Das taz Print-Archiv

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Ausgabe von: 18.12.2008
  • Feldversuch Impfzwang

    betr.: "Bauern gegen Impfung. Um die in Mitteleuropa grassierende Blauzungenkranheit einzudämmen, müssen Kühe, Schafe und Ziegen geimpft werden" von Bernhard Hübner, taz vom 13. 12. 08

    Der Impfzwang gegen die Blauzungenkrankheit (BT) kommt einer Entmündigung der Landwirte und damit der Verbraucher gleich. Abgesehen davon, dass inzwischen weitere Serotypen des BT-Erregers Tiere erkranken lassen, gegen die es (noch) gar keinen Impfstoff gibt, und in vielen Bundesländern mehr kranke Rinder durch Nebenwirkungen der Impfung registriert wurden als BT-Fälle, kann bei der Blauzungenkrankheit, zumindest bei Rindern, nicht von einer klassischen Seuche gesprochen werden, auf dessen Grundlage (Seuchenbekämpfung) ja mittels Impfung die BT bekämpft werden soll. Des Weiteren verläuft die Krankheit bei Rindern selten schwer, so dass sich viele nicht geimpfte Rinder bereits durch das Durchlaufen der Krankheit - wie bei einer Kinderkrankheit - selbst immunisiert haben, und zwar ein Leben lang und nicht mit 100 Tagen Wirksamkeit (und 25 % Impfversagen) wie bei der Impfung.

    Unerwähnt blieb in Ihrem Artikel auch, dass die Impfstoffe mittels genveränderter Organismen hergestellt werden und somit einen Konflikt für die ökologische Landwirtschaft darstellen. Die Impfbegleitstoffe (Quecksilberverbindungen, Aluminiumhydroxid) blieben ebenfalls unerwähnt. Diese gelangen feinstofflich (aber nachweisbar) über Milch und Fleisch zum Verbraucher. Angesichts dieser Umstände kann einem das Ganze wie ein großangelegter Feldversuch vorkommen, um den (auch aufgrund mangelnder Aufklärung leider nur sehr gering vorhandenen) Widerstand der Bevölkerung zu eruieren, um im nächsten Zuge die Impfpflicht in der Humanmedizin einzuführen. MARKUS SEIFERT, Lübeck

  • Krise herbeigeredet

    betr.: "Die Umfallerin" u. a., taz vom 13. 12. 08

    Verzweiflungsrufe aus allen Richtungen. Und siehe da, man rechnet immer noch mit einem Wirtschaftswachstum von 0,2 %. Selbst wenn wir ein negatives Wachstum von 5 % hätten, wäre die Wirtschaft auf dem Niveau wie vor vier oder fünf Jahren und da sprach niemand von einem wirtschaftlichen Desaster.

    Ich habe den Eindruck, als werde eine Krise herbeigeredet,um auch noch die letzten Reserven aus dem Staat herausholen und Sozialleistungen noch mehr zurückfahren zu können. Will man die Lebensgrundlagen in dieser endlichen Welt erhalten, bleibt überhaupt nichts anderes übrig, als mit der Produktion nicht lebensnotwendiger Güter aufzuhören, die nur dazu dient, der unfähigen Politik das Nachdenken über eine wirklich nachhaltige Wirtschaft zu ersparen und einen sozialen Scheinfrieden darzustellen. Jeder Tag des "Weiter so" macht es schwerer, die Erde für Menschen bewohnbar zu halten.

    ALFRED MAYER, München

  • Ekelhafte Parolen

    betr.: "Neonazis verhöhnen Attentatsopfer", taz vom 16. 12. 08

    Diese Parolen sind beschämend, widerwärtig, ekelhaft, da herrscht wohl Einigkeit. Sollte man sie wirklich auf die Titelseite drucken? Ich könnte mir vorstellen, dass die in diesen Foren sich gerade ein zweites Mal feiern, diesmal für die Aufmerksamkeit, die sie erregt haben. Dieses Triumphgefühl missgönne ich ihnen von Herzen. Es wäre lediglich in Kauf zu nehmen, wenn der Wortlaut der Sprüche einen hohen Nachrichtenwert besäße, er überraschend, erhellend oder sonst wie relevant wäre. Da dies nicht der Fall ist, wäre meines Erachtens die Beschränkung auf eine Metaaussage der bessere Weg, auch wenn dadurch die für eine Titelseite durchaus wünschenswerte Zuspitzung und Wirkungssteigerung etwas auf der Strecke bliebe.

    JOHANNA WANGE, Dresden

  • Krise im Magen

    betr.: "Krise nur im Kopf, nicht im Magen", taz zwei vom 16. 12. 08

    Dass Jan Feddersen die globale wirtschaftliche, finanzielle und ökologische Krise als Hirngespinst bzw. Kopfwichserei hinstellt, ist - gelinde gesagt - eine Unversämtheit, die ihresgleichen sucht. Das soll er mal den Arbeitern in der Autostadt Detroit erzählen, die weder Wohnung noch Sozial- bzw. Krankenversicherung noch Geld haben, sich was zu essen zu kaufen. Oder all den Leiharbeitern, die mittlerweile in der BRD auf der Straße sitzen. In welchem Universum lebt dieser Redakteur? MICHAEL JORDAN, Neumünster

  • Hirnlose Sprüche

    betr.: "Neonazis verhöhnen Attentatsopfer"

    Für jene, die RECHTS eine Sehschwäche zu haben scheinen, mag es ja sinnvoll sein, diese hirnlosen Sprüche einer Generation Doof prominent zu publizieren. Zu dieser Gruppe der Gesellschaft gehören die Leser dieser Zeitung ja wohl nicht. In Erwartung auf die Reaktion der Medien konnten die deutschen Jungs ihre Internetseite getrost löschen. Die taz ist mit ihrem Aufmacher hier wider Willen zum Forum der Rechten geworden. JOACHIM RÜDIG, Ganderkesee

  • Gesellschaft erinnert

    betr.: "Attentat auf Polizeichef", taz vom 15. 12. 08

    Ich möchte mich bei der Redaktion dafür bedanken, dass sie konsequent öffentlich alle Opfer (auch Polizeibeamte!) des Terrors und der brutalen Gewalt von Neonazi-Straftätern benennt und der Gesellschaft in Erinnerung ruft. MARKUS ERICH-DELATTRE, Hamburg

    Die Redaktion behält sich Abdruck und Kürzen von LeserInnenbriefen vor. Die veröffentlichten Briefe geben nicht unbedingt die Meinung der taz wieder.
  • Hoffentlich kommt er bald frei

    betr.: "Ein Schuhwurf macht Geschichte" u. a., taz vom 17. 12. 08

    Auch wenn der Journalist nicht das richtige Stilmittel der politischen Auseinandersetzung gewählt hat (wer bestimmt das eigentlich?), kann ich ihn verstehen. Er hat viel Leid und Unrecht bislang gesehen in seinem Land. Kein Grund, ihm dafür die Knochen zu brechen. Hoffentlich kommt er bald frei. Ich wünsche ihm alles Gute.

    URSULA KATHARINA HECK, Eußerthal