Raven im Fünfjahresplan

Wirtschaftssenatorin will langfristige Vereinbarung mit den Love-Parade-Veranstaltern. Ort und Kosten umstritten

Das Gerangel um die Love Parde soll sich im kommenden Jahr nicht mher wiederholen. Wirtschaftssenatorin Juliane Freifrau von Friesen (für Grüne) will noch vor Monatsende mit den Veranstaltern der Parade erste Absprachen für den Raver-Umzug 2002 treffen. Allerdings wusste die Love Parade GmbH gestern noch nichts von dem Termin. Ihr Geschäftsführer ist im Urlaub.

Von Friesen will mit dem Treffen Planungssicherheit für die nächsten fünf Jahre schaffen. Spätestens ab 2005 sollte der Veranstalter alle Kosten für Straßenreinigung, -sperrung sowie anfallende Reparaturen tragen.

Auch die Kosten des Polizeieinsatzes könnten zukünftig die Initiatoren tragen. Zwar solle „nicht bei jedem Straßenfest“ für die Beamtentätigkeit gezahlt werden. Wenn der Veranstalter jedoch Geld verdiene, sei zu überlegen, „ob die Allgemeinheit von diesen Kosten zu entlasten ist“, so von Friesen. Eine genaue Regelung prüft derzeit die Innenverwaltung. Die Gewerkschaft der Polizei schätzt die Kosten für den Einsatz bei der vergangenen Love Parade auf rund 1 Million Mark. Auch von Reinigungs- und Reparaturkosten will die Wirtschaftssenatorin „langfristig herunterkommen“. Dieses Jahr zahlte der Love-Parade-Veranstalter mit 670.000 Mark zwei Drittel davon.

Zum zukünftigen Ort der Love Parade äußerte sich von Friesen nicht konkret. Beim Tiergarten gäbe es „nicht wegzudiskutierende ökologische Bedenken“. Diese Zweifel existieren parteiübergreifend: Die SPD forderte jüngst vom Senat eine Prüfung der Route, die PDS will ein „dezentrales Veranstaltungskonzept“. Auch Grünen-Spitzenkandidatin Sibyll Klotz fragt, ob in Berlin „nicht auch ein anderer Ort für die Parade verhandelbar ist“.