+++ Olympia-Live-Kritik: Die letzte Nacht +++

Karibik holt Schummelbronze

Kanada weint. Montenegro weint. Und Usain Bolt läuft wieder schneller. Ansonsten läuft das Deutschlandlied im ZDF wegen der Hockeyjungs.

Justyn Warner. Kanada wurde von der 4x100 Meter Staffel disqualifiziert.  Bild: dapd

BASKETBALL/BOXEN (DIVERSE GEWICHTSKLASSEN)/REDAKTION

taz paywall

Ist Ihnen dieser Artikel etwas wert?

Mehr Infos

taz.de

Das Finale der Frauen USA gegen Frankreich ist eine klare Sache. Wir beenden den Liveticker, essen jetzt Pizza, gucken in Ruhe Boxen. Ein Resumee der Ereignisse des Abends und die restlichen Ergebnisse lesen Sie später in der Zusammenfassung „Das war die letzte Nacht“.

HANDBALL

Norwegen gewinnt mit 26:23 gegen Montenegro.

WASSERSPRINGEN

Kriegen doch nicht nicht alle Gold, sondern nur David Boudia (USA). Silber für Qiu Bo (China), Bronze für Thomas Daley (Großbritannien).

REDAKTION

Wir warten!

REDAKTION

Auf diesen Moment hat die südländische Nachtschicht (kein Wochenendzuschlag! Gastarbeiterkinderausbeutung!!) den ganzen Abend gewartet: Das Deutschlandlied im ZDF. Alle drei Strophen gleichzeitig! Was nun, Herr Wallraff?

WASSERSPRINGEN

Alle sollen Gold kriegen.

HANDBALL

Go Montenegro go: 19:19 gegen Norwegen. Und das ZDF sendet stinkende Hockeysocken noch eine halbe Stunde nach Spielschuss, anstatt in dieses geile Finale zu schalten.

OLYMPIASTADION

singt WONDERWALL .

HOCKEY

Rapente ist der Hockey-Bolt. Im Alleingang schießt er die deutsche Mannschaft zur Titelverteidigung. Nur Indien hat mehr Hockey-Titel.

HOCHSPRUNG

Anna Chicherova ist nicht weitergesprungen und hat aufgehört, weil sie Gold sicher hatte. Mangelnder Sportgeist, könnte man sagen. Aber vielleicht wollte sie auch nur Bolt gucken. 

4x100 METER

Nach dem Sieg feiert Bolt nicht mit seinen Kollegen, sondern allein. Nur Blake darf in seine Nähe. Die anderen sind nicht zu sehen – Strafrunde? Auch die Amis freuen sich nicht. Wieder nur Zweiter. Richtig freuen sich nur die Kanadier. Hüpfen wie kleine Jungs, lachen und werden disqualifiziert. Die Gründe sind unklar. Nicht mal Twitter kennt sie. Dritter werden Trinidad und Tobago. Wir haben es ja gesagt: Die Karibik ist die Supermacht von morgen (Warum? Siehe irgendwo weiter unten)

HOCKEY

2:1, Rapente again. Auch das zweite Tor macht er. Nachdem der erste Schuss noch abgewehrt wird, versenkt der Mittelfeldspieler den Ball im niederländischen Tor. Nur noch 4 Minuten!

4x 100 METER

Die USA laufen so schnell wie der Weltrekord 37,04, den Usain Bolt & Co. halten. Und dann werden sie doch wieder nur Zweite. Nesta Carter, Michael Frater, Yohan Blake und Usain Boltsind sind einfach besser.

Bolt gewinnt alleine Gold.  Bild: reuters

USAIN BOLT

gewinnt den 4x100-Meter-Staffellauf allein.

USAIN BOLT

zieht die Hose aus.

USAIN BOLT

macht sich warm. Hat einen schwarzen Trainingsanzug an.

HANDBALL/REDAKTION

7:6 für Norwegen. Eine montenegrinische Fahne wird gesucht. Man kann ja nie wissen. Falls Sie eine haben: olympia@taz.de

REDAKTION

Die russische Fahne wird geschwenkt. Doppelt. Die 800-Meter-Läuferinnen (siehe irgendwo weiter unten)

RINGEN

Männer wie Baumstämme, jetzt kommen die ganz schweren Jungs. Artur Taymazov (Usbekistan) und Davit Modzamanashvili (Georgien) wiegen beinahe 120 Kilo, aber sie sind erstaunlich flink. Vor allem Tymazov: Souverän holt er Gold! Bronze geht nach Kasachstan und Iran.

HANDBALL

Nicht nur in der Karibik gibt es exotische Staaten, sie gibt es auch in Europa. Zwei dieser sympathischen Randstaaten stehen im Handballfinale der Frauen: Norwegen und Montenegro. Nach 15 Minuten führen die Norwegerinnen 6:5.

HOCHSPRUNG

Svetlana Schkolina (Russland) und Brigetta Barrett (USA) haben die 2,05 Meter nicht geschafft. (Schon die 2,03 Meter waren für beide persönliche Bestmarke). Barrett gewinnt Silber, Schkolina Bronze. Anna Chicherova hat es geschafft, die Goldmedaille ist ihr sicher. Aber vielleicht will sie noch eine Weile springen, sie hat die Latte ja jetzt für sich allein.

4x400 METER-STAFFEL (F)

Von Anfang an nicht einzuholen: die goldenen US-Girls mit den Super-Stars Dee Dee Trotter und Sanya Ross-Richard.

SPEERWERFEN

Die Sensation schlechthin: Keshorn Walcott aus Trinidad holt Gold.  Bild: dpa

Großartig: Jamaika ist die schnellste Insel der Welt. Na gut, wenn die schneller laufen, dann werfen wir eben weiter, muss sich auf Trinidad und auf Tobaga gedacht haben. Also wirft Keshorn Walcott den Speer 84,58 weit – das ist Gold, und das ist eine Sensation. Silber holt Oleksandr Pyatnytsya mit 84,51 Meter für die Ukraine. Bronze bekommt der Finne Antti Ruuskanen für 84,12 Meter. Der Deutsche Werfer Tino Haber wird mit 81,21 Meter Achter. Mit den lustigen Karibikstaaten ist künftig zu rechnen. Die Karibik ist das China von morgen.

HOCKEY

TOR! Zwei Minuten vor der ersten Hälfte trifft Philipp Rabente für Deutschland. Er zieht von der rechten Seite vor das Tor und schließt aus spitzem Winkel halbhoch ab.

HOCHSPRUNG

Ruth Beitia ist draußen, Anna Chicherova, Svetlana Shkolina und die sehr stylische Brigetta Barrett machen den Rest unter sich aus. Die Latte liegt jetzt für alle drei bei 2,03 Meter. 

VOLLEYBALL

Die Brasilianerinnen haben Gold. Sie haben schlecht angefangen, aber kamen dann immer besser ins Spiel. Eat this, Neymar! (Und: Eat this, Marta!)

HOCHSPRUNG

Vier Athletinnen haben die Zwei-Meter-Marke übersprungen und kämpfen um drei Medaillen: Anna Chicherova und Svetlana Schkolina (beide Russland), Brigetta Barrett (USA) und Ruth Beitia (Spanien). Die Frau, die mit wunderbaren neongelben Gummistiefeln springt, die Amerikanerin Chaunte Lowe, scheitert an den 1,97 Metern. Gar nicht dabei ist übrigens die Frau mit den oma-rosanen Haaren. „Ich soll ein Glamourgirl sein?“, hatte sie im taz-Interview gefragt. Nee, keine Sorge, sie ist es nicht. 1,93 Meter reichen nicht für Glamour.

REDAKTION

Die Russland-Fahne wird geschwenkt. Die Hammerwerferin Tatyana Lysenko. Der Text ist noch aus früheren Tagen bekannt. Autokorso? Keine Zeit.

HOCKEY

Regennasses Feld in London. Heldenwetter! Die Niederländer mit dem besseren Beginn, Deutschland mit einem Versuch aus der Distanz.

800 METER

Die Russin Maryia Savinova gewinnt. Caster Semenya aus Südafrika holt Silber und die Russin Ekaterina Poistogova wird Dritte.

REDAKTION

Die Türkei-Fahne wird geschwenkt. Doppelt! Gamze und Asli! Für den Autokorso reicht's nicht.

HOCKEY

Die Brasilianerinnen sind stark, aber die Amerikanerinnen kämpfen sich zurück. Ein großartiges Finale! Und wieder sind die Brasilianerinnen vorn: 25:20. Für die US-Girls ist es der erste Rückstand bei diesem Turnier. Und Brasilien wird von Satz zu Satz besser.

5.000 METER

Mo Farah wird über 5.000 Meter lang vom Publikum zum Sieg getragen.   Bild: reuters

Was für ein krasses Rennen!!!! Mo Farah in der letzten Runde vorne. Dann kommt der Kenianer Thomas Longosiwa und auf den letzten 50 Metern ein Sprint, fast wie auf den 50 Metern. „Ein Hauch von Bolt“, sagt der ZDF-Moderator. Silber holt der Äthiopier Dejen Gebremeskel, Dritter wird der Kenianer. Und Mo Farah macht erstmal ein paar Sit-ups.

RINGEN

Männer bis 80 Kilo eng verkeilt. Jaime Yusept Espinal gegen Sharif Sharifov, Puerto Rico gegen Aserbaidschan. Weltmeister Sharifov dominiert, gewinnt die erste Runde klar, die zweite knapp. Nach dem Eurovision Song Contest jetzt auch Olympiagold nach Baku!

HOCHSPRUNG

Die Russin Svetlana Schkolina überspringt 1,97 Meter und liegt nun vorn. Die Türkin Aylin Burcu reißt dreimal die 1,97 Meter – vorbei. Zehn Athletinnen sind noch übrig.

VOLLEYBALL

Die Brasilianerinnen machen dort weiter, wo sie im zweiten Satz aufgehört haben. Immer für einen Punkt aus dem hinteren Feld gut: Fabiana Claudino. Sage keiner, dass sei ein schlechter Trost für das verlorene Fußballfinale. Was können Fabiana & Co. dafür, wenn Neymar und seine Jungs erst zu überheblich und dann zu unfähig sind, um Mexiko zu schlagen?

5.000 METER

Mo Farah und die anderen sind losgelaufen. Er läuft ganz am Ende. Als Schlussläufer. Das Stadion dreht total durch. Hören Sie sich das an, wenn Sie können. Und jetzt holt er auf. Nur mal zeigen, was er kann, der Sieger über 10.000 Meter und Einwanderer aus Somalia.

VOLLEYBALL

Die Brasilianerinnen spielen einen starken zweiten Satz. Thaisa Menezes und Sheila Castro holen für ihr Team einen Punkt nach dem anderen. 25:17 steht es am Ende. Ihr Trainer heißt Zé Roberto, und der muss ihnen nach dem ersten Satz deutlich ins Gewissen geredet haben. Den ersten Satz hatten die US-Ladys deutlich mit 25:11 gewonnen. 

MODERNER FÜNFKAMPF

Fehlstart beim Modernen Fünfkampf.  Bild: dpa

Der Tscheche David Svoboda gewinnt nach der heutigen Kombination aus Schießen und Rennen über Sandpisten Gold.

Dieser Wettkampf liefert eine geile Show.

HANDBALL

Die Südkoreanerinnen haben einfach keine Nerven in der Verlängerung. Die erste spanische Olympiamedaille im Handball ist bronzen. 

GEHEN

Lashmanova gewinnt übrigens tatsächlich in 1:25,02 Stunden. Ist aber nicht nur olympischer, sondern auch noch globaler Rekord.

BASKETBALL

Die Australierinnen holen Bronze gegen die Russinnen mit 83:47.

GEHEN

19 Kilometer lang führte sie. Aber auf dem letzten Kilometer ließ sich sich einholen.   Bild: dpa

Handballdrama hin oder her, ein Nachtrag zum Gehen: Nicht grade wenige Geherinnen – kaum hinter der Ziellinie – übergeben sich, als hätten sie den kompletten britischen Vorrat an Ale leergetrunken.

HANDBALL

Im Spiel um Platz 3 im Handball zwischen Südkorea und Spanien spielen die Frauen gerade die Verlängerung. Die Südkoreanerinnen haben mit der Schlusssirene einen Führungstreffer bzw. Siegestreffer gelandet. Doch der Schiri gibt den Treffer nicht. 25:25. Gerade steht es 27:26 für Spanien. Voll der Handball-Krimi, obwohl es ja doch nur um Platz 3 geht. Und zack – 28:28. Es geht in die zweite Verlängerung.

GEHEN

Lustiger Endstand beim Gehen: Russland, Russland, China, China.

Lashmanova gewinnt in olympischer Rekordzeit von 1:25,02 Stunden.

Kaniskina knickt ganz schön ein und die Russin Elena Lashmanova hinter ihr kommt locker an sie ran. Kurz vor dem Ziel... Was für ein Finish. Und Lashmanova ist vorbei.

Die Russin Olga Kaniskina führt übrigens die ganze Zeit. Aber der Vorsprung wird immer dünner. Und wieder ist eine raus. Aber nicht auf die feine englische Art: Da kommen die Richter und hauen die Geherin fast eine runter, damit die sofort aufhört. Und diese spießigen Gerbera in der Kurve? Haben die Briten bei der Eröffnungsfeier ihr ganzes Poppulver verschossen?

EICHHÖRNCHEN

Ein Eichhörchen geht mit. Aber nur kurz. Denn das mit der blöden Regel, nicht laufen zu dürfen, findet es langweilig. Zurück in den Hyde Park!

Hat mal kurz beim Gehen vorbeigeschaut und ist dann aber vorbeigehüpft: Eichhörchen auf dem Zaun des St. James Park.  Bild: dapd

GEHEN

Die dritte Kelle für Johanna Jackson aus Großbritannien: disqualifiziert. Sie ist nicht die erste, noch vor den ersten 10 Kilometern fliegen drei Geherinnen raus. Wieviel überhaupt ins Ziel kommen, ist die spannendste Frage. Jetzt können wir zwar alle wieder anfangen, über diese dann doch irgendwie sinnlose Regel zu diskutieren, und darüber, ob nicht sowieso permanent die Turnschühchen in der Luft sind, und es reiner Zufall ist, wann die Richter das sehen und wann nicht. Aber wir können auch einfach lassen. Und weiter gehen!

Das 20-Kilometer-Gehen hat soeben begonnen. Ursprünglich war geplant, dass die Strecke durch das East End verläuft. Doch dann entschieden sich die Verantwortlichen dafür, die Strecke vorbei an den Touristenmagneten wie dem Buckingham Palace, dem London Eye, St. Pauls, London Tower und dem Houses of Parliament zu verlegen. Danach beklagten sich Londoner darüber, dass wieder nur das übliche „schöne Bild“ von London gezeigt wird und nicht auch das andere London, wie eben das East End. Derzeit zu sehen: Nicht allzuviel Aufregendes außer lila Begrenzungen.

FUSSBALL

Überraschungsgold für Mexiko.  Bild: dpa

Der Abend beginnt mit Mexikos erster olympischer Goldmedaille: Die mexikanische Elf besiegt im Fußballfinale Topfavorit Brasilien mit 2:1. Sportwetter aufgepasst: Bei der WM 2014 in Brasilien muss mit Mexiko gerechnet werden.

Los gehts! Die letzte Olympia-Nacht hat begonnen. Lesen Sie ab jetzt hier an dieser Stelle dauernd aktualisiert alles, was an den Rändern, im Mittelpunkt, in den Stadien, auf der Straße und in den Hallen in dieser Nacht passiert.

 

Alles kann niemand sehen. Deswegen: Vertrauen sie taz und taz.de: Wir schlagen für Sie den Pfad durch den Olympia-Dschungel.

11. 08. 2012

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Wenn Sie Ihren Kommentar nicht finden, klicken Sie bitte hier.

Ihren Kommentar hier eingeben