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Szenario 2022:
Don’t panic!

Es gibt Sätze, die hauen so richtig rein. Einer davon lautet: „Das Zeitalter der gedruckten Zeitungen ist zu Ende, der Journalismus lebt im Netz weiter.“ Geschrieben hat ihn taz-Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch im gerade erschienenen Mitgliederinfo der taz-Genossenschaft. Onlinebranchendienste wie Turi2 und Meedia haben ihn genauso aufgegriffen wie der Deutschlandfunk oder Zeit.de. Früher hätte man das als Rauschen im Blätterwald bezeichnet. Aber da rauscht nichts mehr: Die Berichte erscheinen im Netz – was zeigt, wie richtig Ruch liegt.

Aber erscheint die taz an Werktagen 2022 wirklich nicht mehr gedruckt? Abwarten! „Die taz-Redaktion wird bis 2022 noch einmal alle publizistischen Angebote weiterentwickeln und verbessern“, schreibt Ruch in seinem „Szenario 2022“. Das sind noch vier Jahre.

Bis dahin schauen wir, wie die taz unabhängiger werden kann von der täglichen Print-Ausgabe. Längst diversifizieren wir, bauen die Berichterstattung auf taz.de aus und die Redaktion dafür um, feilen an der tageszeitungs-App und der Wochenendausgabe. Und wir bereiten uns darauf vor, „dass der tägliche Druck nicht mehr möglich sein könnte“, schreibt Ruch. Nicht als Fakt, sondern als Möglichkeit. „Wenn etwas aufhört zu existieren, macht das zunächst Angst“, schreibt Ruch. Daher sucht er nach radikalen Ideen für die taz der Zukunft – so wie er das als Geschäftsführer schon seit fast 40 Jahren macht. Das Ergebnis: Die taz gibt es immer noch! (ga)

Das „Szenario 2022“ steht zum Download unter taz.de/mitgliederinfo28