt, als mit dem ganzen neumodischen Sicherheitsfirlefanz, der womöglich alte Schrottreaktoren, die sich schlicht nicht mehr nachrüsten lassen, vorzeitig zur Stilllegung zwingt.

    By-the way:
    Es war übrigens die rot-grüne Bundesregierung unter Schröder und Fischer, die ich seinerseits zu 91% wegen der Kernenergiefrage gewählt hatte, die ein Inkrafttreten der neuen Sicherheitsauflagen (die mitlerweile auch schon wieder 10 Jahre alt sind) systematisch nicht in Kraft gesetzt haben.

    Die Grünen brüsten sich ja damit, dass sie seinerzeit neue, schärfere Sicherheitsauflagen für KKW durchgesetzt haben. Stimmt.

    Nur, was sie dabei aber gerne unter'n Tisch fallen lassen ist die die Tatsache, dass sie ein Inkraftreten dieser verhindert haben.
    Nochmal zum mitschreiben:
    Die Grünen habe höhere Sicherheitsstandards für KKW in D verfasst, aber selbst dafür gesorgt, dass sie nicht gelten.

    Moment! - ist noch nicht fertig:
    Die Durchsetzung dieser Sicherheitsstandards haben sie der Atomwirtschaft abgerungen, indem sie ihnen die nach den vorigen Bestimmungen ohnehin austehenden upgrades erlassen haben.

    Ergo fahren wir in Deutschland KKW nach Sicherheitsbestimmungen, die über 40 Jahre alt sind - dank der Grünen!

Ihr Name (wird angezeigt):*

Email (wird nicht angezeigt):*

Kommentar* - bitte beachten Sie unsere Netiquette:

Bitte geben Sie hier das Wort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spamvermeidung Wenn Sie das Wort nicht lesen konnten, bitte hier klicken.

CAPTCHA Bild zum Spamschutz

Wenn Sie auf "Abschicken" klicken, wird ihr Kommentar ohne weitere Bestätigung an taz.de verschickt. Er wird veröffentlicht, sobald einRedakteur ihn freigeschaltet hat. taz.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus ähnlichen Gründen unangemessene Beiträge nicht zu publizieren.

*Pflichtfelder