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  • 06.05.2010

Finanzierung von Programm "weltwärts" ist gesichert

ENTWICKLUNGSHILFE Schulabgänger können im Sommer wie geplant ausreisen

BERLIN taz | Alle Jugendlichen, die mit dem Programm des Bundesentwicklungsministeriums "weltwärts" in diesem Sommer einen Freiwilligendienst in Afrika, Lateinamerika, Osteuropa oder Asien absolvieren, können ausreisen. Das teilte die entwicklungspolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion, Ute Koczy, nach der Sitzung des Entwicklungshilfeausschusses im Bundestag der taz mit.

Noch vor einigen Tagen hatte das Bundesentwicklungsministerium den Entsendeorganisationen von "weltwärts" mitgeteilt, dass das Programm gekürzt werde. Im Haushaltsentwurf waren ursprünglich 40 Millionen Euro dafür vorgesehen, nach den Kürzungen waren es noch 29 Millionen Euro.

Kürzungen seien zwar zu erwarten gewesen, sagte Koczy zur taz. "Nicht aber, dass die Kürzungen auch laufende Vereinbarungen und die Entsendungen von Freiwilligen für 2010 treffen würden."

Damit sahen sich Jugendliche, die sich seit Monaten auf die Ausreise vorbereiteten, mit einer plötzlichen Absage konfrontiert. Die Organisationen hatten sich aber darauf verlassen, dass zumindest die 2009 gemachten Zusagen eingehalten werden und die Jugendlichen wie erwartet ausreisen könnten.

"Mit der jetzigen Entscheidung hat sich das Ministerium gegen eigene Haushälter durchgesetzt. Das ist eine positive Entscheidung", sagte Ute Koczy: "Die Jugendlichen haben sich seit Monaten vorbereitet, die wollen auch ins Ausland gehen."

Jedes Jahr reisen mehrere tausend Jugendliche nach Schul- oder Lehrabschluss mit "weltwärts" ins Ausland und leisten dort Entwicklungsarbeit. 2009 waren es nach Angaben der Organisation über 3.000 Freiwillige, davon 60 Prozent Frauen.

Insgesamt sind bereits über 5.800 Freiwillige ausgereist, 2.400 Freiwillige haben ihren "weltwärts"-Einsatz beendet.

Die Jugendlichen arbeiten unter anderem mit im Umwelt- und Ressourcenschutz, mit Kindern in Heimen, in Township-Schulen oder mit Straßenkindern. 221 Entsendeorganisationen sind offiziell anerkannt.

Das Interesse der jungen Menschen, ein Jahr im Ausland zu verbringen, und das Bedürfnis, über den Tellerrand zu schauen, sei in den letzten Jahren gewachsen, sagte die Organisation.

"Die Jugendlichen wollen ins Ausland gehen"

Ute Koczy, entwicklungspolitische Sprecherin der Grünen

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