Torben Becker
sichtet die sozialen Bewegungen der Stadt

Nun auch Köthen. 200 Gegendemonstrierende protestierten am Sonntagabend gegen den sogenannten Trauermarsch rechter Gruppen in der sächsisch-anhaltischen Kleinstadt. Das sind natürlich viel zu wenige. Klar, Köthen ist nicht der Nabel der Welt, abgelegen obendrein. Aber genau aus diesem Grund ist die Unterstützung der Gegenprotestesowie demokratischer, linker und antirassistischer Strukturen überall notwendig. Doch wie kann man diese besser organisieren? Eine Frage, auf die es keine befriedigende Antwort gibt. Deshalb ist es wichtig, die inhaltlichen Überschneidungen unterschiedlicher Kämpfe, Initiativen und Organisationen sichtbar zu machen.

In dieser Woche werden einige dieser Schnittmenge auf verschiedene Weisen artikuliert: Sozusagen mit der Lupe findet am Freitag ein Kiezspaziergang zum Thema Mietenprotest in der Reichenberger Straße in Kreuzberg statt. Lange blieb die Straße als Spekulationsareal unentdeckt. Doch die Zeiten sind auch hier vorbei. Auf dem Spaziergang berichten Zeug*innen von den Verdrängungen der letzten Jahre, aber auch von Widerstandsstrategien und Protesten. Angesichts des begonnenen „Herbst der Besetzungen“ in Berlin eine interessanter Termin (14. 9., Reichenberger Straße, 18 Uhr).

Am Samstag geht es auf der „Bye Bye Plastik“-Demo konsumkritisch weiter. Jeden Tag kommen wir mit Plastik in Kontakt – ein Produkt, das sich so zahlreich für unterschiedlichste Güter eignet und Probleme hervorruft. Es ist praktisch, doch giftig. Es ist nützlich, doch umweltschädlich. Diese Ambivalenzen sollen auf der politischen Agenda berücksichtigt werden, dafür wird hier protestiert (15. 9., Bodestraße 3, 15 Uhr).

Um politische Mitgestaltung geht es am selben Tag im OSZ KIM während des zweitägigen Workshops „BoostCamp – Mitmachen, Demokratie retten!“ Dieser umfasst ein breit aufgestelltes Programm rund um Argumente für Menschenwürde und gegen Diskriminierung. Er richtet sich an alle, die sich in irgendeiner Form für die Achtung der Menschenwürde und gegen Diskriminierung engagieren. Kostenlose Anmeldung unter: www.artikel-eins.de/boostcamp (15. 9., Osloer Straße 23–26, 9 Uhr).

Am Mittwoch werden in der Baiz die Fragen „Aufstehen oder sitzen bleiben? Was bringt uns die Neue Sammlungsbewegung?“ diskutiert, nachdem Sahra Wagenknecht mit weiteren prominenten Vertreter*innen die inhaltliche Erklärung zur Sammelbewegung „Aufstehen“ abgab. Was es damit auf sich hat, wird in einer offenen Diskussionsrunde erörtert (19. 9., Schönhauser Allee 26a, 19.30 Uhr).