Deutschlands Urananreicherungsanlage steht in Gronau. Dort wollen Atomkraftgegner auf einer internationalen Urankonferenz neue Aktionen planen.von Andreas Wyputta

Keine Pause für Gronauer Atomkraftgegner, hier bei Protesten vor einem Jahr. Bild: dapd
MÜNSTER taz | Umweltschutzorganisationen und Anti-Atom-Initiativen verstärken den Druck auf Deutschlands Urananreicherungsanlage (UAA). Solange im münsterländischen Gronau weiter Brennstoff für Atomkraftwerke weltweit hergestellt werde, könne von einem "konsequenten Atomausstieg" keine Rede sein, sagt Michael Harengerd vom Umweltverband BUND.
Dabei spiele neben CDU-Bundesumweltminister Norbert Röttgen auch die rot-grüne Landesregierung eine "wenig überzeugende Rolle". "Anstatt mit allen Mitteln gegen die UAA vorzugehen, betreibt der für Atomaufsicht zuständige SPD-Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger nur Symbolpolitik."
Die Gronauer Anlage wird seit Jahren ausgebaut und kann aktuell 35 Atomkraftwerke mit Brennstoff beliefern - zehn Prozent des gesamten Weltmarkts. Dabei warnen Umweltschützer vor dem Gefahrenpotenzial: Die UAA ist nicht gegen Flugzeugabstürze gesichert. Außerdem rollen jedes Jahr Dutzende Züge mit radioaktivem, hochgiftigem Uranhexafluorid durch Köln, das Ruhrgebiet und Münster.
"Das Ergebnis der laufenden Tests müsste schon feststehen", sagt Udo Buchholz vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz, BBU: "Die UAA muss sofort abgeschaltet werden." Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch ein Gutachten des atompolitischen Sprechers der grünen Landtagsfraktion, Hans-Christian Markert. Sozialdemokrat Voigtsberger ignoriert die Argumente des Juristen. Die SPD fürchtet Entschädigungsklagen in dreistelliger Millionenhöhe.
Mit einer internationalen Urankonferenz in Münster wollen hunderte Atomkraftgegner am Samstag neue Proteste planen. Vorbereitet wird eine Großdemo in Gronau am 11. März, dem Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima. Diskutiert wird aber auch über die ungelöste Endlagerung des von der UAA produzierten abgereicherten Urans ebenso wie die Verseuchung von Umwelt und Arbeitern beim Abbau von Uran.
"Nur unser Protest auf der Straße wird erfolgreich sein", hofft Atomkraftgegner Matthias Eickhoff von der Initiative Sofortiger Atomausstieg und verweist auf den Widerstand gegen die geplanten Castortransporte aus dem Forschungszentrum Jülich nach Ahaus: In der Rheinischen Post deutete Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) jetzt an, unter Umständen auf die Transporte zu verzichten- nach massivem Widerstand von CDU-Anhängern im ländlichen Rheinland.
Die Wahrscheinlichkeit eines Atomunfalls ist 200-mal höher als bislang angenommen. Weltweit am meisten gefährdet ist der Südwesten Deutschlands. von Kai Schöneberg

In ihrem Videocast fordert Kanzlerin Merkel einen schnellen Ausbau der deutschen Stromnetze. Um den Windstrom von den Norden in den Süden zu schaffen, sind Tausende neue Netzkilometer nötig.

Der Live-Ticker zum Castortransport 2011 zum Nachlesen auf taz.de.
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Am 30. Mai 2011 hat die schwarz-gelbe Koalition ihren Atomkurs radikal verändert. Bis dahin galt der Ausstieg aus dem rot-grünen Atomausstieg, die deutschen AKW sollten bis nach 2030 laufen - also im Schnitt zwölf Jahre länger als mit dem rot-grünen Atomkonsens.
Nun heißt es: Die acht ältesten deutschen AKW bleiben abgeschaltet, die restlichen laufen zum großen Teil bis 2021 oder 2022 weiter. Nach der Atomkatastrophe in Fukushima kippte die Stimmung auch unter den Unionswählern gegen die Atomkraft, die wichtige Wahl in Baden-Württemberg ging für Merkel verloren.
Deshalb nun die Umkehr. Im Eiltempo werden nun Atomgesetz und andere Energiegesetze umgeschrieben. Auch das Genehmigungsrecht für Stromleitungen soll vereinfacht werden. Das Eiltempo soll alle überrumpeln: die Energiekonzerne und ihre Abgeordnetenfreunde ebenso wie die Anti-Atom-Bewegung und die Regierungen der Bundesländer.
Wie die Anti-Atom-Bewegung reagiert; wie das Energiesparen bei Elektrogeräten, der Industrie und den Gebäuden berücksichtigt wird, was auf Mieter und Hausbesitzer zukommt; wie der Verbraucher sich für die Energiewende motiviert - die taz berichtet in diesem Schwerpunkt darüber.
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Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
03.02.2012 10:38 | Branko
Uranhexaflourid ist nicht nur radioaktiv und super-giftig, sondern außerdem vor allem auch noch höchst-aggressiv! ...