Mehr Geld auch für Privatschulen

Schulbehörde stellt Mittel für Schulgebäude und Personal zur Verfügung. CDU hält das für unzureichend

Hamburgs Privatschulen erhalten 2018 und 2019 mehr Geld. Die Verbesserungen in den staatlichen Schulen sollen jetzt auch auf die Privatschulen übertragen werden, kündigte Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Montag an. Bestimmt sei das zusätzliche Geld für Schulgebäude, Personal und die Ganztagsbetreuung, aber auch für die Digitalisierung der Schulen. Die Gesamtsumme betrage rund acht Millionen Euro pro Jahr.

Stefanie von Berg von der Grünen Bürgerschaftsfraktion hält die zusätzliche Förderung von privaten Schulen für ein wichtiges Zeichen. „Mit ihren unterschiedlichen Profilen leisten die privaten Schulen pädagogische Pionierarbeit“, sagt sie. Deren Ergebnisse würden oft auch von staatlichen Schulen aufgenommen.

Die schulpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Birgit Stöver, hält die zur Verfügung gestellten Mittel des Senats dagegen für unzureichend. „Weder die gestiegenen Pensionsverpflichtungen für die Lehrkräfte, noch die höheren Gebäudekosten wurden zuvor angemessen berücksichtigt.“ Die Berechnung der tatsächlichen Schülerjahreskosten sei intransparent.

Mit 20.244 Kindern und Jugendlichen besuchen rund zehn Prozent der Hamburger Schülerinnen und Schüler eine Privatschule. Größter Träger ist die katholische Kirche mit 21 Schulen und rund 9.000 Schülern. Dazu kommen die evangelischen Bugenhagenschulen, die evangelische Wichernschule und die Waldorfschulen. Hamburgs Privatschulen erhalten seit 2011 einen Zuschuss von rund 85 Prozent der Kosten des staatlichen Schulsystems, die übrigen Kosten werden unter anderem durch Schulgeld gedeckt.

Laut Schulbehörde waren bereits vor der Erhöhung die staatlichen Zuschüsse in Hamburg bundesweit am höchsten. Für einen Grundschüler beliefen sie sich 2016 auf 5.093 Euro pro Jahr. In den anderen Ländern bewegten sich die Zuschüsse zwischen 3.276 Euro in Niedersachsen und 4.475 Euro in Thüringen. (dpa)