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Es gibt nicht DIE Position der taz

Die Nachricht, die syrische Armee habe erneut Giftgas eingesetzt, kam am Samstag vor einer Woche. Bilder aus Douma, der größten Stadt der Ost-Ghouta, begleiteten die Neuigkeiten, grausame Bilder von Menschen mit Symptomen der Vergiftung. Der US-Präsident drohte Syrien mit Raketen, Frankreich und Großbritannien schlossen sich an.

Noch ist letztlich nicht bewiesen, was in Douma passiert ist. Vieles spricht zwar daf√ľr, dass die syrische Armee die letzten Rebellen mit Giftgas zur Aufgabe zwingen wollte. Nur Russland und Syrien bestreiten das vehement. Doch die westliche Dreier-Koalition ist mit ihren Raketen l√§ngst √ľber die Frage hinweggeflogen.

Seitdem ringt die taz hart mit sich. Wir diskutieren auf unseren Fluren und bei den Konferenzen. Die Debatte wird teilweise sehr emotional gef√ľhrt. Ist ein Angriff auf die syrische Chemiewaffeninfrastruktur richtig, zielf√ľhrend, im Dienste der Menschenrechte? Oder droht ein noch gr√∂√üerer Krieg und die Angriffe sind Angriffe gegen das V√∂lkerrecht?

In den vergangenen f√ľnf Tagen waren in der Zeitung und auf taz.de deshalb sechs Kommentare dazu zu lesen. Vom kompromisslosen Ja zu einem Angriff bis zum strikten Pochen auf ein UN-Mandat hatten wir alles; auch ein Ja zu den Angriffen selbst ohne UN-Mandat, aber nicht in einer Koalition mit unberechenbaren Partnern. Eine Kollegin mahnt, die politische Lage in Syrien nicht ob dieser Diskussion aus dem Blick zu verlieren. Es gibt nicht DIE Position der taz. Wir wissen nicht, was richtig ist. Wir ringen darum. Barbara Junge