#3 Der Aufsichtsrat

Die Mitglieder

Seit dem 19. September 2015 ist Stefanie Urbach neue Aufsichträtin der taz Genossenschaft

Stefanie Urbach ist seit dem 19. September 2015 neue Aufsichträtin der taz Genossenschaft und löst damit Astrid Prange de Oliveira ab. Hermann-Josef Tenhagen und Johannes Rauschenberger werden weiterhin im Aufsichtsrat bleiben. Bild: Anja Weber

Stefanie Urbach, ist 44 Jahre alt, war 5 Jahre Ersatzmitglied des Aufsichtsrats und ist seit dem 19. September 2015 reguläre Aufsichtsrätin der taz Genossenschaft. In den Quartalssitzungen hinterfragte sie bereits kritisch, aber wohlwollend Strategiepapiere, Bilanzen und Abozahlen, um den Erfolg der taz zu sichern. Sie arbeitete 8 Jahre in der taz als Werbeleiterin. Heute hat Sie eine eigene Marketing- und Kommunikationsagentur Die beste aller Welten und berät Kunden bei der Umsetzung ihres gesellschaftlichen Engagements.

Hermann-Josef Tenhagen, Jahrgang 1963, Diplom-Politologe, war über 15 Jahre Chefredakteur der Zeitschrift Finanztest und ist seit 2004 Aufsichtsrat der taz Genossenschaft. In seiner Berufslaufbahn verwebt sich der taz-Strang wie ein rotes Zopfmuster: Die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl warf im Frühjahr 1986 seine Berufspläne über den Haufen und machte die taz zur Pflichtlektüre am WG-Tisch.

Bald wurde aus dem taz-Abonnenten ein taz-Autor, dann ein Redakteur: 1992 gehörte Hermann Tenhagen zum Gründungsteam des neuen Ressorts Wirtschaft & Umwelt. Nach einem Sabbatical als Pressesprecher der Umweltverbände beim ersten Klimagipfel in Berlin leitete er 1995 bis 1998 die Redaktion Wirtschaft und Umwelt, von 1996 bis 1998 war er zudem stellvertretender Chefredakteur der taz.

Im Oktober 2014 ist Hermann Tenhagen zur unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip gewechselt. Dort übernimmt er die Funktionen des Chefredakteurs sowie des Vorsitzenden der Geschäftsführung. Als Aufsichtsrat kehrte er zur taz Genossenschaft zurück, deren Mitglied er natürlich seit ihrer Gründung ist. Tenhagen durfte daran mitwirken, dass sich die taz gegen den allgemeinen Markttrend ausgerechnet in der Krise behauptete, mit taz.de und Le Monde diplomatique prosperierte und die taz-Nord erfolgreich konsolidierte.

Johannes Rauschenberger, Jahrgang 1950, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, lebt seit 45 Jahren in Stuttgart. Er ist der Mann der Zahlen. Seit 1995 sitzt Johannes Rauschenberger für die taz im Aufsichtsrat. Eigentlich wollte er sich ein weiteres Ehrenamt ersparen.

Aber als sich herausstellte, dass niemand für den Posten kandidierte, und die Ernennung eines Aufsichtsratsmitglieds durch das Amtsgericht drohte, erbarmte sich der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater aus Stuttgart. Seitdem durchforstet er Geschäftsberichte, Jahresabschlüsse, Bilanzen und ist durch seine hartnäckigen Fragen an die Geschäftsführung zum Finanzexperten und Schatten-Controller der Genossenschaft aufgestiegen. 

Kanzlei und Kommunalpolitik

Dabei hat der 60-jährige Schwabe eigentlich genug zu tun. Er leitet nicht nur eine eigene Kanzlei, sondern engagiert sich in Stuttgart auch in der Kommunalpolitik. Dazu gehörten das langjährige Engagement in der Bürgerbewegung u. a. gegen das Bahn-Projekt Stuttgart 21 und die Arbeit als Vorstandsmitglied bei der Stiftung Stuttgarter Friedenspreis.

Von der politischen Rendite der taz überzeugt sich Genosse Rauschenberger immer noch jeden Morgen, wenn er nach der Stuttgarter Zeitung zum Ausgleich die taz liest, die er seit 1979 abonniert hat.

Seitdem sind das Überleben der taz und der Ausbau des Genossenschaftsmodells, das die ersehnte Unabhängigkeit von großen Verlagen oder Konzernen garantiert, eine Lebensaufgabe. Die Unterstützung der Genossenschaft als Aufsichtsratsmitglied ist deshalb ein politisches Ehrenamt, auf das er stolz ist.