die tageszeitung von heute

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Ausgabe von: 07.06.2008
  •  "Onkel Baracks Hütte", die taz-Titelzeile vom 5. 6. 08, löste in der Redaktion, den Medien und bei unseren LeserInnen heftige Diskussionen aus

    It was a mistake

    betr.: "Onkel Baracks Hütte"

    What is wrong with you? Being the German Besserwisser, didn't you know that to call an Afro-American an Uncle Tom is an insult? Now you are trying to perfume your article. Just admit it was a mistake. People will respect you for that. And Barack will do fine as President, his openess will encourage the American people to being their very best again. BILL KAST, Bloomfield Hills, USA

    Geschmacklosigkeit oder Ignoranz?

    betr.: "Onkel Baracks Hütte"

    "Onkel Baracks Hütte"?! Dieser Titel ist ein Zeugnis entweder tiefer Geschmacklosigkeit oder Ignoranz. Welcher der zweien war's?

    GARY AVERY, Tübingen

    Stört auch die Onkel-Tom-Straße?

    betr.: "Onkel Baracks Hütte"

    Sehr geehrter Herr Smith, laut Spiegel-Online erregen Sie Sich über die taz-Titelseite. Stören Sie auch die Onkel-Tom-Straße, die gleichnamige Siedlung sowie die entsprechende U-Bahn-Station in Berlin?

    TIM KARSTEN, Berlin

    Einfach unschlagbar

    betr.: "Onkel Baracks Hütte"

    I love you for that: Onkel Baracks Hütte, einfach unschlagbar!

    PETER LESSMANN

    Ein 100-%-Treffer

    betr.: "Onkel Baracks Hütte"

    Innerhalb kurzer Zeit wurde die taz die Hauptzeitung, die ich in der Bibliothek lese. Ihr habt Artikel, die sonst nirgendwo erscheinen. Onkel Toms Hütte ist ein 100-%-Treffer. Die Leute, die das nicht verstehen, haben einen Betonkopf. JO DIAP, Neumünster

    Verdeckter Rassismus

    betr.: "Onkel Baracks Hütte"

    Wenn ein schwarzer Kenianer (es gibt auch weiße) und eine weiße US-Amerikanerin, wie bei Obama, ein Kind bekommen, warum ist das immer noch ein Schwarzer? Wenn z. B. eine Indianerin aus Nordamerika ein Kind mit einem Chinesen hat, bleibt das dann Indianer oder wird es Chinese oder ist es nichts von beiden? Mir ist schon des öfteren aufgefallen, dass es offenbar "einmal Schwarzer, immer Schwarzer" ist oder, gehässig gesagt, "einmal Neger, immer Neger". Das erinnert fatal an die jüdische Großmutter im Dritten Reich.

    Es mag dies nebensächlich erscheinen, aber ich frage mich, was wäre, wenn wir bei uns jemanden als Türken bezeichnen würden, wenn nur ein Elternteil türkisch wäre? Auch wenn sich bei Obama vielleicht viele freuen, dass ein Schwarzer (so schwarz ist er eben nicht) das Weiße Haus erobert, so steckt in meinen Augen doch ein verdeckter Rassismus dahinter oder zumindest so was Ähnliches.

    STEPHAN KRALL, Kronberg

    Reflexhaftes Übelnehmen

    betr.: "Onkel Baracks Hütte"

    Habe eben auf Spiegel-Online gelesen, dass mal wieder ein Betroffenheitsgeheule durch das Land gellt. Dieses reflexhafte Übelnehmen und die Humorlosigkeit von einigen Minderheiten im Lande macht mich langsam säuerlich.

    Heute Morgen habe ich noch arglos gelächelt, als ich eure Schlagzeile las. Jetzt hat mich dieses Lächeln also geoutet: ich bin ein Rassist! Und nun muss ich es bekennen: ich habe auch mal das Buch von Harriet Beecher Stowe gelesen. Wahrscheinlich ist die an meinem Rassismus überhaupt erst schuld! Ich war damals unschuldige 14 Jahre alt und sie hat mich verdorben. Ich dachte eigentlich, die Autorin wäre eben ein Kind ihrer Zeit und dafür doch erstaunlich - nun ja - liberal, aber das kann natürlich heute nicht mehr als Entschuldigung für dieses Machwerk gelten.

    Am besten setzen wir es auf die schwarze Liste…ach, nee, das wäre ja schon wieder … genau: rassistisch.

    INA MAIWALDT, Frankfurt am Main

    Hinkende Vergleiche

    betr.: "Onkel Baracks Hütte"

    Es ist schade, dass Ihre Redakteure offensichtlich "Uncle Tom's Cabin" von Harriet Beecher Stowe nicht kennen. Gerne schicke ich Ihnen mein ausgelesenes Exemplar. Hätten Ihre Redakteure den Roman gelesen, würden sie jetzt vor Scham im Boden versinken. Immer wieder lustig, zu sehen, wie rassistisch und zutiefst antiamerikanisch Sie in Wahrheit doch sind und wie kenntnislos hinkende Vergleiche gezogen werden, die Sie aus Dummheit auch noch als "Satire" abtun, um Ihre offenkundige Ahnungslosigkeit vom literarischen Text zu vertuschen. JAN HELTEN, Berlin

  • Früher hieß das "Wahl"

    betr.: "Cem Özdemir traut sich doch", taz vom 3. 6. 08

    Es gibt zwei Kandidaten für den Vorsitz der Partei B 90/Die Grünen. Und was wird daraus in der taz? Eine "Kampfabstimmung" (Print-taz) oder gar ein "Machtkampf" (Online-taz). Wenn zwei Kandidaten sich für ein Amt beworben haben, hieß das früher "Wahl". So etwas ist heutzutage anscheinend nicht mehr erlaubt.

    BERND SCOPÉ, Bochum

    Die Redaktion behält sich Abdruck und Kürzen von LeserInnenbriefen vor. Die veröffentlichten Briefe geben nicht unbedingt die Meinung der taz wieder.