In Friedrichshain-Kreuzberg, dem grünsten Bezirk Berlins, verlieren die Sozialdemokraten. Die Grünen legen trotz der Piraten zu.von Alke Wierth

Rot ist in Friedrichshain-Kreuzberg nur noch der Sonnenuntergang an der Oberbaumbrücke. Bild: DPA
4,7 Prozentpunkte minus auf Bezirksebene. 5 von 6 Wahlkreisen gehen an Grün - 2006 war es noch einer mehr für die SPD. Und während die Piraten von null auf 14,2 Prozent kamen, bekommen die Sozis in Friedrichshain-Kreuzberg kein Bein auf die Erde. Sogar einen Stadtratsposten muss die SPD abgeben - an die Piraten oder die Linkspartei (siehe Seite 21).
Dafür legen die Grünen weiter zu: 2,5 Prozentpunkte auf jetzt 35,4. Der Bürgermeisterposten bleibt ihnen damit sicher, drei von fünf Stadtratposten überdies. Auch den berühmten Wahlkreis 3, in dem vier türkeistämmige KandidatInnen gegeneinander antraten, holte der Grüne: Turgut Altug bekam mit 34,9 Prozent sogar noch 3,4 Prozentpunkte mehr als sein ebenfalls grüner Vorgänger Özcan Mutlu.
Unklar bleibt, wer welches Bezirksamt übernimmt. Die Zuständigkeiten der Stadträte werden neu verteilt. Als stärkste Kraft können die Grünen wählen, welche Posten sie am liebsten hätten. Wünsche haben dürfen auch die anderen: "Wir können uns sehr gut vorstellen, den Bereich Schule zu übernehmen", sagt SPD-Chef Jan Stöß.
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Die Hauptstadt hat gewählt. Rot-Rot hat verloren. Der bisherige Senat hat keine Mehrheit mehr. Dafür zog am 18. September 2011 die Piratenpartei erstmals in ein Landesparlament ein. Sie bekam gleich 8,9 Prozent der Stimmen. Auch die Grünen legten ordentlich zu. Für eine Regierungsbeteiligung reichte es dennoch nicht. Denn die Koalitionsgespräche mit der SPD sind geplatzt. Die Sozialdemokraten verhandeln nun mit der CDU über die Bildung des neuen Berliner Senats.
Alle taz-Texte zur Berlinwahl 2011 finden Sie hier in der Übersicht.
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