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taz.meinland Umkämpft, bedroht, zerrissen: In der Lausitz wird die Energiewende konkret. Gibt es ein Leben nach der Kohle? Wir diskutieren – in einer Kirche

Der Kampf um die Kohle: Und dann?

Die Lausitz heute: Kohlekraftwerke und Tagebaugruben Foto: Patrick Pleul dpa

Als zu Pfingsten Tausende KlimaaktivistInnen in die Lausitz strömten, war das eine Kampfansage: Sie besetzten Kohlebagger, Förderanlagen und brachten das Kraftwerk Schwarze Pumpe in Spremberg fast zum Stillstand. Viele Lausitzer regte das auf: Sie fühlten sich von Polizei und Unternehmen im Stich gelassen.

Der Konflikt machte deutlich, um was es in der Lausitz geht: Die Kohleförderung ist die wichtigste Einkommensquelle der Region. Bis 1990 war die Lausitz das Zentrum der Energiegewinnung der DDR, 60.000 Menschen waren in der Braunkohleindustrie beschäftigt. Heute sind von den dortigen einst 17 Tagebauen nur noch vier aktiv. Allerdings: Wer eine Zukunft ohne Kohle will, muss auch sagen, wie die Alternative aussehen soll – konkret, vor Ort.

Welche Perspektiven hat die Lausitz in einer globalisierten, nachhaltigen Welt? Wie soll die Region nach dem Wunsch ihrer BürgerInnen aussehen? Was tun für die Jugend, gegen Arbeitslosigkeit und politischen Extremismus? Und welche Antworten bietet die Politik darauf?

Das taz.meinland-Gespräch in Schleife wird für diese Fragen ein Forum bieten: In der Kirche einer Gemeinde, die selbst in Teilen abgebaggert werden soll. An diesem Ort werden wir versuchen, eine gemeinsame Vision jenseits des Streits zu entwickeln: Die Lausitz in 25 Jahren – wie wollen wir leben?

Wir diskutieren mit Ihnen und unseren Gästen: Christine Hern­tier, Bürgermeisterin von Spremberg, Torsten Pötzsch, Ober­bürger­meister von Weißwasser, Rüdiger Siebers, Gesamtbetriebsratsvorsitzender Lausitz Energie Bergbau AG, Jana Bosse, Ende Gelände, Adrian Rinnert, Strukturwandel Jetzt!, Ernst Opitz, Impuls e. V., Martin Herche, Generalsuperintendent Evangelische Kirche, Jadwiga Mahling, Pastorin in Schleife und Barbara Junge, stellvertretende taz-Chefredakteurin. Es moderieren die taz-Redakteure Martin Kaul und Jan Feddersen.