die tageszeitung von heute

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Ausgabe von: 11.07.2012
  • LESERINNENBRIEFE

    Heilsamer Streit

     betr.: "Wenn 300 Ökonomen streiten", taz vom 9. 7. 12

    Schöner könnte uns der Streit der Ökonomen nicht vor Augen führen, auf welch unsicherem Grund sich deren Wissenschaft fundiert. Auch Ökonomen können die Bewegungen der Wirtschaft nicht vorhersagen, das zeigte sich exemplarisch zu Beginn der Finanzkrise, als keiner der Zunft - egal welcher Richtung - auch nur andeutungsweise die Turbulenzen auf dem Schirm hatte. Selbst Laien muss klar werden, wenn die verschiedenen Schulen zu unterschiedlichen Schlüssen und Lösungen kommen, dass wohl keiner Schule zu trauen ist, schließlich sind auch die Ökonomen alle mehr oder weniger interessengeleitet. Für die PolitikerInnen dürfte dieser Streit sehr heilsam sein, zeigt er auch ihnen, dass sie sich auf den Rat der "Weisen" nicht unbedingt verlassen können.

    HELGA SCHNEIDER-LUDORFF, Oberursel

    Angst und Bange für die Zukunft

     betr.: "Ups, wir haben regiert", taz vom 10. 7. 12

    Es ist schon ein ungeheuerlicher Akt von Ignoranz, der da während der Fußball-EM in unserem Parlament abgelaufen ist! Ich fand es ja schon problematisch, dass die Mehrzahl unserer Bürger dem hysterischen Medienhype verfallen war, dass aber unsere bezahlten Volksvertreter, ob Regierung oder Opposition, so unverantwortlich handeln würden und sich lieber das Fußballspiel Deutschland - Italien im Fernsehen ansehen, als einer wichtigen Parlamentsabstimmung beizuwohnen, ist wohl beispiellos! Da kann einem als politisch interessiertem Bürger für die Zukunft nur angst und bange werden!

    THOMAS HENSCHKE, Berlin

    Dumm gelaufen!

     betr.: "Ups, wir haben regiert", taz vom 10. 7. 12

    Hier hat sich die Bundesregierung gewaltig verzockt, weil sie geglaubt hatte, damit voll im Trend der Zeit zu sein. Schließlich können wir in den sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter tagtäglich nichts anderes als die öffentliche Preisgabe persönlicher Interaktionsgeflechte, Lebenseinstellungen und sensibler Daten von Usern beobachten. Bei so viel "virtuellem Nackt-Yoga" hoffte die schwarz-gelbe Spaßguerilla wohl auf Beifall und den "Gefällt mir-Button". Dumm gelaufen! ROLAND KLOSE, Bad Fredeburg

    Diktatur des Geldes

     betr.: "Schlimmer als Facebook", taz vom 9. 7. 12

    Einerseits wird über die DDR-Vergangenheit und die Stasi tendenziell negativ berichtet, um andererseits clever und gleichzeitig ähnliche Überwachungsmethoden rechtlich auf den Weg zu bringen. Wo bleibt denn da der Widerstand der ehemaligen DDR-Bürgerrechtler mit ihren Erfahrungen? Ignorieren sie diese gesellschaftlichen Entwicklungen, weil sie mit materiellen Dingen beruhigt worden sind, wie Posten in Politik und Verwaltung, die ein auskömmliches Einkommen sichern? Wir haben eben doch keine freiheitliche Demokratie, sondern eine demokratische Diktatur des Geldes.

    RALF KUKE, Erfurt

    Einfach "durchgewunken"

     betr.: "Meldegesetz: Widerspruch zwecklos", taz vom 9. 7. 12

    Schön wär's! Dann könnten die Konzerne gleich unser ganzes Leben kommerzialisieren. Der Staat hilft ihnen dabei. Man kann sich nur wundern, wie die Rechte des Bürgers geschützt werden - nämlich gar nicht! Wie dieses Gesetz, so werden auch andere Vorhaben von unseren Parlamentariern einfach "durchgewunken", um nicht zu sagen durchgepeitscht. In rekordverdächtigen 57 Sekunden!

    CHRISTIAN LUKNER, Bonn