KOMMENTAR VON BETTINA GAUS
Vielleicht wird die Rede von Sarah Palin auf dem Parteitag der US-Republikaner später einmal als wahlentscheidend bezeichnet werden. Der Überraschungskandidatin von John McCain für das Amt der Vizepräsidentin ist gelungen, was wohl nicht einmal ihre Parteifreunde für möglich gehalten hatten: einen kulturellen Gegenentwurf zu Barack Obama zu präsentieren.

Bettina Gaus ist Buchautorin und politische Korrespondentin der taz. Foto: taz
Nach acht Jahren Bush-Regierung ist parteiübergreifend das Bedürfnis nach politischem Wandel in den USA groß. Mit seiner persönlichen Integrität befriedigt McCain einen Teil dieser Sehnsucht. Aber eben nur einen Teil. Dem Zukunftsversprechen seines energischen, jungen Rivalen kann der alte Mann nichts entgegensetzen. Sarah Palin schon.
Die Gouverneurin aus Alaska war präzise in der Sache, überraschend hart im Angriff und wirkte dabei auch noch charmant und lebensnah. Sie hat ein in sich geschlossenes, konservatives - in Teilen: reaktionäres - Weltbild präsentiert. Die Koordinaten ihres Wertesystems sind bekannt. Familie, militärische Stärke, Staatsferne, ein selbstbewusstes Amerika. Aber es ist ein neues Gesicht, das diese traditionellen Werte vertritt. Darin liegt eine große Anziehungskraft.
Barack Obama spricht urbanen Angehörigen der Mittelschicht aus dem Herzen. Sarah Palin hat den Ansichten vieler Bewohner von Kleinstädten und ländlichen Gebieten eine Stimme verliehen. Die mussten lange vergeblich darauf warten, dass jemand mit Charisma ihre Positionen vertritt. Deshalb ist in den letzten Jahren auch in diesen Kreisen die Verachtung gegenüber Berufspolitikern gewachsen. Sarah Palin stellt sich als Rebellin gegen das alte Establishment dar. Diese Konkurrenz ist eine unerwartete Bedrohung für Barack Obama.
Es ist wahr: Gewählt wird der Präsident, nicht die Vizepräsidentin. Aber es waren gerade die Demokraten, die darauf hingewiesen haben, dass Sarah Palin im Falle eines Wahlsieges nur einen Herzschlag vom Amt des Präsidenten entfernt ist. Nach ihrer Rede dürfte das in den Augen vieler Wählerinnen und Wähler eher für als gegen sie sprechen. Wer sich liberale Reformen in den USA wünscht, hat Anlass zur Besorgnis. BETTINA GAUS
Am Münchner Hauptbahnhof gibt es eine Schule, die keine Schule ist, die kein Geld vom Land bekommt – und die mit Jugendlichen lernt, die kein Recht auf Bildung haben.von FELIX MÜLLER

... nicht mehr Hartz IV, so will es Ministerin von der Leyen. Der neue Name soll "von unten" kommen. taz.de macht schon mal ein paar Vorschläge.

Wie jetzt, mit 17 schon alles erreicht? Milliarden gemacht, Romane geschrieben und die Charts geknackt? Auf wen wir wirklich neidisch sind.

Ein Jahr Obama: Nicht nur die Weltpolitik ist seine Bühne. Jetzt gibt es tatsächlich ein Obama-Musical.

Wär doch schade, wir hätten sie nicht notiert...


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Leserkommentare (2)
05.09.2008, 16:34 | Schwipp Schwapp:
Tut sie doch gar nicht. Sie beschreibt nur.
05.09.2008, 12:57 | KarlK:
Wieso jubelt die taz diese Palin eigentlich so hoch?