Der Bestseller-Schriftsteller Paulo Coelho hat eine Botschaft: Teilen verändert die Welt. Eigens dafür trat er bei einem Technologiefestival in Berlin auf.von Nicola Schwarzmaier

Ankunft des brasilianischen Messias in Tempelhof: Teilet und die Welt wird besser werden. Bild: dpa
Er steht selbstbewusst auf der Bühne, ein kleiner Mann mit weißem Haarflaum, ganz in schwarz gekleidet: Paulo Coelho, einer der erfolgreichsten Schriftsteller der Welt.
Ist Ihnen dieser Artikel etwas wert?
Er spricht auf der „Geek-Messe“, der „Campus Party Europe“, dem seit 1997 ausgerichteten riesigen Technologiefestival, das in dieser Woche erstmals in Deutschland, auf dem Gelände des ehemaligen Flughafen Tempelhof, stattfindet.
Coelho spricht hier, weil er mehr als fünf Millionen Follower auf Twitter und mehr als neun Millionen Fans auf Facebook hat. Und weil er eine Message hat: „Je mehr ihr teilt, desto mehr bekommt ihr zurück“. Aha.
Das Licht fällt durch den ehemaligen Hangar des Flughafens und lässt Coelho wie einen Heiligen erstrahlen. Er reckt den Finger in die Luft und predigt das Sharen. „By sharing content we can change the world“. Wow. Auf die Frage aus dem Publikum, wie man sich als Nachwuchsautor über Wasser halten soll, wenn man alle Inhalte teilt, fallen ihm weitere Gemeinplätze ein.
Er selbst stellt seine Bücher kostenlos ins Internet. Kann man ja auch, wenn man seit Jahrzehnten in den Bestsellerlisten der ganzen Welt vertreten ist. Junge Schriftsteller sollen sich nicht davor fürchten, ihre Ideen mitzuteilen. Guter Inhalt werde früher oder später immer honoriert werden.
Am Ende lenkt er ein. Alles müsse man nicht teilen. „We don’t have to share our girlfriends“. Na gut.
Was bleibt? Das Gefühl, dass Otto Normalverbraucher weiterhin gefahrlos Paulo Coelho bei Lieblingsautoren ankreuzen kann und damit nach wie vor weder Gefahr läuft, intellektuell noch banal zu wirken.
Ein Gesetz soll Internetprovider zur Netzneutralität verpflichten. In nur drei Tagen erhielt eine entsprechende Online-Petition an den Bundestag 50.000 Unterschriften. von Meike Laaff

Der heißeste Ort der Welt, ein Tiger macht Kopfstand und Bäume in Käfigen. Unsere Bilder der Woche.

Bond-Schurkin, Stil-Ikone, Musikerin: Das Gesamtkunstwerk Grace Jones hat Geburtstag.

David Beckham beendet seine Fußballer-Karriere. Wird er jetzt etwa Vollzeitpapa, Model oder Frührentner? Ach, uns fallen da noch ein paar andere Sachen ein...

Ein echt fieser Augapfel, ein Harley-Davidson-Skelett, Buddha hat Geburtstag und jede Menge Quallen. Unsere Bilder der Woche.


Leserkommentare
27.08.2012 15:05 | Lexi
Früher haben solche Leute Slogans geprägt wie: Wer zwei mal mit der gleichen pennt, gehört schon zum Establishment. Heute s ...
26.08.2012 22:09 | Hans
"Das „frei“ kommt nicht von „Freibier“, sondern von „Freiheit“." Das ist auch eine Aussage und es spielt sicher eine Rolle, ...
26.08.2012 13:17 | Lope
Nicht intellektuell aber doch banal, wirkt dieser Artikel auf Otto Normalverbraucher.