Der Politikberater und Bürgerrechtler Albert Eckert setzt sich seit Jahren herausragend für die Gleichberechtigung von Homosexuellen ein. Jetzt erhält er das Bundesverdienstkreuz.von Simone Schmollack

Engagiert für die Rechte von Schwulen und Lesben: Albert Eckert (ganz rechts) bei der Einweihung eines "Denkmals für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen" mit Klaus Wowereit und anderen 2008 in Berlin. Bild: dpa
BERLIN taz | Wer ihn einmal auf einer Bühne erlebt hat, wie er eloquent und im extravaganten Outfit (schon mal knallfroschgrüne Turnschuhe, gelbes Jackett, ebenso farbenfrohe Fliege) aus einer lauen Veranstaltung ein charmantes Event macht, wird Albert Eckert nie vergessen. Wäre der 51-jährige Mann beim ZDF, müsste der Sender nicht nach einem "Wetten, dass ..?"-Nachfolger suchen.
Aber Eckert ist eher Entertainer auf dem politischen Parkett: bei den Grünen, in der Kultur und vor allem als Lobbyist für die Rechte von Schwulen und Lesben. Jetzt erhält er das Bundesverdienstkreuz für sein Engagement in der Homoszene.
Eckert war nicht nur einer der ersten offen schwul lebenden Mitglieder des Berliner Abgeordnetenhauses – von 1989 bis 1995 als Parteiloser bei der Alternativen Liste – und einer der Erstreiter des bundesweit ersten Fachbereichs für gleichgeschlechtliche Lebensweisen. Den gibt es bis heute, inzwischen als Teil der Senatsstelle für Migration und Integration.
Er verhalf auch dem Schwulen Museum in Berlin zu bundesweiter Beachtung und setzte sich 16 Jahre lang für das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen ein. Nach heftigen politischen und inhaltlichen Debatten wurde es 2008 im Berliner Tiergarten eingeweiht.
Das alles tat Eckert ehrenamtlich. Sein Geld verdiente der gut vernetzte und umtriebige Politikwissenschaftler, der als Kind einfacher Leute in der bayrischen Provinz groß geworden ist, vor allem mit der Politik und mit dem, was er am besten kann: reden. Unter anderem als Berater für die Exbürgermeisterkandidatin in Berlin, Renate Künast (Grüne), die frühere Berliner Justizsenatorin Jutta Limbach (SPD) und den einstigen Berliner Kultursenator Ulrich Roloff-Momin.
Anfang 2002 war Eckert für einige Monate Senatsvizesprecher – unter dem damals neuen Bürgermeister Klaus Wowereit, dessen Outing ein halbes Jahr vorher weltweit für Furore sorgte. Dafür ließ Eckert seine langjährige Stelle als Chef der Öffentlichkeitsarbeit der grünen Heinrich-Böll-Stiftung ruhen, bevor er sich 2005 selbstständig machte: als Mediator, Moderator, Politik- und Erbenberater.
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